Der neue Spielplatz in Scheuerfeld im Wohngebiet Mittelberg ist ein Naturspielplatz, das heißt die Spielgeräte bestehen fast nur aus Holz. Am 15. Oktober wurde er offiziell eröffnet. Doch der Weg dahin war lang.
Die Idee des Bürgervereins: Ein Spielplatz ohne Gefahren
Los ging alles vor sechs Jahren. Da seien der Vorsitzende des Bürgervereins Scheuerfeld Hubert Niestroy und seine Frau Angela Niestroy, die sich ebenfalls im Bürgerverein Scheuerfeld engagiert, gefragt worden, ob es nicht die Möglichkeit gebe, im Neubaugebiet Mittelberg einen Spielplatz zu bauen.
Beide seien sofort dafür gewesen, da der schon bestehende Spielplatz für die Mittelberger Kinder nicht gut zu erreichen sei, wie Hubert Niestroy sagt: „Hier waren damals schon an die 60 Kinder. Der andere Spielplatz in Scheuerfeld, der hinter der Kirche liegt, ist von Mittelberg gut 700 Meter entfernt und führt über die viel befahrende Bayernstraße. Das war für die Kinder natürlich nicht so prickelnd.“
Anwohner wollen keinen Spielplatz vor dem Haus
Die Idee sei zunächst gewesen, den neuen Spielplatz auf die Ausgleichsfläche für das Neubaugebiet Mittelberg zu setzen. Hubert und Angela Niestroy wohnen selbst im Neubaugebiet Mittelberg. Doch nicht alle der anderen Anwohner und Anwohnerinnen waren begeistert von einem Spielplatz, – der an ihr Grundstück grenzt: „Die Idee stieß bei manchen Anwohnern nicht unbedingt auf Liebe“, wie Hubert Niestroy sagt.
Bürgerversammlung: Mediationsgespräche scheitern
Drei Jahre später kam dann die Bürgerversammlung, an der Hubert Niestroy einen Antrag an die Stadt stellte, sich mit dem Thema des potenziellen Spielplatzes in Mittelberg zu beschäftigen: „Mein Antrag wurde dann sehr überraschend mit 46 zu einer Stimme angenommen“, so Hubert Niestroy.
Also habe der dritte Bürgermeister Can Aydin ein Mediationsverfahren eingeleitet, um zwischen den beiden Spielplatz-Parteien zu vermitteln. „Das Ziel war, alle Anwohner in ein Boot zu holen. Aber das ist leider misslungen, es kam zu keiner Einigung“, erklärt Hubert Niestroy. Die Idee vom Spielplatz in Mittelberg war also erstmal geplatzt.
Neue Fläche, neues Glück: Stadtbauamt bringt die Wende
Zeit verging, doch die Niestroys konnten das Projekt Spielplatz nicht vergessen. An einer Bürgerversammlung im Jahr 2024 kam dann die überraschende Wende: „Herr Cosack vom Stadtbauamt Coburg hat plötzlich diese Fläche hier aus dem Ärmel gezaubert“, wie Hubert Niestroy sagt. Es handelte sich um die Fläche an den Ametswiesen, auf der der Spielplatz jetzt steht. Sie gehörte schon da der Stadt Coburg, allerdings war sie verpachtet. Durch einen Tausch bekam der Pächter eine andere Fläche der Stadt. Damit nahm die Idee eines Spielplatzes im Gebiet Mittelberg nach fünf Jahren endlich Gestalt an.
Geschafft: Bürgermeister und Verein weihen Spielplatz ein
Im Sommer dieses Jahres begann das Grünflächenamt Coburg mit den Bauarbeiten. Letzten Mittwoch dann das Happy End: Ungefähr 40 Kinder stürmten zur Einweihung auf den Spielplatz. Am Ende sei diese Fläche ohnehin besser geeignet gewesen, wie Hubert Niestroy sagt: „Diese Fläche ist auf beiden Seiten bewaldet und damit windgeschützt. Und der Sandkasten liegt durch die Bäume im Sommer im Schatten.“
Für die Niestroys und den Bürgerverein Scheuerfeld ist das glückliche Ende der Beweis, dass man manchmal hartnäckig bleiben muss: „Unsere Telefonnummer ist bestimmt bei einigen gefürchtet, aber es lohnt sich. Der Spielplatz ist toll geworden“, sagt Angela Niestroy und lacht dabei.














