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Projekt
Gotteshaus wird zur Mega-Opernbühne
Platz für insgesamt 148 Mitwirkende und rund 350 Zuhörer bietet die Morizkirche für „Fausts Verdammnis“ von Hector Berlioz.
Platz für insgesamt 148 Mitwirkende und rund 350 Zuhörer bietet die Morizkirche für „Fausts Verdammnis“ von Hector Berlioz. // Jochen Berger
Blick auf einen Teil der Bühne in St, Moriz.
Blick auf einen Teil der Bühne in St, Moriz. // Jochen Berger
Coburg – Wie sich die Morizkirche für ein Projekt des Landestheaters verwandelt.

Die Coburger Morizkirche hat schon viel erlebt. Sie hat sogar einst – vor einem halben Jahrtausend – den Reformator Martin Luther live bei der Predigt erlebt. Aber eine solche radikale Verwandlung hat sie noch nicht durchgemacht. Die Verwandlung in einen riesigen Bühnenraum. In den nächsten Wochen bis Mitte Oktober wird Coburgs Stadtkirche zur wichtigsten Spielstätte des Landestheaters.

Großes Choraufgebot in der Coburger Morizkirche für „Fausts Verdammnis“.
Großes Choraufgebot in der Coburger Morizkirche für „Fausts Verdammnis“. // Jochen Berger

„Wir wollten die Kirche nicht kapern“

„Am Anfang haben wir nur einen Ort für eine konzertante Aufführung von Berlioz’ ,Fausts Verdammnis’ gesucht, weil wir davon ausgehen mussten, dass uns ab Herbst das Landestheater nicht mehr zur Verfügung stehen würde“, erklärt Intendant Bernhard F. Loges die Entstehung eines außergewöhnlichen Projektes. „Wir wollten die Kirche nicht kapern“, versichert Loges – doch letztlich hat das Landestheater genau das gemacht. Denn das Projekt „Fausts Verdammnis“ in der Regie von Neil Barry Moss hat an diesem besonderen Ort mit seinen speziellen Möglichkeiten und Herausforderungen eine ganz eigene Dynamik entwickelt.

Probenszene aus „Fausts Verdammnis“ in der Coburger Morizkirche.
Probenszene aus „Fausts Verdammnis“ in der Coburger Morizkirche. // Jochen Berger

Gottesdienste in der Salvatorkirche

Längst hat sich die Kirchengemeinde St. Moriz von der Vorstellung verabschiedet, in diesen Wochen im umgestalteten Gotteshaus auch Gottesdienste abhalten zu können. Die finden deshalb in der Salvatorkirche statt.

Generalmusikdirektor Daniel Carter bei der Probenarbeit in der Coburger Morizkirche.
Generalmusikdirektor Daniel Carter bei der Probenarbeit in der Coburger Morizkirche. // Jochen Berger

Riesiges Aufgebot an Mitwirkenden

Währenddessen wird die Kirchen als riesiger Bühnenraum für insgesamt exakt 148 Mitwirkende zum Schauplatz eines Ringens zwischen Gott und Teufel um Fausts Seele. Neil Barry Moss inszeniert dieses Ringen um eine Seele ganz bewusst als eine Art Schachspiel mit ganz besonderem Einsatz.

Probenszene aus dem ersten Teil von „Fausts Verdammnis“ in der Coburger Morizkirche.
Probenszene aus dem ersten Teil von „Fausts Verdammnis“ in der Coburger Morizkirche. // Jochen Berger

Margarethes Himmelfahrt

Der Titel dieser zwischen Oper und Oratorium balancierenden „dramatischen Legende“ lässt eigentlich kaum auf ein Happy End hoffen: „Fausts Verdammnis“. Immerhin jedoch hält Berlioz Margarethes Himmelfahrt als versöhnliches Element bereit.

Blick von der Empore in den Kirchenraum bei der Probe zu „Fausts Verdammnis“ in St. Moriz.
Blick von der Empore in den Kirchenraum bei der Probe zu „Fausts Verdammnis“ in St. Moriz. // Jochen Berger

Was aber wird aus Faust in dieser Inszenierung? Die Antwort liefert die Premiere an diesem Samstag (24. September, 19 Uhr). Und Regisseur Neil Barry Moss deutet an: „Jeder hat eine zweite Chance verdient.“ Auch Faust?

Choristen tragen bei einer Probe ein Kreuz in die Morizkirche.
Choristen tragen bei einer Probe ein Kreuz in die Morizkirche. // Jochen Berger

 

Kulturherbst in St. Moriz – Kooperation zwischen dem Landestheater Coburg und der Musica Mauritiana

24. September „Fausts Verdammnis“ - dramatische Legende von Hector Berlioz, 19 Uhr – Weitere Termine:

30. September, 5., 11., 13., 15. Oktober, 19 Uhr

25. September „Der Weg von Händel zu Haydn“ – Main-Barockorchester Frankfurt – 18 Uhr

1. Oktober Morizer Orgelnacht – César Franck zum 200. Geburtstag –

Markus Ewald und Peter Stenglein an der Schuke-Orgel, 19 Uhr

9. Oktober „König David“ – Symphonischer Psalm von Arthur Honegger; Coburger Bachchor, Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, 18 Uhr

12. Oktober „Nosferatu“ – Stummfilm mit Orgelimprovisationen, Peter Stenglein (Orgel), 19 Uhr; weiterer

Termin: 16. Oktober, 19 Uhr

15. Oktober Kulturgespräch „Spiel um des Menschen Seele“, 13 Uhr (Landestheater)

17. Oktober 1. Sinfoniekonzert „Nach den Sternen greifen“, Philharmonisches Orchester

Der Kulturherbst in St. Moriz ist eine Kooperation zwischen der Reihe

Musica Mauritiana und dem Landestheater Coburg. „Wir haben uns sehr ins Zeug gelegt, um uns inhaltlich einzubringen“, erklärt Coburgs Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein. Er beteiligt sich nicht nur als Dirigent des Coburger Bachchors an diesem Kultur-Projekt, sondern gleich doppelt als Organist – mit der Morizer Orgelnacht und mit seinem Improvisationskonzert zum Stummfilm-Klassiker „Nosferatu“.

 

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