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Erinnerung
Der Kronprinz schickte einen persönlichen Brief
Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha mit Prinz Charles 1987
Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha (links) mit dem damaligen Prinz Charles im Park von Schloss Rosenau. Das Foto wurde vermutlich aus großer Entfernung gemacht; wer der Fotograf war, ist im CT-Archiv nicht vermerkt. // CT-Archiv
Coburg – Vor 35 Jahren besuchte der damalige Kronprinz Charles die Heimatstadt seiner Vorfahren – allerdings privat. Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha zeigte seinem entfernten Verwandten die wichtigsten Stätten.

Wenn es um die Beziehungen zu verwandten (Hoch-)Adelshäusern geht, hält sich die Familie derer von Sachsen-Coburg und Gotha öffentlich traditionsgemäß sehr bedeckt. Deshalb gab es zum Tod von Queen Elisabeth nur eine kurze Stellungnahme: „Mit tiefer Trauer hat das Herzogliche Haus Sachsen-Coburg und Gotha die Nachricht erhalten, dass Ihre Majestät Königin Elizabeth II. verstorben ist. Seine Hoheit Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha hat Seiner Majestät König Charles III. und der königlichen Familie seine persönliche Beileidsbekundung zukommen lassen. Die Fahnen an den Liegenschaften der Herzoglichen Familie wurden auf Halbmast gesenkt und werden bis zur Trauerfeier am 19. September 2022 auf Halbmast bleiben. Seine Hoheit Prinz Andreas spricht der königlichen Familie und dem Volk des Vereinigten Königreichs sein tiefstes Beileid aus.“

Gemeinsame Ururgroßeltern

Vom Verwandtschaftsgrad her waren Queen Elisabeth II. und Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha Cousin und Cousine dritten Grades: Sie haben gemeinsame Ururgroßeltern, nämlich Queen Victoria und Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Eine persönliche Beziehung nach Großbritannien bestand aber nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nicht mehr.

Königliche Verwandte zu Besuch

Erst Prinz Andreas, der in den USA aufgewachsen war, baute die Kontakte zu den verwandten Königshäusern wieder auf, die in den 80er-Jahren zu mehreren Besuchen führten: 1978 kam erstmals der frühere Zar Simeon II. von Bulgarien zu Besuch nach Coburg, ein Sproß der katholischen Linie von Sachsen-Coburg und Gotha. 2005 wurde er Coburger Ehrenbürger. 1981 kam Baudouin I, der damalige König der Belgier. Zum schwedischen Königshaus waren die Beziehungen über die Jahre hinweg noch am intensivsten gewesen: König Carl XVI. Gustaf von Schweden ist ein Cousin von Prinz Andreas; die letzte Coburger Herzogin Viktoria Adelheid war die gemeinsame Großmutter. Carl Gustaf kam 1960 zu ihrem 75. Geburtstag. Das schwedische Königspaar stattete Coburg 1982 einen offiziellen Besuch ab und reiste 2009 auch zur Hochzeit von Erbprinz Hubertus an.

Vom „grünen Hügel“ zur Rosenau

Auch zur englischen Verwandtschaft kam wieder ein Kontakt zustande: Im August 1987 besuchte der Kronprinz und neue König Charles III. mit seinem Onkel Lord Ramsey und seinem Vetter König Konstantin II. von Griechenland die Bayreuther Festspiele. Bei dieser Gelegenheit wollte Charles Schloss Rosenau (bei Rödental) besuchen, wo Prinz Albert geboren war und das sozusagen das Vorbild für Schloss Balmoral war, das von Albert und Victoria als Privatresidenz gekauft wurde.

„Sehr nett und aufgeschlossen“

„Ich weiß nicht mehr, wie ich davon erfuhr, aber ich habe alle drei in der Rosenau getroffen und anschließend habe ich ihnen die Ehrenburg gezeigt. Nachher habe ich sie zum Mittagessen zu mir nach Hause eingeladen. Ich habe intensiv über Forstwirtschaft mit Prinz Charles diskutiert und dass wir Forst in Schottland gekauft hatten. Damals war er sehr interessiert, und kurz nach diesem Besuch hat er mir einen handschriftlichen Brief geschrieben“, erinnert sich Prinz Andreas. Fotos, die bei dem Besuch entstanden, zeigen die beiden Prinzen zusammen im Park von Schloss Rosenau.

Besuch Prinz Charles 1987 6
Die vierjährige Cessrin Hummel überreicht im Park von Schloss Rosenau Blumen an Kronprinz Charles. Die Gruppe von links: Exilkönig Konstantin III. von Griechenland, Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Lord und Lady Ramsey, Graf Albrecht von Eggloffstein, Hermann Stamm vom Landbauamt. // CT-Archiv

„Ich fand ihn sehr nett und aufgeschlossen“, erinnert sich Prinz Andreas weiter. Der Prince of Wales sei damals schon überzeugt davon gewesen, dass Ökologie eine Zukunft haben werde. Seine eigenen Güter lässt der nunmehrige König Charles III. schon seit Jahren ökologisch bewirtschaften. Persönlich würde es Prinz Andreas begrüßen, wenn dereinst wieder ein Mitglied der königlichen Familie Coburg besuchen würde.

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