Bevor mit der Erschließung des Gewerbegebiets losgelegt werden kann, sind natur- und artenschutzrechtliche Maßnahmen auf dem Gelände Kaserne Nord erforderlich. Auf rund sechs Hektar Fläche entstehen neue Lebensräume für seltene Tierarten wie Zauneidechsen und Heuschrecken, die derzeit noch im nördlichen Teil des ehemaligen Kasernenareals vorkommen. Circa zwei Hektar der vorgesehenen Ausgleichsfläche verbleiben im aktuellen Zustand mit geringen Anpassungen, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt.
Die Arbeiten umfassen zunächst Heckenrodungen und Bodenarbeiten, die Voraussetzung für die sichere Umsiedlung der Tiere sind. Diese Maßnahmen sind an bestimmte jahreszeitliche Bedingungen gebunden und bilden den Auftakt sichtbarerer Veränderungen auf dem Gelände. Im Anschluss werden Lebensräume für verschiedene Tierarten geschaffen. So wird es Winter-/Sommerhabitate, Heckenstrukturen, Bäume, Blühflächen, Offenlandstrukturen, Säume sowie xerotherme Lebensräume – trockene (xeros) und warme (thermos) Standorte, die durch extreme Lichtverhältnisse, Wassermangel und oft steinige Böden gekennzeichnet sind – geben.
Vom Militärgelände zum Gewerbestandort
Das künftige Gewerbegebiet entsteht auf einer Fläche, die seit dem Ende der militärischen Nutzung in den 1990er-Jahren im Eigentum der Stadt steht. Entlang der Kasernenstraße wurde in den vergangenen Jahren ein Mischgebiet entwickelt. Der nördliche Abschnitt des Areals bietet sich aufgrund seiner ebenflächigen Struktur und bestehenden Befestigungen nun für weitere gewerbliche Nutzungen an.
Mit dem steigenden Bedarf an Gewerbeflächen und einer städtischen Entwicklungsstrategie rückte der Standort in den Fokus der Planungen. Ziel ist die Ansiedlung von Unternehmen, die eine stadtnah gelegene und attraktive Umgebung mit guter Erreichbarkeit suchen und Arbeitsplätze in größerem Umfang schaffen möchten.
Ausgleich zwischen Gewerbe und Natur
Das Gelände war in den vergangenen Jahren durch großflächige Grünzüge und Freiflächen geprägt, die sich zu Lebensräumen für geschützte Arten entwickelt haben. Diese naturschutzfachlichen Anforderungen fanden laut Mitteilung der Stadt in der Planung Berücksichtigung.
Nach Abstimmung mit den Fachbehörden des Landratsamts wurde ein Flächenkonzept entwickelt, das die Bedürfnisse von Gewerbe und Natur in Einklang bringen soll. Der Stadtrat hat dieses Konzept am 29. Oktober 2025 beschlossen. Es sieht fünf unterschiedlich große Baufelder sowie den Erhalt der gliedernden Grünzüge und eben die Schaffung von Ausgleichsflächen im Norden des Gebiets vor.
Das sind die nächsten Schritte auf dem Kasernenareal
Nach Abschluss der Ausgleichsmaßnahmen können die Tiere vom Süden in den Norden umgesiedelt werden – dann rollen im Jahr 2027 Bagger für die Bodensanierung. Danach folgt die eigentliche Erschließung des Gewerbegebiets. Mitte 2028 sollen diese Arbeiten beginnen. Dann wird auch die Vermarktung für Unternehmen starten, wie es abschließend heißt.












