Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause geht es an diesem Mittwoch (24. August) wieder los mit Open-Air-Konzerten auf dem Coburger Schlossplatz. Ob es auch diesmal zu kuriosen Begebenheiten kommt? Abwarten! Bis dahin erinnern wir an acht Highlights aus der Vergangenheit.
1. Wie Paddy dem Unwetter trotzte
Als Michael Patrick Kelly (Spitzname: „Paddy“) am 18. August 2019 die Bühne betrat, hätte wohl niemand gedacht, dass dies das vorerst letzte Open Air bis zum Sommer 2022 sein wird. Zumal das Konzert ohnehin für ganz anderen Gesprächsstoff sorgte. Denn an jenem Sonntagabend zogen plötzlich dunkle Wolken über Coburg auf.
Das Konzert begann – und es wurden immer mehr dunkle Wolken. Nach 45 Minuten fegte schließlich ein fürchterliches Unwetter über den Schlossplatz. Das Konzert wurde aber nicht abgebrochen, sondern nur unterbrochen. Es folgte: Banges Warten im Dauerregen. Nach 30 Minuten hörte der Regen auf. Die pitschnassen Zuschauer jubelten, als Kelly ankündigte, weiterspielen zu wollen. Problem nur: Der Regen hatte die Bühnentechnik unter Wasser gesetzt. Kelly sang deshalb zunächst „unplugged“ weiter. Kurze Zeit später ging die Technik wieder, und alle Fans waren sich einig: Das war ein ganz besonderes Konzert!
2. Scorpions: Flucht aus Franken?
„Rock You Lika A Hurricane“ – das war die letzte Zugabe der Scorpions am 22. August 2015. Anschließend hatten es auch Sänger Klaus Meine & Co. eilig wie ein Hurrikan. Direkt neben der Bühne warteten bereits fünf schwarze Limousinen – für jedes Scorpions-Mitglied eine. Ohne sich vorher noch einmal umzuziehen oder frisch zu machen ging es mit den Limousinen raus aus Coburg. Was war da los? Eigentlich hatten die Scorpions nach dem Konzert in einem edlen Hotel in Bamberg übernachten wollen. Doch kurzfristig änderten sie ihren Plan, wollten nachts noch nach Hannover (Klaus Meine und Gitarrist Rudolf Schenker) beziehungsweise Frankfurt (die anderen drei Scorpions). Im Tageblatt war von einer „Flucht aus Franken“ die Rede. Doch zur Ehrenrettung der Scorpions wurden später zwei Dinge erklärt: Die Band war zuvor lange in Asien auf Tour und wollte dann doch so schnell wie möglich nach Hause. Außerdem stand eine Tour in den USA bevor, und drei Band-Mitglieder benötigten noch ein Visa, das sie im amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt abholen mussten.
3. Ein Kaiser in Bad Rodach
Mit deutlich weniger Hektik als die Scorpions war Roland Kaiser unterwegs. Als er im August 2019 ein Konzert in Coburg gab, quartierte er sich bereits einen Tag vorher im Kurhotel in Bad Rodach ein. Mit dabei war nicht nur die komplette, 36-köpfige Bühnen-Crew, sondern auch Kaisers Frau Silvia. „Herr und Frau Kaiser haben die Ruhe in unserer freundlichen Kurstadt sehr genossen“, berichtete später Lutz Lange, der sowohl Chef des Kurhotels als auch der benachbarten Therme Natur ist. Und: „Sie haben gesagt, dass sie mal wieder kommen.“ Vielleicht klappt es dann ja auch mit einem Besuch der Therme, die sie sich 2019 nur von außen anschauen konnten.
4. Kein Forster in Bad Rodach
Außer Roland Kaiser war im Sommer 2019 auch Mark Forster zu Gast in Coburg. Ein besonders großer Fan glaubte wie folgt kombinieren zu müssen: Wenn Roland Kaiser in Bad Rodach übernachtet (siehe Anekdote 3), dann tut dies Mark Forster auch. Also fuhr dieser Fan (Geschlecht unbekannt, aber vermutlich weiblich) nach dem Konzert zum Kurhotel. Dort rüttelte die Person an der Eingangstür. Doch ein Hotel-Mitarbeiter musste enttäuschen: Mark Forster war hier nicht! Stattdessen war er gleich nach dem Konzert nach Hause gefahren.
5. Der bescheidene Hubert
Hubert von Goisern reiste 2015 mit einem großen Bus an. Vorher hatte er noch den Wunsch geäußert, dass ihm ein Hotelzimmer zur Verfügung gestellt wird, in dem er sich am Nachmittag noch etwas ausruhen kann. Daraufhin wurde für ihn ein Zimmer in Coburgs bestem Hotel gebucht. Doch als Hubert von Goisern am Schlossplatz eingetroffen war und erfuhr, wie weit entfernt dieses Hotel liegt, änderte er den Plan: Er ging stattdessen in das kleine Zimmer eines benachbarten Gasthauses, das eigentlich nur als sogenanntes „Duschzimmer“ für Mitarbeiter reserviert war. Doch Hubert von Goisern war völlig zufrieden mit diesem ganz einfachen Zimmer.
6. Schöner als in Schweden?
Dass Künstler vom tollen Ambiente schwärmen, kommt häufig vor. Besonders viel geschwärmt wurde 2018. Die Kelly Family fand, dass Coburg „die schönste Stadt“ sei, die man bislang in Deutschland gesehen habe – und Johannes Strate von Revolverheld sagte, während er den Blick über den Schlossplatz schweifen ließ: „Wie schön ihr es hier habt!“ Anschließend textete er im Lied „Lass uns Geh’n“ eine Zeile um: Statt vom „Sommer in Schweden“ träumte er lieber vom „Sommer in Coburg“.
7. Das kürzeste Konzert
US-Rockröhre Pink war 2007 auf dem Schlossplatz – und die meisten Zuschauer verbinden bis heute vor allem einen Umstand damit: Es dürfte das kürzeste aller Open-Airs gewesen sein. Bereits nach einer Stunde war Schluss.
8. Der längste Vorverkauf
Corona ist Schuld an einigen verrückten „Rekorden“. Beispiel: Am 14. August 2019 begann der Kartenvorverkauf für das im August 2020 geplante Konzert mit Sarah Connor. Jetzt dauert es aber bis diesen Donnerstag (25. August 2022), ehe das Konzert tatsächlich stattfinden kann. Eine dreijährige Vorverkaufszeit – das gab’s noch nie. Und wird es hoffentlich auch nie wieder geben.
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