Das „Münchner Hofbräu“ ist nicht das Globe. Trotzdem war dort am Donnerstagabend die Bühne bereitet für ein unterhaltsames Theaterstück – und zwar für eine Verwechslungskomödie. Zumindest, wenn man ein bisschen fantasiert, was da alles hätte passieren können.
Die Hütte in den Bergen
Zunächst zu den Fakten: In der Gaststätte „Münchner Hofbräu“ gibt es im ersten Stock gleich zwei Veranstaltungsräume. Links geht’s in den „Großen Saal“, rechts in den „Kleinen Saal“. Am Donnerstagabend waren beide belegt. Zum einen hatten Mitglieder der Sektion Coburg des Deutschen Alpenvereins eine Versammlung. Deren ganzer Stolz ist bekanntlich die „Coburger Hütte“, gelegen in 1920 Metern Höhe in den Mieminger Bergen (Tirol). Derzeit ist noch Winterpause, Start in die neue Hüttensaison ist am 7. Juni.
Zum anderen hatten am Donnerstagabend auch die Altstadtfreunde ins Münchner Hofbräu geladen. Deren aktuelles Sorgenkind: das Coburger Landestheater, gelegen am Schlossplatz, das seit bald einem Jahr geschlossen ist und dringend auf eine Sanierung wartet.
Bühne frei im „Münchner Hofbräu“!
So, und nun starten wir mit unserer Fantasie. Bühne frei sozusagen für eine frei erfundene Vorstellung im „Münchner Hofbräu“: Ein Coburger will eigentlich die Veranstaltung der Altstadtfreunde besuchen. Doch im ersten Stock des Münchner Hofbräus biegt er falsch ab und landet – ohne es zu merken – beim Alpenverein.
Der Coburger ist sehr erstaunt, was er da zu hören bekommt. Ein Referent sagt: „Nur noch wenige Wochen, dann öffnet endlich wieder unsere schöne Hütte. Wir werden bestimmt alle gleich hingehen, oder?“
Okay, denkt sich der Coburger, die Bezeichnung „Hütte“ mag etwas despektierlich sein für ein altehrwürdiges Prachtgebäude wie das Landestheater. Doch der Coburger kann es verschmerzen, weil bei ihm die Freude überwiegt. Deshalb auch seine Zwischenbemerkung: „Das ist ja toll! Ich dachte, die Sanierung wird mehrere Jahre dauern.“ Der Referent wiegelt ab: „Nein. Wir haben das an ein paar Wochenenden geschafft. Zum Glück haben viele tüchtige Coburgerinnen und Coburger ehrenamtlich mitangepackt.“
Brotzeit und Bier
Der Coburger ist baff und erlaubt sich eine Frage nach den Kosten. „War nicht von einer horrenden Millionensumme die Rede?“ Erneut kann der Referent beruhigen: „Außer den Materialkosten haben wir das meiste in Naturalien bezahlt: Für die Arbeiter gab’s regelmäßig eine deftige Brotzeit und auch mal ein Bier.“
Nun möchte der Coburger ins Detail gehen: „Wenn diese Sanierung so günstig war und auch so schnell geklappt hat: Ist trotzdem alles so geworden, wie es geplant war? Also ich meine: mit allem Drum und Dran?“ Der Referent nickt: „Ja. Besonders schön sind die Schlafräume.“ Schon wieder muss der Coburger verwundert nachfragen: „Da gibt’s jetzt auch Schlafräume?“ Der Referent erklärt: „Die gab’s doch schon immer. Schließlich sollen sich alle Besucherinnen und Besucher gut erholen können nach dem oft beschwerlichen Aufstieg.“
Tipp: Hüttenschuhe!
Beschwerlicher Aufstieg? Das findet der Coburger nun aber wirklich reichlich übertrieben. Ein viel größeres Problem sieht er darin, dass sich bei Regen viele Pfützen bilden. „Auf dem Weg bis zum Eingang mache ich mir dann oft meine Schuhe schmutzig!“ Der Referent versucht, praktische Tipps zu geben: „Seitlich vom Eingang gibt’s einen Wasserhahn. Da können schmutzige Schuhe abgewaschen werden. Bis die Schuhe getrocknet sind, laufen Sie einfach auf Socken oder in Hüttenschuhen.“
An diesem Punkt kommt sich der Coburger endgültig veralbert vor: „Ich soll dort in Hüttenschuhen herumlaufen?“ Er steht auf und verlässt den Saal. Vor der Tür trifft der Coburger einen Bekannten, der die Veranstaltung im anderen Saal des „Münchner Hofbräu“ besucht hat. „Wie war’s bei euch?“, will der Coburger wissen. „Ich glaub‘, die ham nen Klapperer“, sagt der Bekannte. „Wenn ich das richtig verstanden habe, bauen die jetzt in der Coburger Hütte eine Drehbühne ein…“
Theater ist Thema im Stadtrat
Übrigens: Aktuelle Informationen zur geplanten Generalsanierung des Landestheaters Coburg gibt es am kommenden Donnerstag, 18. April, in der Sitzung des Coburger Stadtrats. Beginn der Sitzung ist um 14 Uhr im Rathaus.
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