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Erinnern an Panzersperren
Samba-Festival: Coburgs neue Schutzmaßnahmen
Straßensperren für das Coburger Sambafestival
Die Straßensperren von Stahlkontor aus Hagen erinnern an Panzersperren. Die Modelle hier wiegen pro Stück 200 Kilogramm. // Foto: Julia Scholl
Coburg – Groß, gelb und schwer: Beim Samba-Festival kommen neue Straßensperren zum Einsatz. Wie Stadt, Polizei und Veranstalter damit für mehr Sicherheit sorgen wollen.

Am Wochenende verwandelt sich die Stadt wieder in eine große brasilianische Partymeile. Doch wie sichert man eine Veranstaltung, die sich über ein weitläufiges Gelände erstreckt und über mehrere Tage geht? Eine Frage, die Stadt, Polizei und Veranstalter beschäftigt.

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Beim ersten Samba-Festival war das Sicherheitskonzept vier Seiten lang. Dieses Jahr sind es 110 Seiten inklusive Verkehrskonzept.

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Thomas Apfel Festivalsprecher

Schutz vor Überfahrten

Magdeburg, Mannheim, Stuttgart: Immer wieder rasen Autos in Menschenmengen – teils mit Vorsatz, teils Unfall. Doch alle Vorfälle haben eines gemeinsam: Es gab in der Summe hunderte Verletzte und auch einige Tote. Es gibt zwar keine konkrete Gefährdungslage, sagt Coburger Polizeichef Ralf Neumüller auf dem Gelände des CEB, allerdings müsse man den Ereignissen der letzten Jahre Rechnung tragen und deshalb spreche man deutschlandweit bei Großevents von einer „erhöhten abstrakten Gefahr“. Und es stelle sich die Frage nach angemessenen zusätzlichen Schutzkonzepten, auch zum Schutz vor sogenannten Überfahrttaten.

Straßensperren für das Coburger Sambafestival
Ralf Neumüller, Leiter der Polizeiinspektion Coburg, Rolf Beyersdorf, Geschäftsführer der Sambaco GmbH und Thomas Apfel, Festivalsprecher, (von links) informieren über das Sicherheitskonzept. // Foto: Julia Scholl

„Beim ersten Samba-Festival war das Sicherheitskonzept vier Seiten lang. Dieses Jahr sind es 110 Seiten inklusive Verkehrskonzept“, sagt Thomas Apfel, Festivalsprecher. Teil des Konzeptes ist auch eine Neuanschaffung der Stadt Coburg. 

Groß, gelb und schwer

Wie Kai Holland, Leiter des Ordnungsamtes erläutert, hat die Stadt Coburg nun für ein Jahr 25 sogenannter „Iron Blox“ der Firma Stahlkontor aus Hagen (bei Dortmund) gemietet. Kosten: 35.000 Euro. 

„Wir haben uns lange Gedanken gemacht und uns schließlich für die Iron Blox entschieden“, sagt er. Die Module, die an Panzersperren erinnern und farblich im Coburger Gelb gehalten sind, sind etwa einen Meter breit und 70 Zentimeter hoch und wiegen jeweils 200 Kilogramm.

Straßensperren für das Coburger Sambafestival
Über die Iron Blox kommt noch eine Hülle. // Foto: Julia Scholl

Ein Jahr lang hat Roman Litschmann mit seiner Firma Stahlkontor aus Hagen die Sperren entwickelt. Die Teile aus Stahl lassen sich miteinander verbinden und können so an die Zufahrten angepasst werden – für jede Breite und auch für unebenen Untergrund. Beim Aufprall verkeilt sich das System und leitet die Energie ab und stoppt das Fahrzeug nach weniger als zehn Metern. Schutzhüllen sollen das Verletzungsrisiko an offenen Kanten minimieren und bei längerem Einsatz auch die Ansammlung von Schmutz verhindern. 

Stahlkontor bei einer Demonstration der Straßensperren

Die Sperren werden in der Innenstadt – unter anderem in der Ketschengasse, aber auch am Schlossplatz – zum Einsatz kommen. Ergänzend werden, wie bei anderen Festen zuvor schon, auch Betonblöcke eingesetzt. 

Was passiert im Fall eines Rettungseinsatzes?

