Gute Nachrichten gab es in Bezug auf den Ratskeller in Bad Kissingen zuletzt nicht so viele. Im Herbst 2018 hörte die damalige Pächterin Gertrud Groß nach 15 Jahren auf, seitdem steht die Traditionsgaststätte im Untergeschoss des Rathauses leer.
Ratskeller Bad Kissingen: Thema im OB-Wahlkampf
Eine Weiterverpachtung scheiterte bislang an den hohen Kosten für die Sanierung. Die Räumlichkeiten müssten erst umfassend erneuert werden, etwa die Heizung und die Lüftung, aber auch Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen sowie die Küche. Die Verwaltung geht von einem Betrag im Millionenbereich aus, Mittel im Haushalt gab es dafür bisher nicht.
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Aber: Auf politischer Ebene scheint der Ratskeller inzwischen recht weit oben zu stehen. Bei der Wahlarena von Main-Post und Saale-Zeitung zur Oberbürgermeisterwahl waren sich sowohl Herausforderer André Kiesel (CSU) als auch Amtsinhaber Dirk Vogel (SPD) einig. Beide sagten, dass es gelingen wird, den Ratskeller in der nächsten Amtszeit zu erneuern und als Lokal wieder zu öffnen.
Unsere Redaktion hat das Wahlkampfversprechen zum Anlass genommen und zum Ratskeller beim Rathaus nachgefragt. „Wir sind aktiv dabei, den Ratskeller in seinen verschiedenen Funktionen aktiv weiterzuentwickeln“, teilt die Pressestelle dazu mit.
Rathausareal bekommt neue Heizungsanlage
Die Stadt arbeitet daran, die veraltete Heizungsanlage für das gesamte Rathausareal zu erneuern. Im Untergeschoss des Rathauses ist die Technik-Zentrale untergebracht, die alle städtischen Liegenschaften im Umgriff versorgt; neben dem Rathaus sind das unter anderem das Feserhaus, die Stadtbücherei und der Stadtsaal. Das ist baulich auch für den Ratskeller von Bedeutung, denn logischerweise wird auch der Ratskeller hierüber beheizt.
„Herausfordernd sind dabei die denkmalgeschützten Gebäude, die einer energetischen Sanierung enge Grenzen setzen“, heißt es aus der Pressestelle. Geplant ist eine verbrauchsoptimierte Heizung mit Wärmepumpenunterstützung. Mit welchem Energieträger die Heizung betrieben wird, ist noch nicht entschieden. Die Stadtwerke Bad Kissingen erledigen den Umbau im laufenden Jahr. Konkrete Kosten stehen noch nicht fest, im Haushalt sind derzeit rund 160.000 Euro eingeplant.
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Technik im Ratskeller muss vollständig erneuert werden
Ziel sei es, den Ratskeller nach jahrelangem Leerstand wieder als gastronomischen Standort zu etablieren. „Eine direkte Weiterverpachtung ist derzeit nicht möglich, da eine grundlegende Sanierung der technischen Infrastruktur Voraussetzung ist“, betont die Pressestelle. Die erforderlichen Umbauarbeiten werden mindestens ein Jahr Zeit in Anspruch nehmen.
Fortgeschrittene Gespräche mit Gastronomen
Das Rathaus befinde sich „in fortgeschrittenen Gesprächen mit potenziellen Pächtern, bei denen verschiedene Finanzierungsmodelle für die Sanierung“ diskutiert werden. Das heißt: Eine denkbare Möglichkeit ist, dass sich Stadt und Pächter auf eine niedrigere Pacht einigen, wenn der Gastronom im Gegenzug einen Teil der Sanierungskosten übernimmt.
Der Ratskeller hat eine Gesamtfläche von 438 Quadratmetern. 185 Gäste können dort bewirtet werden. Auf dem Rathausplatz ist zudem auf einer Fläche von rund 180 Quadratmetern eine Außenbewirtschaftung möglich.
Das Neue Rathaus, entstanden nach Entwürfen von Johann Dientzenhofer in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts, ist also über 300 Jahre alt. Es war zunächst Adelshof und wurde nach dem Verkauf an die Stadt 1928 Rathaus. Das Gewölbe im Untergeschoss war bereits wenige Jahre davor zum Kellerlokal umgebaut worden.















