„Es hat viele Jahre gedauert, den Erfolg zu realisieren“, sagt Andreas Gabalier. „Denn eigentlich steht vor euch nur ein steirischer Lausbub.“ Doch dieser „Lausbub“ ist längst erwachsen geworden. Und inzwischen füllt der 40-Jährige nicht nur Stadien, sondern an diesem Abend auch den Schlossplatz, der an seine Grenzen stößt.
Kein Auftakt, kein Vorgeplänkel – Gabalier kommt direkt zur Sache.
Zehn Minuten nach 20 Uhr, Andreas Gabalier betritt die Bühne. Vorband? Braucht er nicht. Schon beim zweiten Song fließt der Schweiß, während über den Platz eine kühle Brise zieht. Der Herbst kündigt sich an – und das ist auch gut so. Denn die erste kollabierte Person wird früh abtransportiert.
15.000 Fans drängen sich auf dem Schlossplatz
„Entschuldigung, bitte. Darf ich mal durch?“ – ein Satz, der den Abend begleitet. Erst kurz vor der Ehrenburg wird es etwas luftiger. Der Platz ist voll, die Sicht eingeschränkt: Bäume, Technikturm und Bodenunebenheiten machen es vielen schwer, die Bühne zu sehen.
Gabalier merkt es selbst
„Sehen mich eigentlich alle?“, fragt Gabalier ins Publikum und bittet darum, näher zusammenzurücken. Doch schnell wird klar: „Sonst ist keine Luft mehr? Scheiße.“ Für die Kinder in den vorderen Reihen schafft er kurzerhand Premiumplätze – direkt im Graben vor der Bühne. Sie werden über die Absperrung gehoben und dürfen das Konzert hautnah erleben.
Ein besonderer Moment für die zehnjährige Emily aus Geroldsgrün:
Ihr erstes Konzert – und dann darf sie auch noch neben Gabalier sitzen und ein Foto mit ihm machen. Ein Abend, den sie sicher nie vergessen wird.
„A Meinung ham“
Vorne ist die Stimmung von Beginn an ausgelassen, hinten braucht es etwas länger. Vielleicht liegt es an der schlechten Sicht, vielleicht daran, dass manche nur „Hulapalu“ kennen. Na ja, wenn eine Welle den Strand trifft, wird auch nicht jedes Sandkorn sofort nass. Doch spätestens bei „Verliebt verliebt“ springt der Funke über – und der ganze Platz ist dabei.
Über zweieinhalb Stunden reist der Österreicher mit seinen Fans durch seine Kariere. Von „Verdammt lang her“ über „Jede Zeit und jeder Held hat seine Wunden“ und „I find ka Ruh“ bis hin zu „So liab hob i di“ ist alles dabei.
Auch „A Meinung ham“ fehlt nicht. Dabei teilt er einen Seitenhieb gegen die Medien aus, die ihn immer wieder kritisieren. „Man darf auch als Manderl noch a Meinung haben", sagt er. Die Fans jubeln, das Bühnenbild zeigt Songzeilen im Stil von Schlagzeilen.
„Die Beichte“: Ein Lied als scherzhaftes Lippenbekenntnis, bevor es langsam Richtung Finale geht. Denn die größten Hits hebt sich Gabalier bis zum Schluss auf. Bei „Hulapalu“ und „I sing a Liad für di“ singt schließlich auch der letzte Fan mit.
Emotionaler Abschluss mit „Amoi seg' ma uns wieder“
Ein Lied, das Gabalier seinem Vater und seiner Schwester widmet – und das viele im Publikum tief berührt. „Es ist etwas Besonderes, als Musiker Teil von den emotionalen Momenten anderer Menschen zu sein“, sagt er und die Lichter reflektieren im Publikum viele tränennasse Gesichter.


















