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Brief der SÜC an den OB
WPC fordert Neubau des Schwimmbades
Aquaria: Pro Coburg fordert Neubau des Schwimmbades
Das Bad sei am Ende seines Lebenszyklus angekommen, sagt Pro Coburg. // Christoph Winter
Coburg – Die Diskussion um die drei „großen Baustellen“ in der Stadt müsse endlich Fahrt aufnehmen. Dafür hat die Wählervereinigung Pro Coburg ein Papier verbreitet.

„Auf die leerstehende Kaufhof-Immobilie und das Landestheater am Schlossplatz sprechen uns die Menschen an“, sagte Stadtrat Thomas Apfel. Das dritte große Thema ist nach Ansicht von Pro Coburg das Schwimmbad an der Rosenauer Straße. Das Hallenbad ist mittlerweile 51 Jahre alt. „Wenn es eine größere Havarie der alten Technik gibt, ist das Bad sofort dicht“, sagte Stadtrat Jürgen Heeb. Ersatzteile gebe es nicht mehr. Das Argument „wir haben derzeit kein Geld“ lässt die Wählervereinigung nicht gelten.

Der Wahlkampf für die nächste Kommunalwahl ist also in der ersten Runde. Trotz klammer Kassen seien jetzt strategische Entscheidungen nötig.

Brandbrief an den Oberbürgermeister

Denselben Tenor hat ein Brandbrief von der Arbeitnehmervertretung der SÜC. „Das Aquaria ist am Ende seines Lebenszyklus angelangt und in einem desolaten Zustand.“ Das schreibt Peter Jurchen, Vorsitzender des Betriebsrates der SÜC. Das Hallenfreibad an der Rosenauer Straße sei nun 51 Jahre alt. Verschiedene Gutachten würden die Notwendigkeit für einen Neubau oder eine grundlegende Sanierung belegen. In dem Brief an den Oberbürgermeister zur Weitergabe an die Stadträte, an den Aufsichtsrat der Stadtwerke und dessen Geschäftsführer Franz-Josef Loscar Ende Oktober heißt es weiter, die Belegschaft des Schwimmbades sei „stark verunsichert“ weil es keine Entscheidung über die Zukunft des Aquaria gebe. Es gehe auch die Angst um, dass die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren, „wenn aufgrund von baulichen oder technischen Mängeln Teile oder das gesamte Schwimmbad geschlossen werden müssten“.

Eine klare und schnell Entscheidung der Stadtpolitik für das Hallen-Freibad Aquaria noch in diesem Jahr fordert auch Pro Coburg. Das Bad sei marode und „das Thema muss noch in diesem Jahr aufs Tablett“, sagt Stadtrat Thomas Apfel. Eine „energetische Vollkatastrophe“ nannte Jürgen Heeb das Coburger Schwimmbad.  In dem Schreiben des SÜC-Betriebsrates, das der Redaktion vorliegt, heißt es weiter, „jeder Mitarbeiter, der sich aufgrund dieser ‚Jobunsicherheit’ nach einem sicheren Arbeitsplatz umschaut und dem Unternehmen den Rücken kehrt, hinterlässt eine Lücke“. Das könnte in der angespannten Fachkräfte-Situation nur schwer oder gar nicht aufgefangen werden. 

Neubau für 40 bis 80 Millionen

Eine Renovierung wird sich nach der Überzeugung von Jürgen Heeb als „Fass ohne Boden“ erweisen. Für ihn und auch für den Geschäftsführer der SÜC, so sagte Heeb, käme nur ein Neubau auf dem Badgelände an der Rosenauer Straße in Frage. Die Stadt könne sich es nicht leisten, kein attraktives Schwimmbad zu haben. Grundsätzliche Entscheidungen seien auch in Zeiten klammer Finanzen notwendig. „Da muss man auch diskutieren, ob wir nicht ein hybrides Bad bauen, das ganzjährig zu nutzen ist.“ Die Kosten für einen Neubau für Sport und Freizeit verortete Jürgen Heeb zwischen 40 und 80 Millionen Euro. Das geplante Schwimmbad soll vom klassischen Schwimmerbecken über einen Erlebnisbereich auch für Kleinkinder etwas bieten. Für Vereine und Schulen soll nach der Forderung von Pro Coburg Wettkampf und Trainingsmöglichkeiten geben.

Das Aquaria steht für die Bündnis-Grünen im Coburger Stadtrat „ganz oben auf der Prioritätenliste“, sagte Wolfgang Weiß. Einen Tag vor der Haushaltsklausur gestern und heute der Coburger Stadtpolitik hat Pro Coburg das Thema angesprochen und sei dort ebenfalls diskutiert worden, erklärte Wolfgang Weiß. Das Aquaria sei eine wichtige Einrichtung für viele Menschen aus der Stadt und dem Umland.

Beim Kaufhof und dem Landestheater ist Coburg nicht der alleinige Herr des Verfahrens. Konzepte für die Nutzung des früheren Kaufhauses hat Pro Coburg-Stadtrat Peter Kammerscheid angemahnt. Auch mögliche Fördertöpfe von Bund und Land seien abzufragen. „Durch proaktives Handeln kann der Oberbürgermeister nicht nur den Leerstand vermeiden und dem Verfall vorbeugen, sondern auch das Stadtbild und die Lebensqualität nachhaltig verbessern“, heißt es in dem Thesenpapier der Wählervereinigung.

Beim Landestheater fordert Pro Coburg, dass „der Freistaat mehr in die Pflicht genommen werden muss“. Nur so könne das Theater zukunftsfähig bleiben, zeigte sich Pro-Coburg-Stadtrat Matthias Schmidt am Donnerstag überzeugt.

Wegen der Finanzklausur der Stadt waren einige Fraktionen für Stellungnahmen nicht zu erreichen.

 

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