Drei Klicks am Handy – und der Theaterabend im Globe kann losgehen. So machen es sogar die Schwiegereltern, meinte Pro-Coburg-Stadtrat Thomas Apfel, in der Sitzung des Betriebssenats „Coburg Marketing“, am Mittwoch.
Doch nicht alle möchten oder können online so leicht agieren. Umso besser, dass es Vorverkaufsstellen gibt. Zwei Stadträte hatten den Vorschlag gemacht, dass künftig auch in der neu gestalteten Tourist-Information eine Vorverkaufsstelle eingerichtet wird. Allerdings sagt Coburg Marketing: Es ist kein Platz.
Üblich in anderen Städten
In anderen Städten sei es üblich, dass man in den Touristen-Informationen Karten für Kultureinrichtungen erwerben kann, begründeten SPD-Stadträtin Petra Schneider und Grünen-Stadtrat Wolfram Haupt ihren Antrag aus dem April.
Es sei nicht zielführend, Gäste, die eine Vorstellung im Landestheater besuchen möchten, erst zu anderen Verkaufsstellen zu schicken. Diese liegen nicht im Zentrum und seien auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar, so die Begründung.
Vorverkauf: Awo oder am Globe
Karten kann man – abgesehen von der momentanen Sommerpause – an der Theaterkasse im Globe erwerben. Zusätzlich gibt es in der Stadt und im Landkreis noch einige Vorverkaufsstellen wie das Mehrgenerationenhaus der Awo, die Touristen-Information in Sonneberg oder die Buchhandlung Stache in Neustadt.
Auch in der Tourist-Information hat es bis ins Jahr 2016 einen Verkauf von Theaterkarten gegeben, danach wurde es jedoch eingestellt, erläuterte Betriebsleiter Horst Graf in der Sitzung. Hintergrund: Das Angebot sei fast ausschließlich von Coburger Bürgern genutzt worden, und die „Beratungsintensität“ sei so hoch gewesen, dass die touristische Beratung darunter litt.
Kein Platz in der neuen Tourist-Info
Zwar hatte das Theater anklingen lassen, das notwendige Personal für den Verkauf zu stellen, jedoch sei in der neuen Tourist-Information kein Platz für eine weitere Arbeitskraft, argumentierte Horst Graf. „Die Einrichtung eines weiteren Arbeitsplatzes, mit zudem getrenntem Kassensystem, ist aus baulicher Sicht nicht möglich“, erläuterte er.
Kaum Nachfrage
Neben den mangelnden Kapazitäten gebe es auch kaum Bedarf. Bei „sehr vereinzelten Nachfragen“ konnten die Gäste an die nahegelegene Awo verwiesen werden oder hätten Karten an der Abendkasse erworben. Zudem habe sich das Buchungsverhalten in den letzten Jahren verändert und es wäre vermehrt online gebucht, sagte Graf.
„Wir haben auch noch einmal Rücksprache mit dem Theater gehalten, und es wurde mitgeteilt, dass es ‚nice to have‘ wäre als Zusatzangebot, aber keine zwingende Notwendigkeit gesehen wird“, erläuterte Graf.
„Der Tourist, der ins Theater will, hat sich vorher bemüht“, meinte Zweiter Bürgermeister Hans-Herbert Hartan (CSU) zu der Thematik. Anders sah das Bettina Lesch-Lasaridis (SPD): „Es wäre auch ein Stück weit Werbung für das Theater. Ich finde es schade, dass man es nicht zumindest ausprobiert.“ Horst Graf meinte: „Es geht nicht um das Wollen, es geht um das Können.“
Der Betriebssenat stimmte am Ende mehrheitlich (7:2) dem Verwaltungsvorschlag zu, dass die Möglichkeiten zur Einrichtung einer Vorverkaufsstelle für den Kartenerwerb des Landestheaters nicht gegeben sind.













