Föhnfrisur, Brust-Toupet, schillernde Outfits und die passende Persönlichkeit – Dieter Thomas Kuhn ist eine echte Schlagerikone. Im August kommt der 59-Jährige mit seiner Band zum HUK-Open-Air-Sommer nach Coburg. Im Interview mit dem Tageblatt verrät er, welchen Schnapps er vor seinen Auftritten immer trinkt, was seine Tochter von der Musik des Papas hält und was das Rezept seines Erfolges ist.
Herr Kuhn, Sie sind Schwabe. Heißt das, Sie mögen Maultaschen und eine gute Rabattaktion?
Maultaschen – absolut und auch gerne klassisch. Wobei der Schwabe an sich eigentlich nicht zu viel Spinat in seinen Maultaschen mag. Ich mag aber tatsächlich mehr Spinat als Hackfleisch. Rabattaktionen habe ich bisher nicht so verfolgt.
In Coburg haben wird kulinarisch auch einiges zu bieten. Stichwort Bratwurst. Können Sie dem auch was abgewinnen?
Ich liebe die fränkische Küche. Schäuferla und Bratwurst, das muss bei einem Besuch schon sein.
Fanclub in Coburg
Haben Sie denn Zeit im Sommer sich Coburg auch mal näher anzuschauen?
Das habe ich schon schwer vor. Es ist schon lange her, dass wir das letzte Mal da waren. Damals waren wir nicht so frei, uns die Städte etwas anzuschauen. Inzwischen versuchen wir von der Stadt, in der wir spielen, auch etwas mitzunehmen.
Wissen Sie eigentlich, dass Sie in Coburg ein paar Hardcore Fans haben?
Ehrlich? Das ist mir so nicht bewusst.
Einige reisen Ihnen sogar nach.
Ist das wahr? Ich weiß, dass wir in den 90er Jahren eine Fanbase hatten. Aber ich dachte, das hat sich zerschlagen. Das freut mich besonders! Wir freuen uns auch sehr auf Coburg.
Seit an die 30 Jahre sind sie als Schlagersänger erfolgreich. Wie viel Thomas Kuhn steckt inzwischen in Dieter Thomas Kuhn?
In den Anfangsjahren habe ich mich immer so geziert und „Dieter Thomas Kuhn“ als reine Kunstfigur für die Bühne gesehen. Ich musste aber feststellen, dass es die reine Bühnenfigur nicht gibt, da steckt mittlerweile ganz viel vom Thomas drin.
Wo kommt denn eigentlich der Dieter her?
Den haben wir uns vom Dieter Thomas Heck geklaut. Er hat den Schlager in Deutschland geprägt wie kein anderer. Also hatten wir die Idee, uns den Dieter von ihm einfach zu klauen.
Glitzeranzüge, Plateauschuhe, Föhnfrisur, Brusthaar-Toupet: Ist ihr Look eher ein Tribut an den Schlager oder veräppeln Sie ihn ein klein wenig?
Unsere Aufmachung, die wir von Anfang an hatten, ist eine ironische Interpretation der 70er Jahre. Es war mit Ironie zu verstehen, aber nicht als Verarschung! Wann wir diesen Pfad ein bisschen verlassen haben, weiß ich selbst nicht mehr. Aber ich hoffe, dass es viele nach wie vor mit dem lachenden Auge sehen. Denn das ist nach wie vor die Ebene, auf der wir von Anfang an unterwegs waren.
Hören Sie eigentlich Ihre eigene Musik?
Als Musiker hört man seine eigenen Sachen eher selten.
Was hören Sie denn privat sonst so?
Ich bin ein Freund von John Mayer. Aber ich bin auch ein Kind aus den 70ern und höre deshalb gerne Floyd, die Beatles. Aber das heißt nicht, dass ich nur das alte Zeug höre. Ich höre auch wirklich gerne Miley Cyrus.
Da freut sich Ihre Tochter sicher. Was sagt sie denn eigentlich zu der Musik, die der Papa macht? Sie haben doch sogar im vergangenen Jahr auf ihrer Abifeier gespielt.
Sie ist total aufgeschlossen. Im vergangenen Jahr war sie sogar mit uns Tour. Es hat ihr viel Spaß gemacht, unsere Performance zu sehen. Für den Papa schämt sie sich also absolut nicht. (lacht)
Tritt sie auch mit Ihnen auf?
Aufgetreten ist sie nicht. Aber sie hat uns zwei, dreimal Ramazzotti auf die Bühne gebracht. Das war ihr Wunsch. Ich fand das sehr lustig.
Ihre Föhnfrisur ist fast schon legendär. Ist die denn noch echt?
Natürlich! Aber da wurde immer wieder gemunkelt. Es ist aber alles noch Echthaar – bei uns allen. Außer beim Schlagzeuger, aber der hat gar keine Haare mehr und geht damit offen um.
Dann müssen Sie mal ihre Haarpflegeroutine verraten.
Bei manchen Männern geht es in den 20ern los mit dem Haarausfall. Ich glaube, ich hatte, glaube ich, einfach Glück.
Wie lange brauchen Sie noch in der Maske?
Inzwischen nicht mehr so lange. In 20 Minuten ist meine Frisur fertig.
Wie steht es mit den Outfits? Liegt das für Coburg schon bereit?
Da sind wir wieder Schwaben. Wir tragen seit über zehn Jahren dieselben Anzüge. Die werden aber natürlich gereinigt. Ich werde meinen vom letzten Jahr tragen, wenn ich noch reinpasse.
Haben Sie eigentlich ein Ritual, bevor Sie auf die Bühne gehen?
Unser Ritual ist schon uralt. Zwei Stunden vor der Show fangen wir in der Garderobe an, uns fertig zu machen. Und eine Stunde vorher gibt es das erste Gläschen Ramazzotti, da sind alle Bandmitglieder mit dabei.
Sicher eisgekühlt, oder?
Gekühlt und mit Zitrone!
Das Motto der Tour ist „Das Festival der Liebe“. Worauf dürfen sich die Coburger Fans beim Konzert freuen?
Es gibt Altbewährtes, darauf freuen sich die Fans. Es ist unser Rezept, dass wir über die Zeit wenig verändert haben – außer, dass wir nun älter sind. Wir hatten es in den letzten Jahren mal probiert, mussten aber feststellen, dass zu viel Veränderung nicht guttut. Aber die Bühne wird größer sein und uns so etwas mehr Platz geben. Und wir haben auch ein paar neue Songs im Gepäck.
Infos zum Konzert und Ticketverkauf
Dieter Thomas Kuhn und Band spielen am 24. August auf dem Schlossplatz ihr neues Programm „Festival der Liebe“. Mit im Gepäck: Cover-Versionen von Hits wie „Über den Wolken“, „Sag mir Quando“, „Wunder gibt es immer wieder“ oder auch „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. Alles verpackt mit einer Prise Ironie.
Karten gibt es bei folgenden Verkaufsstellen: Stache Buchhandlung (Rödental und Neustadt), Frankenwald Tourismus Service Center (Kronach), Lotto Hümmer (Hallstadt), Kartenkiosk Bamberg (Bamberg), bvd Kartenservice (Bamberg) oder online. Die Preise starten ab 64,90 Euro (Stehplatz). Mehr Informationen zum Open-Air-Sommer finden Sie hier.
Lesen Sie auch:















