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Coburgerin hofft auf Wunder
Sie gibt nicht auf: Eine junge Mama kämpft gegen den Krebs
Ece H. aus Coburg
Ece H. aus Coburg liegt in einem Krankenbett der Berliner Charité. Im Oktober wurde bei ihr Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. // Foto: Ece H.
Coburg – Sie will nicht aufgeben, auch wenn sie weiß, dass ihr Leben mit 33 Jahren bald zu Ende gehen könnte. Ece H. leidet an Gebärmutterhalskrebs. Ihr bleiben vielleicht wenige Monate.

Der Gedanke daran, dass ihre zweijährige Tochter nach dem Kindergarten vergebens auf die Mama warten könnte, lastet auf ihrem Herzen wie ein schwerer Felsbrocken. Dabei will Ece H. nur all die Dinge miterleben, die für andere Mamas und Papas selbstverständlich sind. Wie die eigenen Kinder eingeschult werden, wie der Sohn oder die Tochter voller Freude die Zuckertüte aufreißt.  Es sind all die Dinge, weshalb sie ihn führt, den Kampf gegen den Gebärmutterhalskrebs – mit 33 Jahren.

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 „Mama, ich habe auch ein Aua, ich komme auch mit in den Himmel."

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Tochter von Ece Hasirci einer Krebs-Patientin

Junge Mama aus Coburg: Am Anfang waren es nur Rückenschmerzen

„Es bricht mir das Herz“, sagt Ece H., wenn ihre Tochter zu ihr kommt und sagt: „Mama, ich habe auch ein Aua, ich komme auch mit in den Himmel.“ Aber es sind diese Momente, in denen sich sie sich denkt: „Ich kämpfe noch mehr und gebe nicht auf.“ Die Coburgerin will bleiben, sie will ihre Tochter vom Kindergarten abholen, will dabei sein, wenn die Tochter aufgeregt vom ersten Schultag erzählt. „Ich wüsste nicht, was ich ohne meine Tochter machen würde – sie ist mein Halt.“

Ece H. kommt aus der Nähe von Bad Tölz. 2013 führt ihr Lebensweg nach Coburg, um Bauingenieurwesen zu studieren. Und sie kommt, um zu bleiben: Nach dem Studium an der Hochschule arbeitet sie für eine Baufirma in Erlangen, wohnt aber weiterhin in Coburg. 

Ece H. Tochter aus Coburg
Die kleine Tochter der jungen Mama malt mit Kreide auf dem Hof. // Foto: Ece H.

Die Schreckensnachricht – einen Tag vor dem zweiten Geburtstag ihrer

Im August 2024 ist die Bauingenieurin auf einer Baustelle in Frankfurt am Main. Sie klagt über starke Rückenschmerzen. „Das war schlimm. Aber ich habe mir anfangs nichts dabei gedacht – was soll ich schon haben?“ Bis zu drei Schmerztabletten am Tag nimmt sie gegen die Schmerzen. Danach habe sie zwei Monate Spritzen bekommen. Sie geht zu ihrer Frauenärztin, klagt nun auch über Bauch- und Unterleibsschmerzen. Die schickt sie sofort ins Krankenhaus. 

Einen Tag vor dem zweiten Geburtstag ihrer Tochter, vergangenes Jahr im Oktober, bekommt Ece H. eine Nachricht vom Klinikum Coburg: Sie soll bitte umgehend persönlich vorbeikommen. Das bedeutet nichts Gutes, denkt sie sich. Die junge Mama will aber erst die Tage nach der Geburtstagsfeier ins Krankenhaus. „Es war der Geburtstag meiner Tochter – ich wollte niemanden die Laune verderben“, erzählt sie. Zwei Tage später bestätigt sich ihr böser Verdacht: „Gebärmutterhalskrebs mit 32 Jahren.“ Weil der Tumor bereits fünf Zentimeter groß war, kam keine Operation infrage, was gleichzeitig bedeutet, sie muss in Chemo- und Radiotherapie.

