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Dreharbeiten im Januar 2026
Coburger Landestheater wird zur Filmkulisse
Landestheater Coburg
Im Landestheater am Coburger Schlossplatz steht seit zweieinhalb Jahren leer. Hier der Blick von der Bühne in den Zuschauerraum – fotografiert im April 2024 von der Opernsängerin Kora Pavelić. // Foto: Kora Pavelić
Coburg – Das lange Warten auf die Sanierung des Gebäudes mag für Theaterfans traurig sein – doch für Filmemacher ist es ein Glücksfall. Wer was im Januar dreht und warum viele Statisten gesucht werden.

Rubinrot, Saphirblau, Martin Luther, Stereo, Der Flieger – die Liste an Filmen, die in Coburg gedreht wurden, ist lang. Und sie wird bald noch ein bisschen länger: Vom 13. bis zum 23. Januar 2026 wird in Coburg der Film „Die Todessehnsucht der Maria Ohm“ gedreht. Als Kulisse dient das leerstehende Landestheater. „Wir werden das Theater in seine alte Zeit versetzen“, sagt die Regisseurin Silvana Santamaria und meint damit: Plötzlich wird auf der Bühne wieder gespielt werden – und im Zuschauerraum werden Zuschauer sitzen.

Landestheater Coburg wird zur Filmkulisse

Landestheater Coburg wird zur Filmkulisse: Vorfreude auf Dreharbeiten im Januar 2026

„Wir sind sehr dankbar, in diesen schönen Räumen drehen zu dürfen“, sagt Silvana Santamaria. Gleichzeitig sagt sie: „Es ist so traurig, dass das Theater zurzeit leer steht.“ Für die Filmemacher ist aber genau das natürlich ein Glücksfall. Wo sonst könnte man zwei Wochen lang recht ungestört in einer solchen Kulisse drehen?

„Die Todessehnsucht der Maria Ohm“: Um was geht es in dem Film?

In „Die Todessehnsucht der Maria Ohm“ geht es um eine Schauspielerin, die sehr intensiv für ein Kleist-Stück probt. Irgendwann verschwimmen aber die Grenzen zwischen der Kunst und der Realität. Der Film ist angelegt als poetisches Drama mit tragikomischen Elementen und spielt – logischerweise – überwiegend in einem Theater.

Landestheater Coburg
Das Landestheater Coburg steht seit Mitte 2023 leer. Hier der Blick vom dritten Rang hinunter zur Bühne – fotografiert im April 2024 von der Opernsängerin Kora Pavelić. // Foto: Kora Pavelić

Dass ausgerechnet das Coburger Landestheater als Kulisse ausgewählt wurde, liegt nicht zuletzt an Rainer Begoihn, der das Drehbuch zusammen mit Sarah Maria Sander geschrieben hat. „Er kannte das Theater“, erzählt Silvana Santamaria , „und er wusste auch, dass es leer steht.“ Also fragte er nach.

Regisseurin ist begeistert von Coburg

Seitens der Stadt Coburg werden derartige Anfragen von Film- und Fernsehteams durch „Coburg Marketing“ betreut. Sprich: Die Anfrage landete bei Michael Selzer auf dem Tisch. Nach einem gemeinsamen Ortstermin in Coburg gab Begoihn der Regisseurin das Signal, dass die Location wirklich passen könnte. Inzwischen war auch Silvana Santamaria selbst schon zweimal in Coburg. „Aber gleich beim ersten Mal habe ich gesagt: Das nehmen wir!“

Filmdreh in Coburg: Statisten gesucht

Die Vorbereitungen laufen seitdem auf Hochtouren. Benötigt werden allen voran noch bis zu 100 Statisten. Diese Statisten werden aber nicht nur in den Genuss kommen, endlich mal wieder das Landestheater von innen zu sehen und zu erleben. Sie werden auch mehreren bekannten Schauspielern sehr nahekommen. 

