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Hintergrund
Von Ausbeutern und Ausgebeuteten
„Die Dreigroschenoper“: Probenszene mit dem Chor des Landestheaters und einer plakativen Botschaft.
„Die Dreigroschenoper“: Probenszene mit dem Chor des Landestheaters und einer plakativen Botschaft. // Jochen Berger
Coburg – Wie die junge Regisseurin Jasmin Sarah Zamani „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht in Coburg auf die Bühne bringen will.

Ein Jubiläum kann ein willkommener Anlass zur kritischen Neubewertung sein. Das gilt auch für Bert Brecht, dessen 125. Geburtstag vor wenigen Tagen im Kalender stand. Wie aktuell sind seine Werke, wie aktuell ist sein episches Theater heute noch? Was speziell seine „Dreigroschenoper“ gerade jetzt zu sagen haben kann, will das Landestheater mit seiner Neuinszenierung zeigen. In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feiert das Erfolgsstück von Bert Brecht zur Musik von Kurt Weill am 25. Februar Premiere. Zuletzt stand dieses „Stück mit Musik“ in der Spielzeit 2005/2006 auf dem Programm an gleicher Stelle, damals in Szene gesetzt von Hanfried Schüttler.

Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg: Florian Graf als Moritatensänger
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg: Florian Graf als Moritatensänger
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Als Jonathan Jeremiah Peachum ist Niklaus Scheibli zu erleben.
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger
Proben-Impressionen zur Neuinszenierung "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Dramaturgie liegt in den Händen von Victor Pohl.
Jasmin Sarah Zamani inszeniert "Die Dreigroschenoper" am Landestheater Coburg. Die Ausstattung entwarf Aylin Kaip. // FOTOGALERIE Jochen Berger

Wie aktuell ist „Die Dreigroschenoper“?

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ – das könnte in Zeiten drastisch gestiegener Energiekosten durchaus unvermutet brisant klingen. Oder muss sich eine Neuinszenierung im Jahr 2023 mehr denn je auf die Sogwirkung von Kurt Weills Melodien verlassen? Wobei auch Weills Klänge knapp ein Jahrhundert nach der Uraufführung 1928 in Berlin natürlich nicht jünger geworden sind.

Zahltag beim Chef der Bettler: Simon Latzer als Filch (links) und Niklaus Scheibli als Jonathan Jeremiah Peachum.
Zahltag beim Chef der Bettler: Simon Latzer als Filch (links) und Niklaus Scheibli als Jonathan Jeremiah Peachum. // Jochen Berger

Kriminelle und Korrupte

Jasmin Sarah Zamani, die Ende November 2021 „Wiener Blut“ erfolgreich auf die Bühne des Landestheaters gebracht hatte, vertraut gemeinsam mit ihrer Bühnen- und Kostümbildnerin Aylin Kaip ganz bewusst auf den typischen Brecht-Gestus der Desillusion. „Es geht nicht darum, was passiert, sondern darum, wie es passiert“, betont Schauspieldramaturg Victor Pohl. Schließlich sei es Brechts Bestreben gewesen, die Zuschauer aufzurütteln, sie zum Handeln zu animieren – zum Protest gegen die Missstände.

Probenszene mit Florian Graf als Moritatensänger.
Probenszene mit Florian Graf als Moritatensänger. // Jochen Berger

Kritische Annäherung

Ausbeuter und Ausgebeutete, Kriminelle und Korrupte – das Personal der späten 1920er Jahre, das Brecht in seiner Bearbeitung der „Beggar„s Opera“ von 1728 versammelt, sei so aktuell wie zu Zeiten der Uraufführung. Bearbeitung, Plagiat oder geniale Umdeutung? Mit knapp einem Jahrhundert Abstand zur Uraufführung verträgt „Die Dreigroschenoper“ eine kritische Annäherung.

Jasmin Sarah Zamani inszeniert „Die Dreigroschenoper“ am Landestheater Coburg.
Jasmin Sarah Zamani inszeniert „Die Dreigroschenoper“ am Landestheater Coburg. // Jochen Berger

Welches Ziel Brecht verfolgte

Unverkennbar zumindest ist, dass Brecht bei allen Ähnlichkeiten in der äußeren Handlung zur „Beggar’s Opera“ mit der „Dreigroschenoper“ ein grundlegend anderes Ziel verfolgt.

Die Ausstattung für „Die Dreigroschenoper“ am Landestheater Coburg hat Aylin Kaip entworfen.
Die Ausstattung für „Die Dreigroschenoper“ am Landestheater Coburg hat Aylin Kaip entworfen. // Jochen Berger

Wenn Mackie Messer, der Chef einer Bande von Straßenbanditen, und Jonathan Jeremiah Peachum, der Chef einer effizient organisierten Bettlerbande, aufeinandertreffen, weil Mackie Messer Peachums Tochter Polly heimlich geheiratet hat – dann wird daraus bei Bert Brecht effektvolles Vorführ-Theater. Denn Brecht will sein Publikum nicht in irgendeine raffinierte Theater-Illusion hineinziehen, sondern immer wieder irritieren und zum Widerspruch reizen.

Stummfilm-Assoziationen wecken

Die Ausstattung solle „an die Zeit der Uraufführung in den späten 1920er Jahren erinnern und in Details ganz bewusst Stummfilm-Assoziationen wecken“, erklärt Ausstatterin Aylin Kaip. Das Bühnenbild im Landestheater, so Kaip, soll zudem bewusst vor Augen führen, dass es schlicht Kulisse und nicht Wirklichkeit sei. „Wir wollen die komischen Aspekte herauskitzeln“, verspricht Regisseurin Jasmin Sarah Zamani.

Rund um die „Dreigroschenoper“

Premieren-Tipp „Die Dreigroschenoper“ – Ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern von Bertolt Brecht nach John Gays „The Beggar’s Opera“, Musik von Kurt Weill – 25. Februar, 19. 30 Uhr, Tickets an der Theaterkasse (09561/898989), Termine online (landestheater-coburg.de)

Besetzung Macheath, genannt „Mackie Messer“: Nils Liebscher

Jonathan Jeremiah Peachum: Niklaus Scheibli

Celia Peachum: Juliane Schwabe

Polly Peachum: Annelie Straub

Brown, oberster Polizeichef: Tobias Bode

Lucy: Marina Schmitz

Spelunken-Jenny: Lilian Prent

Smith: Frederik Leberle

Pastor Komball/Moritatensänger, Konstabler: Florian Graf

Filch/Konstabler: Simon Latzer

Hakenfingerjakob: Stephan Mertl

Münzmatthias: Hans Ehlers

Alte Hure: Kerstin Hänel

Chor des Landestheaters und Band

Produktionsteam

Musikalische Leitung: Johannes Braun;

Regie: Jasmin Sarah Zamani

Bühne und Kostüme: Aylin Kaip;

Choreinstudierung: Alice Lapasin Zorzit;

Dramaturgie: Victor Pohl

 

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