Plakate verkünden es bereits überall in der Stadt: Am Freitag, 11. November, findet im Kongresshaus eine Show namens „Voices of Brazil“ statt. Zur Erinnerung: So hieß im Juli 2021 auch die Ersatzveranstaltung für das Samba-Festival, das wegen Corona abgesagt werden musste.
Deshalb drängen sich nun mehrere Fragen auf: Wird da im November ein kleines Samba-Festival gefeiert? Spielt das Datum eine Rolle, weil ja am „11. 11.“ der Fasching beginnt? Oder könnte das Spektakel auch damit zu tun haben, dass Rolf Beyersdorf, der Macher des Samba-Festivals, kurz zuvor seinen 60. Geburtstag feiert?
Lebensfreude vermitteln
Nun, eigentlich ist es eine Mischung aus allem. Nini Beyersdorf, die Frau von Rolf, nennt im Gespräch mit dem Tageblatt aber noch einen weiteren Beweggrund, der sogar über allen anderen steht: „Der November ist grau, und überall gibt es zurzeit auch noch negative Nachrichten – da wollen wir, dass die Menschen etwas Freude haben. Deshalb feiern wir die lateinamerikanische Kultur!“ Denn die lateinamerikanische Kultur stehe nun einmal für Lebensfreude und jede Menge Rhythmus, Show und Farbenpracht.
„Coburger Mohr“ und „Effect’s“ sind auch mit dabei
Welche „Farbtupfer“ können die Besucherinnen und Besucher am 11. November erwarten? Zunächst einmal freuen sich Nini und Rolf Beyersdorf, dass es unter anderem Gardetanz-Einlagen vom „Coburger Mohr“ und von den „Effect’s“ geben wird. Damit trifft sozusagen die fränkische Fastnacht an diesem Abend auf den Karneval aus Rio. Auch die Narrhalla München, mit denen die Beyersdorfs seit Jahren eine enge Freundschaft pflegt, ist mit einer Tanzgruppe dabei. Von „Ninis Tanzfabrik“, dem Tanzstudio von Nini Beyersdorf, gibt es ebenfalls etwas zu sehen. Und: Auch Nini selber wird – als „Nice Ferreira“ – auftreten, ebenso wie zwei Sambatänzerinnen beziehungsweise Karnevalsprinzessinnen aus Rio.
Eine Hymne fürs Maracanã
Als „Top-Act“ des Abends darf Neguinho da Beija-Floe bezeichnet werden. Der 73-Jährige ist in Brasilien ein Star, und Rolf Beyersdorf bezeichnet ihn stolz als „meinen alten Freund“.
Um zu verdeutlichen, welchen Status Neguinho da Beija-Floe rund um den Zuckerhut genießt, seien zwei Anekdoten erzählt. Erstens: Im „Maracanã“, dem legendären Fußballstadion von Rio, gibt es eine Hymne, die bei jedem Spiel nicht nur einfach gesungen, sondern regelrecht zelebriert wird – vergleichbar mit dem „You’ll never walk one“, das beim FC Liverpool erklingt. Der „Maracanã“-Song stammt von eben jenem Neguinho da Beija-Floe.
Neulich wurde am Stadion in Rio sogar eine Gedenktafel enthüllt, die auf den besonderen Status dieses Liedes verweist – bei der Enthüllung war außer Neguinho da Beija-Floe auch Pelé dabei, Brasiliens bester Fußballer aller Zeiten.
Ein Tänzchen mit Charles
Die zweite Anekdote ist etwas älter: 1978 war der damalige Prinz Charles zu Besuch in Rio. In einer Sambaschule wurde der heutige König Charles III. zum Tanz aufgefordert. Das dazugehörige Video steht aktuell wieder hoch im Kurs (YouTube: Suchbegriffe „Charles“ und „Samba“ – das reicht!). Zu sehen ist der tanzende Prinz – und zu hören ist Neguinho da Beija-Floe, der dazu singt.
Ein weiterer Gast am Freitag, 11. November , ist Vando Oliveira. Der brasilianische Sänger wohnt inzwischen in München und ist vor allem bei Landsleuten beliebt, die ebenfalls in Deutschland leben.
Infos zum Kartenvorverkauf
Termin Am Freitag, 11. November, findet im Kongresshaus Rosengarten „Voices of Brazil“ statt. Beginn ist um 18.30 Uhr, der Eintritt kostet 25 Euro. Karten sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich in „Ninis Tanzfabrik“ (Kleine Johannisgasse 1), bei „Beach Waxing/Brazilian Waxing“ (Rodacher Straße 7) sowie online: samba-festival.de
Film Im Laufe des „Voices of Brazil“-Abends feiert der Film „30 Jahre Coburg Samba-City“ seine Premiere. Zu sehen sind darin viele Bilder aus den Anfangsjahren des Festivals und auch der eine oder andere Blick hinter die Kulissen. Der 45-minütige Streifen stammt von Detlef König; das Material aus den 1990er Jahren hat Uli Graf beigesteuert.
Lesen Sie auch:
















