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Stadt muss sparen
„Grünes Netz“ und Judengasse: Coburg setzt den Rotstift an
Die Fördermittel, die eigentlich für das "Grüne Netz" vorgesehen waren, sollen jetzt in die Umgestaltung des Freiherr-von-Stockmar-Platzes fließen.
Die Fördermittel, die eigentlich für das "Grüne Netz" vorgesehen waren, sollen jetzt in die Umgestaltung des Freiherr-von-Stockmar-Platzes fließen. // Oliver Schmidt
Coburg – Eine grünere und besser klimatisierte Innenstadt – das war das Ziel des Projektes „Grünes Netz“. Doch jetzt sollen die Fördermittel anderweitig verwendet werden.

Sitzmöglichkeiten, Pflanzplätze, Tischtennisplatten, Tanzflächen – durch sogenannte„Raumlabore“ sollte eigentlich die Coburger Innenstadt aufgewertet werden. Zusätzliche Bäume sollten das Stadtklima verbessern. Doch jetzt ist das Projekt „Grünes Netz“ erst einmal auf Eis gelegt – aus Geldmangel. 

„Im Dezember hat sich einiges geändert. Leider haben sich die finanziellen Rahmenbedingungen anders entwickelt“, sagt Katrin Hartmann-Schmidt vom Stadtbauamt und nimmt damit Bezug auf den Finanzsenat Ende November und die resultierenden Einsparpläne. Das Projekt „Grünes Netz“ sollte durch Fördermittel aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ bezuschusst werden. Bereits 2021 hatte sich die Stadt mit Projekt um die Aufnahme in den Fond beworben und die Zusage erhalten. Mehrfach war das Projekt schon Thema im Bausenat. Doch nun sollen die Mittel anderweitig eingesetzt werden und in die Umgestaltung des Freiherr-von-Stockmar-Platzes fließen. 

Für drei Plätze in Coburg hat das Dresdner Büro RSP Freiraum zuletzt Pläne entwickelt, die eigentlich dieses Jahr umgesetzt werden sollten. Darunter der Salzmarkt, der Platz am Stadtarchiv in der Steingasse und der Platz vor dem Jugendzentrum am Anger. „Das Ziel war es, Aktivbereiche und Aufenthaltsbereiche zu schaffen, aber auch Außenbereiche für die Gastronomie“, sagt Sandro Schaffner vom Dresdner Büro. Die „Raumlabore“ wären temporäre Installationen für einen Zeitraum von acht Wochen gewesen – „um zu zeigen, was möglich ist“, sagt Schmidt. Mehr hätte das Budget nicht zulassen, sagt Schaffner.

Projekt liegt auf Eis

Neben den „Raumlaboren“ sehen die Pläne auch insgesamt zehn Baumpflanzungen beziehungsweise Bäume in Kübeln vor, um da Stadtklima zu verbessern. „Es gibt einige Straßen, die eine Aufwertung benötigen“, sagt Schaffner, darunter die Herrngasse, die Rosengasse und die Schützenstraße. Hier wurden in Absprache mit Feuerwehr und SÜC Baumpflanzungen und Bäume in Pflanzkübeln geplant. Insgesamt liegen die Kosten für das Projekt bei 300.000 Euro netto, sagt Schaffner im Bausenat. Etwa zwei Drittel davon wären in die Baumpflanzungen geflossen. Bei der Installation der „Raumlabore“ könnte man zu großen Teilen auf bereits bestehendes Inventar zurückgreifen, so Schaffner. Aktuell ist das Projekt jedoch auf Eis gelegt, da der Finanzsenat im November 2023 den Beschluss gefasst hat, die Investitionsmaßnahme „Grünes Netz“ zu streichen.

Obwohl das „Grüne Netz“ vorerst nicht umgesetzt wird, sollte im Bausenat am Mittwoch zumindest die fachlich-inhaltliche Zustimmung erfolgen. Da einigen Mitgliedern des Bausenates die Gestaltung der „Raumlabore“ nicht ausgereift erschien, hat der Senat die Entwurfsplanung lediglich zur Kenntnis genommen. Was die Planung der Baumbepflanzung anbelangt, so soll nun geklärt werden, ob die empfohlenen zehn Standorte machbar sind. Dem hat der Bausenat einstimmig zugestimmt. 

