Der Zauber schöner Melodien wirkt. Die Wiedergeburt des im Vorjahr auf dem Altar des sogenannten Sparzwangs geopferten Klassik Open-Air-Konzerts im Coburger Rosengarten lockt am Samstag Tausende von Besuchern an.
Schon lange vor dem eigentlichen Konzertbeginn pilgern die Picknick- und Klassik-Fans Richtung Coburger Süden vor dem Ketschentor– viele davon ausgerüstet mit mobilen Sitzgelegenheiten und reichlich Proviant.
Diese zweite Wiedergeburt des Coburger Kultur-Konzerts nach der Corona-Krise ist der Initiative dreier SPD-Stadträtinnen zu verdanken, wie auch Oberbürgermeister Dominik Sauerteig in seiner Begrüßung eingesteht: Petra Schneider, Bettina Lesch-Lasaridis und Sabine Kastner. Das Trio wollte sich mit der lapidaren Streichung des dank freiem Eintritt wahrlich demokratisch konzipierten Freiluft-Events nicht einfach abfinden.
Viele Unterstützer gefunden
Nach der Absage für 2024 machten sich die drei Sozialdemokratinnen auf die Suche nach Sponsoren – ausführlich genannten Groß-Sponsoren und zahlreichen anonymen Spendern. Gemeinsam ermöglichten diese zahlreichen Unterstützer die Ausrichtung des Freiluft-Konzertes, das im vorletzten Sommer des scheidenden Coburger Generalmusikdirektors Daniel Carter unter dem schlichten Titel „Intermezzo sinfonico“ steht.
Von Schostakowitsch bis „Fluch der Karibik“
Die „Festliche Ouvertüre“ von Dmitri Schostakowitsch eröffnet eine Programmfolge mit einer Fülle populärer Melodien und bekannten symphonischen Werken. Dazu zählten zwei Sätze aus Edvard Griegs unverwüstlichen „Peer Gynt“-Suite ebenso wie der 5. Ungarische Tanz von Johannes Brahms und Bedrich Smetana atmosphärisch faszinierend anschauliches Tongedicht namens „Moldau“.
Peter Tschaikowsky ist doppelt vertreten – mit dem Dornröschen-Walzer aus seiner gleichnamigen Ballett-Musik und mit der Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“.
Werbung für das Coburger Mitmach-Konzert im November
Pietro Mascagni liefert mit dem bekanntesten Stück aus seiner „Cavalleria rusticana“ den Titel des Programms, während Ausschnitte aus der Filmmusik zu „Fluch der Karibik“ zur klingenden Werbung gerät für das im November geplante Mitmach-Konzert. Bei diesem Konzert werden wieder talentierte und begeisterte Laien gemeinsam mit den Profis des Philharmonischen Orchesters musizieren.
Fortsetzung 2026?
Vor Tausenden von Zuhörern dürfen Mitmachermusizierende am Samstag schon mal einen Eindruck davon gewinnen, wie sich ein Auftritt vor großer Kulisse anfühlt.
In der Pause mit der Spendenbüchse im Publikum unterwegs
Übrigens: Die Hoffnung wächst, dass das wiederbelebte Klassik-Open-Air auch in Sparzwang-Zeiten keine einmalige Angelegenheit bleibt. Die drei SPD-Stadträtinnen nutzen jedenfalls die Kulisse, um in der Pause schon mal mit der Spendenbüchse durch die Reihen zu gehen – mit großem Erfolg.
Auch wenn sich bei Freiluft-Konzerten ohne Einlasskontrolle Besucherzahlen bekanntlich nicht leicht beziffern lassen – Intendant Neil Barry Moss postet via Social-Media-Kanal noch in der Nacht stolz die Zahl 6800…
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