Update vom 23. Juli, 10 Uhr:
Landestheater legt Kondolenzbuch aus
Zum Tod von Kammersänger Michael Lion hat sich jetzt auch das Landestheater Coburg zu Wort gemeldet. Auf Facebook und Instagram wurde ein Nachruf veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem: „Michael Lion war seit 2008 festes Ensemblemitglied des Landestheaters Coburg und prägte über viele Jahre das Musiktheater unseres Hauses. Als herausragender Wagner-Interpret war er in unzähligen Rollen auf der Bühne zu erleben – zuletzt in dieser Spielzeit als Daland in ,Der fliegende Holländer'. Für seine besonderen Verdienste wurde er noch im Frühjahr 2025 mit dem Titel Kammersänger ausgezeichnet.“
Und weiter: „Das gesamte Team des Landestheaters Coburg ist tief erschüttert und in großer Trauer über diesen plötzlichen Verlust. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.“
Ab Dienstag, 9. September 2025, werde im Globe Coburg ein Kondolenzbuch ausliegen.
Bereits ab Montag, 28. Juli, liegt im Coburger Rathaus ein Kondolenzbuch aus.
Hier der ursprüngliche Text vom 21. Juli, 18 Uhr:
Landestheater unter Schock: Trauer um Michael Lion
Das Landestheater Coburg steht unter Schock – und auch unter dem Publikum dürfte die Trauer riesengroß sein: Michael Lion ist tot.
Der 69 Jahre alte Bassbariton ist am vergangenen Samstag völlig unerwartet verstorben. Das wurde aus Theaterkreisen bestätigt.
Ernennung zum Kammersänger
Erst im Februar dieses Jahres war Michael Lion von Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig zum Kammersänger ernannt worden – eine äußerst seltene Ehrung, mit der aber die besondere Leistung von Michael Lion gewürdigt werden sollte.
Michael Lion, der sich vor allem als „Coburgs Wagner-Stimme“ einen Namen gemacht hat, gehörte seit 2008 zum festen Ensemble des Coburger Landestheaters. Die kommende Spielzeit sollte seine letzte sein.
Bemerkenswerter Werdegang
Als der Bassist Michael Lion 2008 nach fünf Jahren am Städtebundtheater Hof ans Landestheater Coburg wechselte, hatte er bereits einen bemerkenswerten musikalischen Werdegang hinter sich. Denn zunächst hatte Michael Lion Klavier studiert, bevor er zum Dirigieren wechselte und an der Hochschule für Musik Nürnberg seine künstlerische Reifeprüfung ablegte. Erst danach folgte ein externes Gesangsstudium und anschließend ein erstes sängerisches Engagement – zum Start zunächst im Opernchor in Chemnitz.
Gurnemanz in „Parsifal“
Bass-Partien in den Bühnenwerken Richard Wagners waren Michael Lions Leidenschaft. Lange musste er in Coburg warten, bis er auch in diesen Partien das Publikum in Bann ziehen konnte – beispielsweise als Gurnemanz im „Parsifal“ im Frühjahr 2017 in der Inszenierung von Jakob Peters-Messer quasi auf der Zielgeraden der Coburger Intendanz von Bodo Busse, der wenige Monate später als Staatsintendant nach Saarbrücken wechseln sollte.
Auch im komischen Fach überzeugend
Auf Wagner-Rollen allein konnte man aber Michael Lion nicht festlegen – zu vielseitig und versiert auch in wechselnden Stilen war dieser besondere Künstler. Auch das komische Fach beherrschte Lion. Er wusste in Donizetti-Rollen ebenso zu überzeugen wie als Fürst Gremin in Tschaikowsyks „Eugen Onegin“ 2013.
Aus dem Leben eines Sängers
Michael Lion studierte zunächst Klavier und wechselte zum Dirigieren mit dem Abschluss der Künstlerischen Reifeprüfung an der Hochschule für Musik Nürnberg. Danach absolvierte er dort ein externes Gesangstudium mit dem Abschluss der Künstlerischen Reifeprüfung im Fach Sologesang. Hans Sotin betreute ihn stimmlich von 2010 bis 2021.
Karrierestart
Am Staatstheater Nürnberg hatte Michael Lion seine ersten Gast-Engagements. Von Februar 2001 bis Juli 2002 war er als 2. Bass im Opernchor des Theaters Chemnitz engagiert. Sein erstes Solo-Festengagement hatte er am Städtebundtheater Hof (2002-2007). Seit 2008 gehörte Michael Lion fest zum Ensemble des Landestheaters Coburg. Gastengagements und Einspringer führten ihn zum Beispiel als Dr. Bartolo (Barbiere) an die Singapore Lyric Opera, als Balstrode ans Staatstheater Mannheim, als Colline und König Marke ans Staatstheater Meiningen oder als Gurnemanz in die National Concert Hall, Taipei.














