Die Welt ist wieder in Ordnung auf dem Naturspielplatz in Scheuerfeld, im Wohngebiet Mittelberg. Wenn Hubert Niestroy mit seinen beiden Hunden, Leo und Lotta, seine tägliche Runde dreht, am Spielplatz vorbei, hört er wieder Kinder, die lachen, und sieht durch eine dichte Hecke Eltern, die sich mit anderen Eltern austauschen.
„Wie sagt man neudeutsch? – wieder alles gut“, kommentiert der Vorsitzende des Bürgervereins Coburg-Scheuerfeld. Auch auf Instagram postet der Bürgerverein jüngst: „Der Naturspielplatz am Mittelberg ist – nach der Instandsetzung im Herbst – wieder geöffnet und wartet auf freudige Kinder ...“ Passt also alles wieder?
Spielplatz in Scheuerfeld: Tiefe Radspuren rissen den Boden auf
Vor gut fünf Monaten indes, im vergangenen Herbst, war die Welt auf dem Spielplatz nicht mehr in Ordnung. Das lag nicht am regen- und nebeldurchfluteten November, der witterungsbedingt eher wenig Anlass gab, einen Ausflug mit Kindern zu unternehmen.
Vielmehr verhinderte der Fahrvandalismus Unbekannter den Zugang zum Naturspielplatz mit Spielgeräten aus Holzstämmen, der erst einen Monat davor, im Oktober, eingeweiht worden war. Der Platz musste über den Winter gesperrt werden. Tiefe Furchen sezierten einen Bereich der Wiese. „Man könnte weinen – ich kann diese Dummheit nicht nachvollziehen“, sagte damals Hubert Niestroy, der sich mit dem Bürgerverein sehr für den Spielplatz eingesetzt hatte.
Bei einem Erkundungsbesuch vor Ort, sah man am Eingang ein rot-weißes Absperrbanner und ein Schild mit dem Hinweis vom Grünflächenamt der Stadt Coburg: „Aufgrund der nassen Witterung haben wir die entstandenen Fahrspuren wieder ausgebessert und frisch angesät.“ In den nächsten Tagen könne der Spielplatz leider nicht betreten und genutzt werden. Wann der Spielplatz nun endlich wieder freigegeben werde, sei abhängig vom Wetter und der Schneelage im Winter, erklärte Stadtsprecher Louay Yassin.
Wie gerufen zum Frühlingsstart ist der Spielplatz wieder zugänglich. Laut Niestroy seit gut zwei Wochen. Er klingt sichtlich erleichtert. „Der Platz wird wieder sehr freudig genutzt – zum Glück ist die Sache rückblickend glimpflich ausgegangen.“ Die beschädigte Wiese habe sich schneller erholt als erwartet. „Der Winter war relativ trocken und es war nicht zu matschig.“
Hinweise von einer anonymen Quelle bestärken den Verdacht
Niestroys Unmut über den Vorfall im Herbst speist sich auch aus seinem langjährigen Engagement für den Naturspielplatz. Der Weg dahin war lang: Vor sechs Jahren seien Niestroy und seine Frau Angela Niestroy, die sich ebenfalls im Bürgerverein Scheuerfeld engagiert, gefragt worden, ob es nicht die Möglichkeit gebe, im Neubaugebiet Mittelberg einen Spielplatz zu bauen. „Die Idee stieß bei manchen Anwohnern nicht unbedingt auf Liebe“, sagte Niestroy nach der Eröffnung dem Tageblatt. Nach gescheiterten Mediationsgesprächen sah es zwischenzeitlich nicht gut aus für das Projekt. Eine Idee vom städtischen Bauamt leitete dann das Happy End ein.
Wer das Happy End mit seinem oder ihrem Fahrvandalismus zwischenzeitlich gefährdete – da hatte Niestroy relativ schnell eine Vermutung. Ihm wurden im Oktober Fotos von einer Quelle zugespielt, die namentlich nicht genannt werden möchte. Darauf zu sehen sind hinter den Fahrspuren bei den Holzgeräten zwei Kinder, eine Person und ein schwarzer Pkw. Wie Niestroy schildert, hat sich die Person bei ihm gemeldet, nachdem der Scheuerfelder Bürgerverein das Foto auf Facebook veröffentlicht hatte.
Nicht sicher ist, ob die Person auf dem Foto der alleinige Verursacher war, oder, ob es mehrere gab.
Inzwischen sind die Gesichter und das Autokennzeichen verpixelt. „Ich habe das Foto und den Vorfall an die Stadt Coburg übersendet. Und damit endete mein Mich-Kümmern“, sagt Niestroy. Ob diese Person für den entstandenen Schaden aufgekommen ist, weiß er nicht. „Ich habe die Thematik dann nicht mehr weiterverfolgt.“
Wer hat den Schaden bezahlt?
„Der Spielplatz ist wieder eröffnet, der Schaden wurde behoben und dem Verursacher in Rechnung gestellt“, teilt das Grünflächenamt der Stadt Coburg mit. Das Gras sei wieder angewachsen, durch die Feuchtigkeit allerdings noch nicht allzu widerstandsfähig. „Eine Einfahrtsperre wurde nicht aufgestellt. Sollte es zu weiteren derartigen Schäden kommen (wovon wir nicht ausgehen) könnte man auch noch einen Pfosten aufstellen“, so das Grünflächenamt. Die Welt ist also wieder in Ordnung auf dem Naturspielplatz in Scheuerfeld.













