Die Coburger Dekane Stefan Kirchberger und Andreas Kleefeld schätzten, dass im Dekanatsbezirk Coburg zwischen 500 bis 600 Kirchenmitglieder sich hierfür wählen lassen müssen und dürfen. Am vergangenen Freitag fand im Coburger Dekanatsbüro ein kleiner Pressetermin mit zwei Kandidaten statt. Beide stammen aus St. Moriz und standen der Presse stellvertretend für ihre Co-Kandidaten Rede und Antwort.
Zwei Kandidaten für St. Moriz
Kerstin Haas (55 Jahre) und Gunter Johannes (61 Jahre) sind bereit und willens sich in den Kirchenvorstand wählen zu lassen. Haas hat bereits eine Amtsperiode von sechs Jahren im Kirchenvorstand von St. Moriz hinter sich gebracht und würde sich über eine erneute Amtszeit im Kirchenvorstand freuen.
Gunter Johannes ist gerade in Rente gegangen und würde sich gerne im Kirchenvorstand einbringen. Alle beide waren in ihrer Vergangenheit in der Evangelischen Kirche engagiert und möchten sich auch in den folgenden Zeiten der Umstrukturierung der Coburger Kirchgemeinden gerne mit ihren Fähigkeiten, Wünschen und Vorstellungen in diese wichtige Arbeit investieren.
Keine theologische Vorbildung erforderlich
Die erste Antwort auf die Frage, was man für ein derartiges Amt mitbringen sollte, lautete: „Sich selbst, wie man ist und mit dem, was man kann!“ Besondere Anforderungen, wie eine theologische Ausbildung, seien nicht erforderlich.
Das „Sonntagsblatt“ veröffentlichte auf seiner Internetseite, „www.sonntagsblatt.de“ zur Frage: „Was macht ein Kirchenvorstand?“ unter anderem: „<Alle sechs Jahre finden die Kirchenvorstandswahlen statt – zuletzt im Oktober 2018. Die neuen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher haben in der nun folgenden Amtsperiode die Aufgabe, zusammen mit dem Pfarrer und anderen Hauptamtlichen die Gemeinde zu leiten. Sie müssen viele Entscheidungen treffen: Mal geht es um neues Personal für den Kindergarten, mal um die Planung des Konfirmandenunterrichts, die Gottesdienstgestaltung oder Renovierung der Kirche.“
Vielgestaltiges Aufgabenfeld
Derart vielgestaltig ist auch das Leben in den Coburger Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden. Darüber hinaus finden momentan einige prinzipielle Umstrukturierungen statt. So schließen sich immer mehr Coburger Kirchengemeinden zu einer gemeinsamen Kirchengemeinde zusammen. So bilden etwa Heiligkreuz, St. Matthäus, St. Moriz und Dörfles-Esbach gemeinsam die „Pfarrei Evangelisch unter der Veste“ oder Ahorn, Katharina von Bora, St. Markus und die Johanneskirche die „Pfarrei Coburg-West“. Auf der Internetseite des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Coburg, „www.coburg-evangelisch.de“ findet man eine Auflistung der einzelnen Kirchengemeinden des Dekanats Coburg.
Mut zur Mitarbeit machen
Die Dekane Kleefeld und Kirchberger und auch die beiden Kirchenvorstandskandidaten Haas und Johannes möchten ihren evangelischen Mitchristen Mut machen, sich in der Kirchenvorstandsarbeit zu engagieren. Haas betonte, dass es zwar eine Zeit brauche, bis man sich in diese Arbeit einfinde. Als sehr positiv sah sie jedoch an, dass sich die Kirchenvorstandsmitglieder gemeinsam für ihre Kirchgemeinde einsetzten. Es sei schön, dass alle zusammenstünden, miteinander diskutierten und gemeinsam entschieden, welchen Weg man in der kirchlichen Arbeit, im Gottesdienst, in der Konfirmandenarbeit und in allen anderen Herausforderungen gehen werde. Bisher habe man immer einen Konsens (Übereinstimmung) gefunden und man könne gemeinsam etwas bewegen, so Haas.
Dekan Kirchberger betonte im Bereich der Anforderungen, es sei wichtig, ein christliches Menschen- oder Weltbild zu haben. Dies habe er besonders AFD-Mitgliedern mitgeteilt, im Hinblick auf Menschen mit und ohne Behinderungen. Dekan Kleefeld wies darauf hin, dass jedes Evangelisch-Lutherische Kirchenmitglied willkommen sei, sich hier zu engagieren und den Findungsprozess „Wie soll Kirche sein? Was soll sichtbar und wichtig sein?“ mitzugestalten.
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