Bei der Auswahl der neuen Sperren musste auch bedacht werden, dass die Sperren bei Bedarf zur Seite geräumt werden können. „Zum Beispiel im Fall eines Rettungseinsatzes oder auch bei Anliegern“, erläutert Holland. Deshalb haben sie Rollen. 

Straßensperren für das Coburger Sambafestival
Die Straßensperren von Stahlkontor aus Wiesbaden erinnern an Panzersperren. Die Modelle hier wiegen pro Stück 200 Kilogramm. // FOTOGALERIE Foto: Julia Scholl
Straßensperren für das Coburger Sambafestival
Ralf Neumüller, Leiter der Polizeiinspektion Coburg, Rolf Beyersdorf, Geschäftsführer der Sambaco GmbH und Thomas Apfel, Festivalsprecher, (von links) informieren über das Sicherheitskonzept. // FOTOGALERIE Foto: Julia Scholl
Straßensperren für das Coburger Sambafestival
Thomas Apfel, Festivalsprecher, informieren über das Sicherheitskonzept. // FOTOGALERIE Foto: Julia Scholl
Straßensperren für das Coburger Sambafestival
Roman Litschmann von Stahlkontor erklärt die Funktion der Iron Blox. // FOTOGALERIE Foto: Julia Scholl
Straßensperren für das Coburger Sambafestival
Über die Iron Blox kommt noch eine Hülle. // FOTOGALERIE Foto: Julia Scholl
Straßensperren für das Coburger Sambafestival
Über die Iron Blox kommt noch eine Hülle. // FOTOGALERIE Foto: Julia Scholl
Straßensperren für das Coburger Sambafestival
25 Stück hat die Stadt für ein Jahr gemietet. // FOTOGALERIE Foto: Julia Scholl
Straßensperren für das Coburger Sambafestival
25 Stück hat die Stadt für ein Jahr gemietet. // FOTOGALERIE Foto: Julia Scholl

„Wir bitten an dieser Stelle schon vorab um Verständnis, dass es vielleicht etwas mehr Behinderungen geben wird“, warnt Kai Holland vor. Bei konkreten Anliegen könne man dem Ordnungsamt noch vor Festivalstart eine E-Mail schreiben (ordnungsamt@coburg.de). Fußgänger, Radfahrer und Rollstuhlfahrer könnten jedoch problemlos passieren, so Stahlkontor. 

Samba-Festival Coburg
Samba-Festival Coburg: Trommeln für den Frieden // Foto: Oliver Schmidt

Wie Roman Litschmann erläutert, könnten die Sperren innerhalb von zwei Minuten zur Seite geräumt werden. Dafür wird an den Sperren geschultes Personal platziert. Das stellt Sambaco als Veranstalter bereit.  „Wir rechnen mit 18 bis 20 Personen mehr am Wochenende pro Stunde“, sagt Rolf Beyersdorf. Zusätzlich werden am Wochenende Polizei und Sicherheitsdienste im Einsatz sein.

Eine Leihgebühr müssen die Veranstalter für die Sperren übrigens nicht zahlen, sagt Holland. Allerdings müssen sie das Personal stellen und die Kosten für den Auf und Abbau übernehmen. 

„Ohne diese Sperren hätte es in diesem Jahr kein Samba-Festival gegeben“, sagt Festival-Sprecher Thomas Apfel. Wie sehr die Kosten den Sambaco-Geldbeutel dennoch belasten werden, lässt sich noch nicht abschätzen, erläutert Beyersdorf. Sicher helfen wird auch hier eine erneute Finanzspritze vom Freistaat Bayern. „Das ist eigentlich unsere Rettung“, sagt Beyersdorf. 

Finanzielle Unterstützung vom Freistaat

Eigentlich sollte es eine einmalige Finanzspritze sein: 2024 hatte die Sambaco GmbH für das Samba-Festival 50.000 Euro bekommen. Doch auch in diesem Jahr erhält das internationale Samba-Festival Coburg erneut finanzielle Unterstützung in Höhe von 50.000 Euro. Dabei handelt es sich um eine Zuwendung zur Projektförderung „Förderung der oberfränkischen Kultur-Szene (Samba-Festival)“. 

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