„Wir haben Großes vor!“ So steht es auf einem Banner geschrieben, das jetzt unter anderem vor dem Rittersteich-Schlösschen in Coburg aufgestellt worden ist. Das Banner ist Teil einer Werbekamapagne, mit der das Staatliche Bauamt neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen möchte. Laut Banner sind derzeit vor allem Bewerbungen im Bereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Architektur erwünscht.
Bebildert ist das besagte Banner mit dem Landestheater Coburg. Denn auch die Sanierung dieses Gebäudes zählt zum großen Aufgabengebiet des Staatlichen Bauamts.
„Ja, wir machen zahlreiche interessante Projekte“, sagt Sabrina Hörl vom Staatlichen Bauamt Bamberg auf Anfrage des Coburger Tageblatts. Genau dies solle auch mithilfe der Werbekampagne verdeutlicht werden. „Denn viele Menschen wissen oft gar nicht, wofür das Staatliche Bauamt alles zuständig ist.“
Eine komplett falsche Schlussfolgerung aus der Kampagne wäre allerdings, dass auch ganz konkret für die Sanierung des Landestheaters noch Personal gesucht werde. „Nein“, sagt Sabrina Hörl, „unser Planungsteam für die Theater-Sanierung steht!“ Man habe das Bild des Landestheaters lediglich deshalb ausgewählt, weil es nun einmal zu den größten Projekten der kommenden Jahre zählen dürfte.
Sanierung des Landestheaters
Zur Sanierung des Landestheaters Coburg hatte vor wenigen Ulrich Delles, der Leiter des Staatlichen Bauamts Bamberg, einen Sachstandsbericht gegeben. Demnach werde alleine die Planungszeit voraussichtlich bis 2030 dauern. Die anschließende Bau- und Sanierungsphase werde dann weitere fünf bis sechs Jahre in Anspruch nehmen.
Das Landestheater Coburg ist zwar bereits seit Mitte 2023 geschlossen. Doch erst im Februar 2024 hatte das zuständige Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr dem Staatlichen Bauamt Bamberg den entsprechenden Planungsauftrag für die Sanierung gegeben.
Aktuell befindet sich das Projekt in der sogenannten Projektphase 2. Bis Ende 2024 sollen die bestehenden Verträge des Objektplaners und der Fachplaner angepasst und die noch zu vergebenden Planungsleistungen ausgeschrieben werden.
Teure Theater-Sanierung in Coburg: Es gibt „Notbremsen“
Ab 2025 soll das Architektenbüro mit der Unterstützung der Fachplaner den Vorentwurf erstellen. Dieser muss anschließend sowohl vom bayerischen Landtag als auch vom Coburger Stadtrat freigegeben werden. Umgangssprachlich wird in diesem Zusammenhang von einer „Notbremse“ gesprochen: Diese kann – und zwar von beiden politischen Gremien – gezogen werden, wenn der Vorentwurf speziell mit Blick auf die Kosten als nicht darstellbar angesehen wird.
Sollte keine „Notbremse“ gezogen werden, erfolgt basierend auf diesem Vorentwurf die konkrete Projektplanung. Auch diese muss anschließend aber noch einmal von Landtag und Stadtrat abgesegnet werden. In die Finanzierungsvereinbarung wurde also noch eine weitere „Notbremse“ eingebaut.
Das Team des Staatlichen Bauamts, das sich in den kommenden Jahren um die Planung für die Landestheater-Sanierung kümmert, wird nicht von der Bamberger Zentrale aus arbeiten. Stattdessen soll es in der Coburger Außenstelle des Staatlichen Bauamts am Rittersteich in Coburg („Rittersteichschlösschen“) angesiedelt werden, wie Ulrich Delles angekündigt hat.
Was macht das Staatliche Bauamt?
Das Staatliche Bauamt Bamberg kümmert sich mit seinen beiden Fachbereichen Hochbau und Straßenbau in Westoberfranken um die staatlichen Hochbauten des Bundes und des Landes und um die überörtliche Straßeninfrastruktur der Bundes- und Staatsstraßen. Viele weitere Informationen gibt es hier
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