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Hotel in Bad Kissingen
Es wird ein Schicksalsjahr für Steigenberger-Areal
Dunkle Wolken über dem Steigenberger-Areal. Wie geht es in Sachen Nobelhotel am Kurgarten weiter? Laut Freistaat sind die Investoren des Kurparkresorts aus dem Rennen. Die halten jedoch weiter an dem Vorhaben fest.
Dunkle Wolken über dem Steigenberger-Areal. Wie geht es in Sachen Nobelhotel am Kurgarten weiter? Laut Freistaat sind die Investoren des Kurparkresorts aus dem Rennen. Die halten jedoch weiter an dem Vorhaben fest. // Kerstin Väth
Bad Kissingen – Wie geht es in Sachen Nobelhotel am Kurgarten in Bad Kissingen weiter? Die Aussagen sind widersprüchlich. Es könnte eine Grundsatzentscheidung fallen.

14 Jahre sind es her, seitdem das mit fünf Sternen klassifizierte Steigenberger-Kurhaushotel geschlossen wurde. Selbst der Abriss des Gebäudes liegt kommenden Winter zehn Jahre zurück. Das Areal, auf dem das Luxushotel stand, ist nach wie vor eine Brache – mit offenbar einmal mehr unklarer Zukunft.

Die Investoren, die an der Stelle das Kurparkresort als Vier-Sterne-Superior-Nobelhotel mit bis zu 140 Zimmern sowie Suiten geplant haben, sind vertraglich aus dem Rennen. Das bestätigt das Bayerische Bauministerium auf Nachfrage unserer Zeitung. „Dem bisherigen Investor ist es seit dem Abschluss des Kaufvertrages nicht gelungen, die im Kaufvertrag vereinbarten Bedingungen in Gänze zu erfüllen. Die Zusammenarbeit mit ihm endete mit Ablauf des 31. Dezember 2022“, teilt ein Sprecher mit.

Hoffnungsschimmer 2020

Nach jahrelanger Investorensuche hatte der Freistaat Bayern das Grundstück 2020 an eine Projektgruppe verkauft. Seitdem hat es einen Architektenwettbewerb für die Gestaltung der Fassade gegeben, die Pläne für das Projekt waren mehrfach Thema im Stadtrat und vor einem Jahr haben die Investoren den Bauantrag bei der Stadt Bad Kissingen eingereicht. Viel Arbeit für nichts?

Der Kaufvertrag ist „mit dem Ausfallen der Bedingungen gegenstandslos geworden und entfaltet keinerlei Wirkung mehr“, erklärt der Ministeriumssprecher weiter. Das Grundstück befindet sich nach wie vor im Besitz des Freistaates.Den Investoren wurde offenbar mehrfach mehr Zeit gegeben. Der Haushaltsausschuss des Landtages hatte im Herbst der Fristverlängerung bis Ende Dezember zugestimmt, so eine Landtagssprecherin.

 

Investoren: Hotelprojekt steht

Ist das Kurparkresort damit gescheitert? Auf Investorenseite sehen das die Verantwortlichen anders. Holger Ruckaberle von der Kurparkresort Projektgesellschaft betont, dass an dem Hotel festgehalten und im Hintergrund mit Hochdruck weiter an der Realisierung gearbeitet wird. Er zeigt sich zuversichtlich, in Kürze die noch fehlenden Nachweise wasserdicht vorlegen zu können – es geht dabei um die Frage, wie die Millioneninvestition finanziert wird. Im Raum steht für das Hotel mit angeschlossenem Gebäude für Seniorenwohnen ein Betrag in hoher zweistelliger Millionenhöhe. „Es ist alles gut durchkalkuliert und wir haben die Baukosten im Griff“, versichert Ruckaberle.

Viele Rückschläge

Der Wegfall der staatlichen KfW-Förderung für energieeffiziente Bauvorhaben, die Coronakrise und die Zurückhaltung der Bankenbranche in Hotelprojekte zu investieren sowie die zuletzt explodierten Baukosten und Energiepreise hätten die Investoren bei den Finanzierungsfragen immer wieder zurückgeworfen, erklärt er. Diese Probleme könne man nun lösen. Als Betreiber für das Nobelhotel sei man zudem mit einer renommierten Hotelkette in weit fortgeschrittenen Verhandlungen.

Wie geht es weiter? Die Stadt hat die Planungshoheit, der Freistaat ist der Grundstückseigentümer.

Beide klären derzeit, was mit dem Areal geschehen soll, „unter Berücksichtigung der bisherigen Erkenntnisse“, so die Auskunft aus dem Bauministerium. Beide Seiten scheinen den Investoren eine Hintertür offen zu lassen. Aus dem Bauministerium wird betont: „Stadt wie Freistaat sind im Rahmen dieses Prozesses selbstverständlich für Gespräche offen. Die Ergebnisse bleiben abzuwarten.“

OB: Weitere Hängepartie vermeiden

Bad Kissingens Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) will auf dem Grundstück offenbar eine weitere, jahrelange Hängepartie vermeiden. Bis Jahresende soll eine Entscheidung fallen. „Klar ist: So kann es nicht bleiben. Wir haben uns dieses Jahr gegeben, um eine schlüssige Antwort auf die Frage zu geben, wie geht es mit dem Gelände weiter“, kommentiert er die Angelegenheit.

Aus mit dem Vorgang betrauten Kreisen ist inoffiziell zu hören, dass Stadt und Freistaat aktuell Gespräche mit einem zweiten Hotelinvestor führen. Laufen alle Hotelverhandlungen ins Leere sei es denkbar, dass ein Hotelvorhaben als für gescheitert erklärt wird und die Verantwortlichen eine Grundsatzentscheidung in eine andere Richtung treffen.

 

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