Und so beginnt ihr Leidensweg mit den schlechten Tagen, wenn der andauernde Schmerz ihr die Kraft raubt, wenn sie daran denken muss, dass sie in diesem jungen Alter Krebs bekommen hat; aber so beginnt auch der Kampf ihres Lebens, den sie führt, für ihre Tochter, ihre Familie, den Freunden, für sich. „Ich denke gar nicht daran, aufzugeben“, bekräftigt Ece H. immer wieder, wenn man mit ihr spricht. 

„Der Tumorschmerz ist ein Schmerz, der nicht aufhört“

Von November 2024 bis März bekommt die junge Mama Radio- und Chemotherapien. Langsam fällt ihr schwarzes Haar aus. Der Krebs zehrt an ihr. Dann kommt der April, die Brachytherapie, vier Tage lang. Medizinisch gesehen, ist es eine Form der Strahlentherapie, bei der eine Strahlenquelle direkt im oder in unmittelbarer Nähe zum Tumor platziert wird. Aus Sicht der Patienten – eine Tortur: Keiner darf Ece H. besuchen. Nur die Krankenschwestern in den Bestrahlungspausen, erklärt sie. „Wenn alles gut gegangen wäre, hätte ich danach krebsfrei nach Hause gehen können.“

Doch es kommt genau anders: Am zweiten Tag der Brachytherapie, erzählt sie, stößt ein Radiologe auf einen „Zufallsbefund“. Er sei sich sicher, Eces Krebs hat gestreut. 

Im April geben Ärzte der Berliner Charité der jungen Mama die traurige Gewissheit. Ihr Gebärmutterhalskrebs hat metastasiert, ihr Bauchfell ist betroffen. Ece H. gilt seit dem als nicht mehr heilbar. Ihre Überlebenschancen? „Sehr gering“, sagt sie.

„Die Ärzte schätzen meine Lebenserwartung auf sechs Monate bis maximal zwei Jahre - 50 Prozent der Betroffenen schaffen die ersten sechs, unter zwei Prozent schaffen die zwei Jahre.“

Die Schwägerin unterstützt die krebskranke Mama

Seit gut einem Monat lässt sich die 33-Jährige zusätzlich von einer Heilpraktikerin behandeln, die ihr regelmäßig Blut abnimmt, Vitamininfusionen gibt und Supplemente wie Curcumin verschreibt. „Mir geht es dadurch wesentlich besser.“ Aber die Behandlung sei sehr teuer und werde nicht von ihrer Krankenkasse übernommen, erzählt Ece H..

Wer sie bei ihrem Kampf des Lebens gegen den Krebs unterstützen möchte, kann für die junge Mama spenden. Ihre Schwägerin hat auf der Webseite gofundme.com eine Spendenmöglichkeit eingerichtet. Ece H. ist sehr dankbar für die Hilfe. „Am Anfang wusste ich nicht, was auf mich zukommt.“ 

Für die junge Mama ist klar, auch wenn ihr die Ärzte nicht mehr lange geben, auch wenn sie in ein paar Monaten ihre Tochter vielleicht nicht mehr sehen kann – sie glaubt daran, mit all ihrer Kraft, an das Wunder. 

„Ihr Mut hat Leben verändert“

Hinweis: Am 26. November 2025 hat die Familie von Ece H. mitgeteilt, dass sie gestorben ist. In einem Post auf Facebook heißt es unter anderem: „Sie hat den Krebs zwar nicht besiegt, aber sie hat den Kampf gewonnen – mit unvergleichlicher Stärke, Geduld und Liebe.“ Und: „Sie hat Tausende von Menschen ermutigt, zur Vorsorge zu gehen. Viele haben uns geschrieben, dass durch ihre Worte frühzeitig Diagnosen gestellt werden konnten. Ihr Mut hat Leben verändert – und Leben gerettet.“

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