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Infos zu Vorsorge auf Tik Tok
Krebskranke Mama aus Coburg inspiriert im Internet
Krebskranke Mama aus Coburg
Eine Freundin rasiert ihre Kopfhaare: Ece H. veröffentlicht intime Momente wie diese in Instagram und TikTok. So will die Krebspatientin andere Frauen für das Thema Krebsvorsorge sensibilisieren. // Foto: Ece H.
Coburg – Sie hat vielleicht nur noch ein paar Monate: Ece H. leidet an Gebärmutterhals- und Bauchfellkrebs. In den sozialen Medien ermutigt die Coburgerin mit ihrem schweren Schicksal Hunderttausende Follower.

Mit 32 Jahren hat Ece H. erfahren, dass sie an Gebärmutterhalskrebs leidet. Das war im Oktober. Im Mai bestätigte sich der nächste Schicksalsschlag: Der Krebs hat metastasiert im Bauchfell. Die Coburgerin gilt seitdem als nicht mehr heilbar. Die Ärzte schätzen ihre Lebenserwartung auf maximal zwei Jahre. Vielleicht hat sie auch nur wenige Monate. Doch Ece gibt nicht auf. „Ich kämpfe bis zum Schluss.“

Vor ein paar Wochen beschloss sie ihren Kampf des Lebens gegen den Krebs zu teilen, in Instagram und TikTok. Sie beantwortet Fragen zu ihrem Gesundheitszustand, der Chemotherapie, den Kosten, der Krankenkasse, Operationen, Behandlungen. Ihre Tochter und Familie lässt sie raus. „Es geht um mich und meine Krankheit“, bekräftigt sie. Und es geht der jungen Mama geht es vor allem um Aufmerksamkeit für ein Thema: Krebsvorsorge. „Das ist meine Intension – und wenn ich nur eine Mama damit rette.“ 

Die junge Mama hat auf die HPV-Impfung verzichtet – heute wirbt sie umso mehr für die Vorsorge

Ein Follower hat Ece vor kurzem in Instagram gefragt, ob sie jedes Jahr beim Frauenarzt war, um einen PAP-Abstrich entnehmen zu lassen. Darauf antworte die junge Mama ehrlich: „Nein, war ich nicht, da ich erst vor zwei Jahren entbunden hatte. Den Gedanken, dass ich Krebs haben könnte, hatte ich nie.“ Alles andere sei wichtiger gewesen, schrieb die mittlerweile 33-Jährige. Der Pap-Test oder Papanicolaou-Test  ist eine gynäkologische Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

Als Jugendliche habe sie sich auch keine HPV-Impfung geben lassen, erzählt sie am Telefon. „Ich habe es damals nicht wahrgenommen.“ Im Mittlerweile übernehmen Krankenkassen die Kosten dafür. Die Impfung hätte zwischen 120 und 150 Euro gekostet. „Ich wollte meiner alleinerziehenden Mutter nicht zur Last fallen.“ Aber, betont sie, „diese Impfung ist alles Geld der Welt wert. Ich würde meine Tochter später sofort impfen lassen – sofort.“

Experte: „Natürlich ist die HPV-Impfung die beste Vorsorge“

Laut dem Robert-Koch-Institut treten Humane Papillomviren (HPV) weltweit sowohl bei Frauen als auch bei Männern auf. Es wird davon ausgegangen, dass HPV-Infektionen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen gehören. Hochrisiko-Typen können an verschiedenen Lokalisationen Krebsvorstufen und Krebs verursachen. „Natürlich ist die HPV-Impfung die beste Vorsorge in Hinblick auf Gebärmutterhalskrebs, möglichst bevor man Kontakt mit dem Virus hatte“, sagte Peter Hillemanns im Interview mit dem Gesundheitsmagazin der Aok. Der ärztliche Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinischen Hochschule Hannover ist ein Experte für Erkrankungen, die durch HPV verursacht werden.

Ece erzählt, sie bekommt auf ihren Kanälen viele Nachfragen zum Thema Krebsprävention. „Mir schreiben so viele, sie haben ihren Termin bei ihrem Frauenarzt fünf oder sechs Mal abgesagt, aber meinetwegen gehen sie jetzt zur Vorsorge.“ Das erfülle sie mit Stolz. Natürlich sei es für sie nicht leicht, immer offen zu sein, jede Frage zu beantworten, erzählt sie. In einem Video ist Ece zu sehen, wie ihre beste Freundin ihre Haare bis zur Glatze rasiert. „So etwas macht doch keiner gerne, sich so zu zeigen – so verletzlich. Aber wenn das hilft, dass ich nur eine Frau retten kann, deren Krebserkrankung frühzeitig erkannt wird – dann ist es das wert.“

Und Eces Transparenz kommt mehr als gut an: Zum Teil haben ihre Streams auf TikTok, in denen sie Fragen der Zuschauer beantwortet, etwa zwei Millionen Aufrufe; einer ihrer Streams habe in vier Stunden zwei Millionen „Gefällt-Mir-Angaben“ gesammelt und ihr Profil auf Instagram habe circa 2,7 Millionen Aufrufe, erzählt sie. „Ich habe niemals gedacht, dass meine Posts und Live-Videos so viel Interesse weckt.“ Wie lange sie vor der Kamera sitzt, macht sie davon abhängig, wie es ihr an diesem Tag geht. An guten Tagen rede sie auch mal mit drei Stunden mit ihren Zuschauern. Sie macht das, „weil ich andere Mamas schützen will“. 

„Ihr Mut hat Leben verändert“

Hinweis: Am 26. November 2025 hat die Familie von Ece H. mitgeteilt, dass sie gestorben ist. In einem Post auf Facebook heißt es unter anderem: „Sie hat den Krebs zwar nicht besiegt, aber sie hat den Kampf gewonnen – mit unvergleichlicher Stärke, Geduld und Liebe.“ Und: „Sie hat Tausende von Menschen ermutigt, zur Vorsorge zu gehen. Viele haben uns geschrieben, dass durch ihre Worte frühzeitig Diagnosen gestellt werden konnten. Ihr Mut hat Leben verändert – und Leben gerettet.“

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