Streit um Wildtiere
Peta kritisiert Coburger Zirkus-Entscheidung
Martin Lacey jr. und seine Raubtiere zeigen eine Dressur im Münchner Krone-Bau.
Martin Lacey jr. und seine Raubtiere zeigen eine Dressur im Münchner Krone-Bau.
Foto: Felix Hörhager/dpa
Coburg – Die Tierrechtsorganisation bedauert das Votum des Coburger Stadtrats zum Krone-Gastspiel. Eine Person wird allerdings ausdrücklich gelobt.

Es bleibt dabei: Circus Krone darf Anfang November auf dem Ketschenanger in Coburg gastieren – Wildtiere inklusive. Ein sogenannter Überprüfungsantrag fand in der Stadtratssitzung am Donnerstag keine Mehrheit. Den Überprüfungsantrag hatten Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD), Melanie Becker (Grüne) und Klaus Klumpers (ÖDP) gestellt. Ziel war es, die Entscheidung des Verwaltungssenats, der das Krone-Gastspiel bereits genehmigt hatte, zu kippen.

Dass dies nicht gelang, wird allen voran von der Tierrechtsorganisation Peta scharf kritisiert.

Biologin  bezieht Stellung

„Wir bedauern den Beschluss sehr, zumal die Politiker wissen, dass Elefanten, Tiger und viele andere Tiere in Zirkussen eingesperrt, angekettet und unter Androhung von Gewalt zu Tricks gezwungen werden“, schreibt Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin bei Peta, in einer Stellungnahme.

Und weiter: „Leider scheint der Stadtrat auf eine bundesweite Regelung zu warten, statt auf kommunaler Ebene selbst die Initiative für den Tierschutz zu ergreifen. “

"Unnatürliche Tricks in der Manege"

Peta ist grundsätzlich gegen Wildtiere im Zirkus, aber Krone ist ihnen ganz besonders ein Dorn im Auge. „Das Zirkusunternehmen missbraucht noch immer sensible Tiere – darunter auch Löwen und Tiger – für unnatürliche Tricks in der Manege“, heißt es in der Stellungnahme.

Peta verweist auf Videos, die einen „gewaltvollen Umgang mit vielen Tieren“ zeigen würden. Die Großkatzen etwa müssten Peitsche und Stock fürchten, wenn sie in der Manege nicht spuren.

Kommunales Wildtier-Verbot?

Peta begrüßt aber ganz ausdrücklich den Einsatz von Oberbürgermeister Dominik Sauerteig sowie der Grünen und der ÖDP in Coburg mit dem Überprüfungsantrag. Und Peta appelliert: Die Stadtratsmitglieder, die Wildtiere in Zirkussen kritisch sehen, sollten jetzt nicht locker lassen, sondern ein kommunales Zirkus-Wildtierverbot auf den Weg bringen. Dies könnte etwa durch die Umwidmung der betreffenden Flächen erfolgen – in Coburg also etwa für den Anger. In Berlin habe ein solches Vorgehen, Zirkus-Gastspielen eine Absage erteilen zu können, vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Bestand gehalten.

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