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Studie in Coburg
Samba lässt die Kassen klingeln
Samba-Festival Coburg 2024 Auftakt
Impressionen vom Samba-Festival Coburg 2024 / Auftakt am Donnerstagabend // Oliver Schmidt
Coburg – Das Samba-Festival trägt laut einer Studie erheblich zur Stärkung des Tourismus und der regionalen Wirtschaft bei. Der generierte Bruttoumsatz lag demnach alleine in diesem Jahr bei 8,5 Millionen Euro.

Rolf Beyersdorf hört lieber brasilianische Musik als trockene Zahlen. Trotzdem erfreute es den Geschäftsführer von Sambaco und somit Chef des Coburger Samba-Festivals jetzt sehr, als er Moritz Sporer lauschte. Der präsentierte ein umfangreiches Zahlenwerk.

In diesem Text lesen sie:

1. Warum die Studie in Auftrag gegeben wurde 
2. Zu welchen Ergebnissen die Studie kommt
3. Was fürs Samba-Festival 2025 geplant ist
4. Wo es bereits Tickets fürs Samba-Festival 2025 gibt

Moritz Sporer ist Geschäftsfeldleiter beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (DWIF). Dieses war von Sambaco und der DEHOGA-Kreisstelle Coburg mit einer Studie beauftragt worden. Ziel war es, verlässliche Zahlen darüber zu bekommen, welche ökonomischen Effekte das Samba-Festival für die Region Coburg hat. 

Herausgekommen ist ein 38-seitiges Werk, in dem es unter anderem heißt:  „Das Samba-Festival ist ein wichtiger und attraktiver Angebotsbaustein im Rahmen des Freizeit- und Tourismusangebots in Coburg.“ Und: „Egal ob Gastgewerbe, Einzelhandel, Diensthandel oder Zuliefernde wie regionale Produzenten und Handwerksbetriebe, es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht vom Tourismus profitiert.“

Samba-Festival Coburg
Präsentation in Coburg: Moritz Sporer (links) vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr mit Nini und Rolf Beyersdorf, den Hauptverantwortlichen des Internationalen Coburger Samba-Festivals. // Foto: Oliver Schmidt

Als Moritz Sporer mit seiner Präsentation fertig war, gab Rolf Beyersdorf offen zu: „Ja, da wird mir warm ums Herz.“ Denn die Studie zeige, dass nicht Sambaco der „Hauptprofiteur“ des Festivals sei. Mit genau diesem Vorwurf sah sich Rolf Beyersdorf aber speziell in diesem Jahr häufig konfrontiert. Als Sambaco dann auch noch einen höheren Zuschuss von der Stadt Coburg wollte, wäre die Situation beinahe eskaliert.

Das Festival hing zwischenzeitlich am seidenen Faden. Vor allem wegen der schwierigen finanziellen Situation, aber wohl auch, weil Rolf Beyersdorf es leid war, sich immer wieder rechtfertigen und die Bedeutung des Festivals erklären zu müssen. Rückblickend auf die vergangenen Monate sagt er: „Diese scharfe Kritik an uns und an unserer angeblichen Intransparenz hat uns gebremst.“ Doch jetzt sei das Thema „vom Tisch“, und mit „neuem Rückenwind“ gehe man an die Planung der künftigen Festivals.

Sehr viele Übernachtungsgäste

Für diesen „neuen Rückenwind“ sorgt eben auch die Studie des DWIF. Moritz Sporer erklärte zunächst, wie man vorgegangen ist. Ausgangspunkt war das Samba-Festival 2024. Zugrunde gelegt wurde eine Zahl von 51.000 Besuchern. Bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von zweieinhalb Tagen ergab dies 127.500 Aufenthaltstage. 

Laut Studie kamen zwei Drittel aller Aufenthaltstage durch Übernachtungsgäste zustande. Rund ein Viertel sei im Rahmen eines Tagesausflugs entstanden, und jeder zehnte Besuch gehe auf das Konto eines Einheimischen. 

Hotelgäste und Sofa-Touristen

Weitere Erkenntnisse: Ein Übernachtungsgast gibt pro Tag durchschnittlich 81,80 Euro aus. Sporer sagte, dass dies bei Hotelgästen bereits zu einem großen Teil für die Übernachtung anfalle. Es gebe aber ja auch viele „Sofa-Touristen“, die privat oder zumindest günstig übernachten. Tagestouristen lassen laut Studie durchschnittlich 42,80 Euro pro Tag in der Region, Einheimische würden immerhin für einen täglichen Umsatz von im Schmitt 28,20 Euro sorgen.

Wer profitiert vom Samba-Festival?

