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Coburger Stadtrat
IHK-Präsident verlässt CSU/JC-Fraktion
Andreas Engel ist Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Coburg
Andreas Engel ist Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Coburg und sitzt für die Fraktion Pro Coburg im Statrat. // Foto: CT-Archiv
Coburg – Der Unternehmer Andreas Engel hat eine Entscheidung getroffen. Für die bislang noch stärkste Stadtratsfraktion dürfte das einen herben Verlust darstellen. Was sind die Gründe für den Rückzug?

Andreas Engel, der bei der Kommunalwahl im März 2020 erstmals in den Coburger Stadtrat gewählt worden ist, wird die CSU/JC-Fraktion verlassen. Dies hat er jetzt in einer Mail mitgeteilt, die er sowohl an die Stadt als auch an alle Stadtratsmitglieder verschickt hat. Demnach soll der Austritt zum 15. November 2024 erfolgen, weil Engel zuvor noch als CSU/JC-Mitglied des Finanzsenats die wichtige Haushaltsklausur für 2025 begleiten will. 

Starkes Ergebnis bei der Kommunalwahl 2020

Der Unternehmer Andreas Engel, der auch Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Coburg ist, gehört keiner Partei an. Bei der Kommunalwahl 2020 hatte er als Parteiloser auf der CSU-Liste kandidiert – und ein sehr starkes Ergebnis eingefahren: Von Listenplatz 7 wurde er auf Listenplatz 3 nach vorne gewählt. Lediglich der damalige OB-Kandidat Christian Meyer sowie die damals noch amtierende Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber hatten bessere Ergebnisse auf der CSU-Liste.

Dass Andreas Engel künftig als Fraktionsloser dem Stadtrat angehören möchte, erklärt er in der besagten Mail mit dem parteipolitischen Diskurs, der immer stärker polarisiere. Mit seinem „Selbstverständnis der Überparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit“ halte er dies für nicht mehr vereinbar, solange er einer parteipolitischen Fraktion angehöre.

Stärkste Fraktion im Coburger Stadtrat

Zur Erinnerung: Bei der Kommunalwahl 2020 hatte die CSU acht Sitze im Coburger Stadtrat errungen. Damit landete man nur knapp hinter der SPD (neun Sitze), die zudem noch den Oberbürgermeister als stimmberechtigtes Mitglied im Stadtrat stellt.

Unmittelbar nach der Wahl bildeten die beiden Stadträte der Jungen Coburger (JC) gemeinsam mit den acht gewählten Kandidaten von der CSU-Liste die gemeinsame CSU/JC-Fraktion. Diese verfügte somit über insgesamt zehn Sitze und durfte sich fortan „stärkste Fraktion im Coburger Stadtrat“ nennen.

Durch den Rückzug von Andreas Engel wird die CSU/JC-Fraktion auf neun Mitglieder schrumpfen. Sprich: Man ist nur noch genauso groß wie die SPD-Fraktion. 

Weitere Wackelkandidaten?

Aus politischen Kreisen ist zu hören, dass es in der CSU/JC-Fraktion sogar noch weitere „Wackelkandidaten“ geben soll, die mit einem Abschied liebäugeln – wenn nicht jetzt, dann spätestens zur Kommunalwahl im März 2026.

Am Dienstag hat die CSU aber erst einmal zur Entscheidung von Andreas Engel Stellung genommen. In einer Mitteilung in den sozialen Medien heißt es: „Wir danken Andreas Engel ausdrücklich für seine Arbeit in unserer Stadtratsfraktion und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit zum Wohle unserer Stadt.“

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