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Gericht
Schläger-Prozess: Wer sind die Angeklagten?
Angeklagter
Angeklagter betritt den Saal // Oliver Schmidt
Angeklagter
Angeklagter im Prozess // Oliver Schmidt
Coburg – Zwei junge Männer müssen sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Coburg für einen brutalen Überfall verantworten. Doch der eine schweigt, und der andere will sich an nichts mehr erinnern können.

Der Auftakt des Prozesses gegen Tim S. (20) und Joni A. (22) gestaltete sich zunächst sehr zäh. Joni A. ließ durch seinen Anwalt mitteilen, dass er vorerst keine Angaben zu dem Fall machen wolle, der ihm zur Last gelegt werde.

Tim S. wiederum ließ zwar durch seinen Anwalt Christian Barthelmes eine Erklärung verlesen, doch die brachte auch keine neuen Erkenntnisse: Sein Mandant habe nämlich keinerlei Erinnerung mehr an den Vorfall vom 16. September 2022 in der Badergasse, sagte Anwalt Christian Barthelmes. Denn Tim S. habe zuvor bereits sehr viel Alkohol konsumiert. Auch im weiteren Prozessverlauf werde er deshalb keine Angaben machen können.

Angeklagter war „sturzbetrunken“

Weil diese Erklärung dann doch sehr kurz war, zitierte Richterin Jana Huber noch einmal aus dem Protokoll einer polizeilichen Vernehmung. Tim S. habe demnach am 16. September 2022 „Bier und Wodka“ getrunken und sei deshalb zur Tatzeit gegen 20.20 Uhr „sturzbetrunken“ gewesen.

Wer sind die beiden Angeklagten?

Joni A. wurde im Oktober 2000 in Pristina im Kosovo geboren. Wann genau er mit seiner Familie nach Deutschland kam, wurde bei der Gerichtsverhandlung nicht gesagt. Aber: Spätestens ab der 10. Jahrgangsstufe besuchte Joni A. ein Coburger Gymnasium. Probleme gab es dann speziell in der 11. Jahrgangsstufe, die er nämlich wiederholen musste. Ein wesentlicher Grund für seine schlechten schulischen Leistungen dürfte sein Alkohol- und Drogenkonsum gewesen sein, der zu dieser Zeit bereits recht beträchtlich gewesen sein muss.

Joni A. räumte vor Gericht ein, dass er bereits ab seinem 13. Lebensjahr regelmäßig Marihuana konsumierte, oft auch noch schnell vor Unterrichtsbeginn am Morgen. Später kam noch Ecstasy dazu – vor allem auf Techno-Partys, die Joni A. gerne besuchte – sowie gelegentlich sogar Crystal Meth, was als eine der gefährlichsten Drogen überhaupt gilt.

Richterin Jana Huber wollte wissen, wie Joni A. seinen Drogenkonsum finanziert habe. „Meine Eltern haben mir Geld gegeben“, sagte er. Sie hätten allerdings nicht gewusst, für was er dieses geld ausgibt.

Drogenkonsum ein Problem

Aber irgendwann müssen die Eltern dann wohl doch etwas bemerkt haben. Denn im Alter von 17 Jahren zog Joni A. zusammen mit seiner Mutter zurück in den Kosovo. Ein Ziel dieses Umzugs sei es gewesen, so Joni A. vor Gericht, vom Drogenkonsum loszukommen. Doch selbst, wenn das wohl nicht geklappt hat: Joni A. schaffte immerhin sein Abitur und begann anschließend in Pristina ein Studium der Zahnmedizin.

Im Sommer 2022 hatte Joni A. bereits sein sechstes Semester hinter sich gebracht. In den Semesterferien stand mal wieder ein Besuch bei den noch in Coburg wohnenden Familienmitgliedern an. Nur deshalb also konnte Joni A. am Abend des 16. September auch in der Badergasse sein, wo es zu dem Überfall kam.

Angeklagter beteuert: „Ich bin intelligent!“

Von Richterin Jana Huber nach seinen weiteren Zielen fürs Leben gefragt, antwortete Joni A.: „Ich möchte mein Studium abschließen und dann der Gesellschaft etwas zurückgeben.“ Er musste allerdings zugeben, sein Studium zuletzt etwas vernachlässigt zu haben. Aufgrund des Drogenkonsums sei er „bisschen faul“geworden. Doch Joni A. beteuerte: „Ich bin intelligent, ich bekomme das schon hin.“ Speziell in der Untersuchungshaft, in der er sich seit September 2022 befindet, habe er viel nachgedacht und einen „klaren Kopf“ bekommen. Habe viel nachgedacht: „Ich möchte mein Studium drogenfrei durchziehen.“

Prozessauftakt in Coburg: der angeklagte Tim S.
Prozessauftakt in Coburg: der angeklagte Tim S. // Oliver Schmidt

Zum angeklagten Tim S. wurde am ersten Verhandlungstag nur wenig bekannt. Geboren wurde er im September 2002 in Coburg. Bis zu seiner Verhaftung im September 2022 lebte er nahe dem Coburger Marktplatz.

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