In der großen Gesamtrechnung ergibt das einen Gesamtumsatz von 8,5 Millionen Euro, der alleine beim vergangenen Samba-Festival erzielt wurde. Davon wären 3,6 Millionen Euro aufs Gastgewerbe entfallen, 3,1 Millionen Euro auf den Einzelhandel und 1,8 Millionen Euro auf Dienstleistungen.

Ebenso kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass beim Samba-Festival 2024 eine reine Wertschöpfung in Höhe von 3,8 Millionen Euro erzeugt werden konnte.

Stärkung des Tourismus

Alleine diese Zahlen lassen Sambaco zu folgendem Urteil kommen: „Das Samba-Festival trägt erheblich zur Stärkung des Tourismus und der regionalen Wirtschaft bei. (...) Das Samba-Festival ist nicht nur ein kulturelles Aushängeschild, sondern auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für die Region.“

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Das jährliche Event trägt zumindest partiell zu einer höheren Identifikation der Bevölkerung mit der Region bei.

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Moritz Sporer DWIF-Geschäftsführer zum Samba-Festival Coburg

In einem weiteren Kapitel beschäftigt sich die Studie auch noch mit den „immateriellen Faktoren“.  So trage das Samba-Festival insgesamt zu einer „Verbesserung der Standortqualität“ bei. Durch das Event steige der Freizeitwert und die Lebensqualität der Einwohner. Und: „Das jährliche Event trägt zumindest partiell zu einer höheren Identifikation der Bevölkerung mit der Region bei.“ Auch würden touristische Events wie das Samba-Festival „zumindest punktuell zu einer besseren Auslastung der ÖPNV-Angebote und zu einer Erhöhung der Standortgunst für Unternehmen“ beitragen.

Mehrwert für die Region

Rolf Beyersdorf fühlt sich durch die Studie mehr als nur bestätigt. „Dass das Samba-Festival einen Mehrwert für die Region bringt, habe ich ja schon immer gesagt.“ Er sei jetzt allerdings selbst überrascht, dass dieser Mehrwert – laut Studie – derart „enorm“ ausfalle.

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Die Studie zeigt, dass nicht Sambaco der Hauptprofiteur des Samba-Festivals ist.

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Rolf Beyersdorf Geschäftsführer von Sambaco

Trotzdem bleiben die Rahmenbedingungen schwierig. Allen voran steigen die Kosten. Deshalb versicherte Rolf Beyersdorf, dass weiter nach Einsparmöglichkeiten gesucht werde. Aber: „Wir wollen das Festival auch nicht tot sparen.“

Unbedingt festhalten wolle man am Zuschnitt des offiziellen Festgeländes, das nur mit einem Ticket betreten werden kann. Sprich: Schlossplatz und Marktplatz. Denn: „Eine gewisse Größe macht das Festival ja auch aus.“ Es werde aber auch weiterhin eine Bühne auf dem Albertsplatz geben – und der ist frei zugänglich.

Samba-Festival Coburg 2024 Auftakt
Impressionen vom Samba-Festival Coburg 2024 / Auftakt am Donnerstagabend // Oliver Schmidt

Nini Beyersdorf kündigte bei der Auswahl der Künstler die Devise an: „mehr Qualität als Quantität“. Die Zahl der teilnehmenden Sambagruppen sei ohnehin schon von zwischenzeitlich 100 auf nunmehr rund 70 heruntergefahren worden. Ihr sei es aber auch wichtig, „alle Facetten von Samba“ zu präsentieren. „Es geht nicht nur ums Trommeln! Es wird auch gesungen, getanzt und gespielt.“

Chöre aus Stuttgart, München und Köln

Apropos Singen: Fürs Samba-Festival 2025 soll es erstmals ein kleines Treffen von Samba-Chören geben. Es liegen bereits Zusagen von Chören aus Stuttgart, München und Köln vor. Gemeinsam auftreten werden sie im Kongresshaus. Motto: „Singen für den Frieden“.

Sehen Sie hier ein Video vom Samba-Festival 2024:

Samba-Festival Coburg 2024 Auftakt

Samba-Festival Coburg 2024 Auftakt

Noch nicht verraten wurde von Sambaco, um wen es sich bei den „ein, zwei neuen Sponsoren“ handelt, die laut Rolf Beyersdorf fürs Festival gewonnen werden konnte. Er dankte lediglich allen bisherigen Sponsoren, die dem Festival nicht nur die Treue halten würden, sondern ihre Zuschüsse zum Teil noch erhöht hätten.

Vorverkauf fürs Samba-Festival 2025

Das nächste Samba-Festival findet von Freitag, 11. Juli 2025, bis Sonntag, 13. Juli 2025, statt.

Der Ticketvorverkauf hat begonnen. Viele weitere Informationen gibt es hier

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