Die Hauptrolle spielt Vivien König. Die 1998 in Hessen geborene Schauspielerin kennt man vor allem aus dem Fernsehen. So spielte sie etwa die Hauptrolle in „Inga Lindström: Die vergessene Hochzeit“ (2024) oder war in den TV-Serien „Lena Lorenz“ und „Die Bergretter“ (jeweils 2025) zu sehen.

Julia Jentsch spielte Sophie Scholl

Für eine weitere wichtige Rolle konnte Julia Jentsch gewonnen werden. Ihren Durchbruch schaffte sie mit „Die fetten Jahre sind vorbei“ (2004). In diesem vielfach preisgekrönten Film spielte Julia Jentsch die Hauptrolle.  2005 bekam sie es mit einer besonders herausfordernden Rolle zu tun: In „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ spielte sie die Widerstandskämpferin Sophie Scholl – und wurde anschließend mit Preisen überhäuft: Auf der Berlinale bekam sie den „Silbernen Bären“ als beste Schauspielerin, ebenso wurde sie mit dem Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin sowie dem Europäischen Filmpreis als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Weitere Rollen in „Die Todessehnsucht der Maria Ohm“ haben Rainer Begoihn, Anela Luzi und Tyron Ricketts. Letzterer gehörte von 2006 bis 2009 zum Ermittlerteam der ZDF-Erfolgsserie „Soko Leipzig“.

Premiere bei der Berlinale oder in Cannes?

Nach den Dreharbeiten im Januar in Coburg wird es noch einige Zeit dauern, bis der Film fertig ist. Seine Premiere soll „Die Todessehnsucht der Maria Ohm“ dann möglichst bei einem renommierten Filmfestival feiern – „Berlinale, Venedig oder Cannes“, wie Silvana Santamaria erklärt.

Landestheater Coburg
Das altehrwürdige Landestheater in Coburg muss saniert werden. Doch das könnte noch länger dauern als ohnehin schon befürchtet. // Foto: Oliver Schmidt

Aber was sind schon Berlin, Venedig oder Cannes gegen Coburg?! „Ja, es ist wirklich eine unglaublich schöne Stadt“, sagt die Regisseurin. Sie sei regelrecht „verwundert“ gewesen, wie viele schöne, alte Häuser es gibt. „Deshalb haben wir sogar kurz überlegt, ob wir noch mehr Szenen in Coburg drehen könnten.“ Doch letztlich habe das Budget das nicht hergegeben. Bereits bei zwei Wochen Dreharbeiten ist der Aufwand enorm. So wird im Januar ein rund 30-köpfiges Filmteam anreisen, um dem leerstehenden Landestheater endlich mal wieder etwas Leben einzuhauchen.

Wie zu hören ist, soll aber zumindest eine Szene auch im Freien gedreht werden: an den Arkaden am Coburger Schlossplatz.

Kinofilm: „Die Todessehnsucht der Maria Ohm“

  • Drehbuch: Rainer Begoihn und Sarah Maria Sander
  • Besetzung: Vivien König (Maria Ohm), Rainer Begoihn (Hendrik Klee), Anela Luzi (Jeanne), Tyron Ricketts (Immanuel), Julia Jentsch (Gaia)
  • Regie: Silvana Santamaria
  • Zur Handlung: Maria ist Theaterschauspielerin in Berlin. Sie steckt in den Proben für das Stück „Penthesilea“ von Heinrich von Kleist und kämpft mit den Regieanweisungen. Als ob das nicht schon herausfordernd genug wäre, muss sie auch noch mit den Nachwehen eines Kindheitstraumas fertig werden: dem frühen Tod ihres Vaters. Denn seitdem ist sie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens oder zumindest nach jemandem, der ihr erklären kann, warum es gar keinen Sinn gibt. Mitten in den Proben merkt sie: Die Tragik auf der Bühne spiegelt ihre eigene Krise nur zu genau wider. Und dann trifft sie Hendik Klee, einen Philosophen. Gemeinsam beginnen sie, ihr Leben in ein ästhetisches Experiment zu verwandeln.

 

 

 

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