Aus dem Bausenat

Debatte um den Radweg

Wo soll der Radweg entlangführen? Das war am Mittwoch erneut zentrales Thema der Debatte im Bausenat, als Ralf Kühnlein (H&P Höhnen & Partner) den Entwurf für die Verkehrsplanung am zukünftigen Klinikum-Areal vorgestellt hat. Bereits bei der Vorstellung der Vorplanung wurde die Verlegung des Radwegs diskutiert und eine Prüfung in Auftrag gegeben. Die Prüfung hat jedoch ergeben, dass eine Verschiebung des Radwegs nicht keine Vorteile bringt. 

Ehrgeizige Pläne: Bis spätestens 2030 soll das neue Klinikum in Coburg gebaut sein.
Ehrgeizige Pläne: Bis spätestens 2030 soll das neue Klinikum in Coburg gebaut sein. // Animation: Krankenhauszweckverband Coburg

Der geplante Fußgänger- und Radweg führt an der Von-Gruner-Straße entlang und befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des geplanten Klinikneubaus. Auf Höhe der Bushaltestelle soll ein Zebrastreifen den Fußverkehr in Richtung Klinikum ermöglichen. Die vier geplanten Haltestellen für Busse befinden sich in einer Einbuchtung. Genau dieser Knotenpunkt stellt für einige Senatsmitglieder ein Problem dar. Denn der Weg wird von den Zufahrten zur Bushaltestelle durchbrochen. Fußgänger und Fahrradfahrer müssen die Straße überqueren, um zum Zebrastreifen und damit zum Klinikeingang zu gelangen.

Gefährlich für Fußgänger?

„Wir schaffen dort Gefahrensituationen für Fußgänger“, meint Christian Müller (CSB). Peter Kammerscheid (Pro Coburg) gibt zu bedenken, ob es nicht eine Überlegung wäre, den Radweg in nördlicher Richtung hinter die Bushaltestellen zu verlegen. Doch Ralf Kühnlein widerspricht: „Ich glaube nicht, dass dort Gefahrensituationen entstehen. Sie schaffen mit der Idee, den Radweg außen herumzuführen, viel mehr Probleme.“ Er argumentiert, dass Fußgänger und Fahrradfahrer immer den direkten Weg suchen. „Niemand fährt diesen Bogen“, stimmt Petra Schneider (SPD) zu. In der Summe überzeugt das Konzept den Bausenat und die Mitglieder stimmen weiteren Planungsschritten auf der Grundlage zu. 

Judengasse wird nicht saniert

Judengasse Coburg
In der Judengasse expandierte Mayer sein Unternehmen und kaufte ein unbebautes Grundstück. // Christoph Winter

Die geplante Sanierung der Unteren und der Kleinen Judengasse wird vorerst nicht umgesetzt. Der Finanzsenat hat die Maßnahme aus der Finanzplanung der Stadt Coburg Ende November 2023 ersatzlos gestrichen. Die Sanierung würde den ursprünglich angesetzte finanzielle Rahmen von 800.000 Euro sprengen, da sich während der Planung gezeigt habe, dass einiges neu gemacht werden müsste, erläutert Ullrich Pfuhlmann von der Wohnbau Stadt Coburg im Bausenat. Darunter die Stromleitungen und die Kanäle. Inzwischen sei man bei einer Summe von 1,5 Millionen Euro, erläutert er. Und das werfe die Frage auf, ob der Aufwand gerechtfertigt ist, sagt Pfuhlmann. Der Bausenat stimmt mit einer Gegenstimme zu, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen. Die Instandsetzung der beschädigten Oberflächen soll bei Bedarf im Zuge der jährlichen Straßenunterhaltungsmaßnahmen durch den CEB erfolgen. 

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