Bekommt Bad Kissingen eine Markthalle? Das Projekt hat die erste Hürde geschafft. Aktuell werden Geschäftsleute, Einzelhändler, Gastronomen und andere Partner gesucht, die sich beteiligen. Die Resonanz ist gut.
„Wir hatten einen Besichtigungstermin mit 25 Mietinteressenten. Die Unternehmer haben aufrichtiges Interesse. Ich gehe positiv aus dem Termin heraus“, berichtet Sebastian Bünner, Wirtschaftsförderer der Stadt Bad Kissingen.
Die Markthalle soll einen großen Leerstand in bester Lage in der Innenstadt beseitigen: die ehemalige Commerzbank-Filiale direkt am Marktplatz. 700 Quadratmeter Fläche, verteilt auf drei Etagen, liegen seit der Schließung der Bank vor drei Jahren brach. Die Grundidee ist, dass sich viele Geschäftsleute finden, die Teilflächen für Büros und Läden anmieten und so die Räumlichkeiten wiederbeleben.
Viele Shop-Ideen für die Markthalle Bad Kissingen
Wer bei der Markthalle mitmacht, wird bezuschusst: Die Stadt Bad Kissingen übernimmt für zunächst ein halbes Jahr die Hälfte der jeweiligen Miete. Der Förderzeitraum kann auf maximal ein Jahr verlängert werden. 15.000 Euro stellt die Stadt bereit, um die Commerzbank zu reaktivieren. Die Werbegemeinschaft Pro Bad Kissingen und die Gebäudeeigentümer unterstützen das Projekt.
Bei der Besichtigung war ein bunter Mix an Geschäftsideen vertreten. „Vom klassischen Café und Bistro bis hin zu Bekleidung, Deko, Feinkost, Likören, Kunst und Büchern“, sagt Bünner. Die Unternehmer stammen aus der Region, überwiegend aus der Stadt und dem Landkreis Bad Kissingen sowie aus Schweinfurt. Ableger großer Ketten finden sich nicht unter den Interessenten.
Groß ist das Interesse laut Bünner an den Büroflächen. Als potenzielle Mieter haben etwa Werbe- und Social-Media-Agenturen, aber auch eine Pflegevermittlung angefragt. „Die Büros bekommen wir auf jeden Fall besetzt“, meint er zuversichtlich.
Wie geht es weiter? „Wir werden fünf Ankermieter identifizieren, die wir auf jeden Fall brauchen“, erklärt Bünner. Ein gastronomisches Angebot im Eingangsbereich ist zum Beispiel gesetzt. Sollten es am Ende mehr Interessenten sein, als es Flächen gibt, wird ein Gremium entscheiden, wer einen Mietvertrag und damit auch die Förderung erhält. „Unser Ziel ist es, bis Ende Juni die Markthalle zu eröffnen“, sagt der Wirtschaftsförderer.
Mieten werden nach Ende der Förderung gedeckelt
Die Markthalle hat ab der Eröffnung sechs Monate Zeit, um anzulaufen. Wird sie gut angenommen, will die Stadt den Förderzeitraum um ein weiteres halbes Jahr verlängern. Danach gibt es keine Zuschüsse mehr und die Markthalle muss sich privatwirtschaftlich tragen. Finden sich nicht ausreichend Mieter, wird das Projekt nicht realisiert. Gelingt es nicht, dass sich die Markthalle kommerziell nach einem Jahr trägt, wird sie ebenfalls eingestellt.
Damit die Mieten ohne Förderung nicht zu sehr ansteigen, kommt die Eigentümerin den Geschäftsleuten entgegen. „Unsere Intention ist, dass auch ohne Förderung die Mieten um nicht mehr als 30 Prozent steigen“, sagt Bünner. Alle Parteien würden letztlich davon profitieren, dass die Räumlichkeiten dauerhaft belegt sind.
Offen wird die Markthalle auch an anderer Stelle aufgenommen. Wie Bünner berichtet, gibt es mehrere Sponsoringpartner: Eine Steuerberaterkanzlei unterstützt die Mieter bei der Buchhaltung, ein Büroausstatter bei der Einrichtung, eine Buchhandlung stellt Bücher für eine Leseecke zum Verweilen. Ferner ist eine Ausstellung mit der lokalen Kunstgemeinschaft Art 97688 möglich.
„Wir haben viele positive Rückmeldungen. Die Leute aus der Region unterstützen das Projekt“, sagt Bünner. Darauf ist die Idee letztlich angewiesen.















