Neuer Wind für das Rewe-Projekt in Bad Kissingen. Bereits seit 2018 befindet sich das Bauvorhaben in der Planung – wird es doch noch Realität?
Auf dem Areal der früheren Gärtnerei Zaak in der Oskar-von-Miller-Straße ist ein Rewe mit bis zu 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche vorgesehen – zusätzlich sind 150 Quadratmeter Gastronomie geplant.
Die Rosentritt GmbH mit Sitz in Würzburg ist seit dem Jahr 2018 als Bauträger für das Projekt zuständig. Das könnte sich nun ändern, denn: Ein Mitbewerber möchte der Firma das Bauvorhaben abkaufen. Noch ist allerdings nicht bekannt, um wen es sich handelt – die Abwicklung des Deals ist gerade am Laufen, heißt es von Seiten der Firma.
Umstrittenes Projekt
Im März 2024 beschloss der Stadtrat, das baurechtliche Vorhaben auf dem alten Gelände der Gärtnerei Zaak einzuleiten. Damals sprachen sich unter anderem die Fraktionsgemeinschaft Grüne-BfU-ödp, sowie die DBK-Mitglieder Florian Keßler und Martina Greubel gegen das Projekt aus. Der Änderung des Flächennutzungsplans, sowie dem Bebauungsplan stimmten sie nicht zu.
Richard Fix (Grüne-BfU-ödp) verwies in seiner Kritik darauf, dass es am geplanten Standort kein Versorgungsdefizit gäbe. Zudem sei die Lage verkehrstechnisch zwecks der Einmündung zur B286 problematisch. Er merkte diesbezüglich an, dass es in Reiterswiesen und Arnshausen geeignetere Standorte gäbe.
Ende 2024 stimmte der Stadtrat erneut ab – diesmal über den Planungsabschluss. Kay Blankenburg (SPD) äußerte in diesem Rahmen juristische Bedenken am Standort. Auch Linke, Grüne und Teile des DBK machten deutlich, dass sie das Vorhaben ablehnten. Eine Mehrheit aus SPD, CSU und Freien Wählern setzte den Beschluss mit 18:9 Stimmen jedoch durch.
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Kritik aus der Bevölkerung
Auch von Bürgerseite aus, gab es Einwände. Damals teilte Christine Schwind, die Leiterin des städtischen Bauamts, mit, dass es insbesondere um den Einwand eines Bürgers ging. Dieser werde durch eine Rechtsanwaltskanzlei vertreten. Dabei handelte es sich um den Eigentümer eines benachbarten Geländes, welches ebenfalls an einen Lebensmittel- und Einzelhändler verpachtet ist – er forderte eine Einstellung des Bauleitplanverfahrens.
Dabei verwies der Mann auf vermeintliche Rechtsfehler in der Entwurfsplanung: Raumordnerische Grundsätze würden missachtet, außerdem habe das Verträglichkeitsgutachten Mängel. Letzteres untersucht, ob und wie andere Lebensmittel- und Einzelhändler im Stadtgebiet und der Umgebung beeinflusst werden. Ebenso warf der Bürger der Stadt vor, mit der Planung gegen das städtische Einzelhandelskonzept zu verstoßen – auch andere Kissinger Handelsbetriebe würden nicht genügend berücksichtigt.
Die Stadtverwaltung wies die Kritik von sich und argumentierte damit, dass der geplante Vollsortimenter (zur Erklärung) im südlichen Stadtgebiet das vorhandene Angebot ergänzen und gleichzeitig eine Versorgungslücke im Süden schließen würde. Außerdem seien die städtebaulichen Aspekte zu diesem Zeitpunkt bereits durch die Regierung von Unterfranken bestätigt worden.
Weiterhin verwies die Verwaltung auf die im Laufe der Jahre gewachsene Versorgefunktion der Stadt, die gewachsene Bevölkerung und die geringen Umverteilungsquoten – das, was andere Geschäfte an Umsatz einbüßen müssten. Zudem hofft man auf neue Nachfrageimpulse und eine stärkere Kaufkraftbindung.
So geht es weiter
Die Stadt Bad Kissingen teilte mit, dass die städtische Aufgabe in Form der Bauleitplanung abgeschlossen sei. Mittlerweile wurde auch die vorgesehene Fläche weitestgehend freigemacht und die ehemaligen Gebäude der früheren Gärtnerei Zaak abgerissen.
Wann es mit dem Bau losgeht, lässt sich aber noch nicht sagen. Auf eine Anfrage der Redaktion teilte Rewe mit, sich aktuell nicht zu dem Projekt äußern zu können.
Erklärung: Ein Vollsortimenter führt ein sehr breites Warensortiment mit 40.000 oder mehr Artikeln. Im Gegensatz zu Discountern hat er eine große Auswahl an Marken, Frischwaren und Service. (zurück im Text)















