Die frühere Commerzbank am Marktplatz Bad Kissingen steht nach drei Jahren Leerstand kurz vor der Wiedereröffnung – im ersten Schritt für ein halbes Jahr. Die mehr als 700 Quadratmeter großen Räumlichkeiten sollen zur „Markthalle Bad Kissingen“ werden. Verantwortliche der Stadt, Eigentümer und Werbegemeinschaft Pro Bad Kissingen haben jetzt die Idee für die Markthalle vorgestellt.
OB Vogel: Ein Ort für Neues und zum Experimentieren
Es handele sich um einen großen Leerstand in bester Lage. „Wir dürfen das nicht zu lange leer stehen lassen“, begründet Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) die Initiative, die die Stadt mit 15.000 Euro bezuschusst. Ziel sei es,attraktive Läden in der Innenstadt anzusiedeln. „Es soll ein Ort für Neues und zum Experimentieren entstehen“, sagt er.
Die Grundidee ist, dass Einzelhändler und Dienstleister Teilflächen für Läden und Büros in der ehemaligen Commerzbank anmieten. Die Stadt übernimmt für zunächst ein halbes Jahr die Hälfte der jeweiligen Miete. „Wir versuchen so, das Risiko für die Unternehmer herauszunehmen, wenn sie etwas Neues ausprobieren“, erläutert Vogel. Die Läden sollen sich langfristig etablieren. Mit einer solchen Anschubförderung habe die Stadt an anderer Stelle, etwa beim Café Ilse, gute Erfahrungen gemacht.
Das Herz der Markthalle befindet sich im Erdgeschoss, in der früheren Schalterhalle. Dort stehen bis zu zwölf Ladenflächen und zwei Büros zur Verfügung. Die Flächen sind zwischen sieben und 120 Quadratmeter groß und kosten zwischen 150 und 1000 Euro Kaltmiete. Es wird eine zentrale Kasse geben, an der die Kunden ihre Einkäufe aus allen Läden bezahlen. Zudem sind Verweilecken geplant.
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Vorgaben, welche Geschäfte gewünscht sind, gibt es keine. „Die Konzepte sollen vielfältig und passend zur Immobilie sein. Wir wollen einen guten Mix und sind offen für Ideen“, sagt Wirtschaftsförderer Sebastian Bünner. Ob Mode, Delikatessen, Bücher oder etwas anderes. „Alles kann, nichts muss“, betont er. Im Vorraum im Eingangsbereich hatte die Commerzbank ihre Geld- und SB-Automaten untergebracht. Dieser sei ideal für einen gastronomischen To-go-Betrieb geeignet.
Im Untergeschoss sind noch Tresore, Schließfächer und Archivschränke der Bank untergebracht. Hier sind laut Bünner Escape-Room- oder Geocaching-Touren vorstellbar, alternativ Archiv oder Ausstellungsräume. „Das Obergeschoss ist prädestiniert für Büros.“ Auch als Co-Working-Space sei denkbar.
Stadt sucht Betreiber für die Markthalle
Dass die Markthalle realisiert wird, ist nicht fix. „Mindestens die Hälfte der Flächen im Erdgeschoss muss vermietet sein, damit es starten kann“, sagt Bünner. Betreiber können sich bis 8. April bei der Stadt als Mieter melden. Dafür steht online ein Bewerberformular bereit. „Wir suchen Macher, die sich einmieten und ihre Ware verkaufen wollen“, meint Vogel. Nach Abschluss der Mietverträge und einer Umbauphase soll die Markthalle Mitte Mai öffnen.
Die Stadt schließt einen Hauptmietvertrag mit der Eigentümerin und vermietet die Ladenflächen unter. Mietverträge sind ab einer Dauer von zwei Monaten möglich. Die Markthalle wird für sechs Monate gefördert. Sollte das Konzept angenommen werden, wird der Förderzeitraum um ein halbes Jahr verlängert. Nach einem Jahr läuft die Förderung aus und die Markthalle muss sich privatwirtschaftlich tragen oder wird eingestellt.
Die Idee der Markthalle Bad Kissingen orientiert sich an dem Konzept aus Lohr, mit dem es der dortigen Werbegemeinschaft gelungen ist, einen innenstädtischen Leerstand wiederzubeleben. Es wurde für Bad Kissingen angepasst.
„Wir begrüßen die Initiative ausdrücklich. In Zeiten des Onlinehandels ist es wichtig, mit dem Standort emotional bei den Menschen zu punkten“, sagt Ralf Strauch, stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft Pro Bad Kissingen.





















