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Wie es jetzt weitergeht
Regiomed: Insolvenz als Chance?
Dunkle Wolken über Regiomed: Wie geht's weiter mit dem fränkisch-thüringischen Klinikverbund? Hier das Verwaltungsgebäude in Coburg.
Dunkle Wolken über Regiomed: Wie geht's weiter mit dem fränkisch-thüringischen Klinikverbund? Hier das Verwaltungsgebäude in Coburg. // Simone Bastian, CT-Archiv
Regiomed
Coburg – Der Landrat von Lichtenfels mag zerknirscht sein. Doch die führenden Politiker aus der Stadt und dem Landkreis Coburg verbinden mit dem jetzt eingeschlagenen Weg viele Hoffnungen.

Der Klinikverbund Regiomed möchte sich komplett neu aufstellen - das ist schon seit längerem bekannt. Dass für diese Neustrukturierung der Weg über ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gewählt wird, hatte sich zuletzt ebenfalls abgezeichnet - denn die Stadt und der Landkreis Coburg, die gemeinsam den „Krankenhausverband Coburg" bilden und mit diesem einer von insgesamt vier Regiomed-Gesellschaftern sind, hatten kurz vor Weihnachten 2023 eine Art Notbremse gezogen. 

Zwischenzeitlich stand zwar die Idee im Raum, den Regiomed-Konzern bereits zum 1. Januar 2024  größtenteils aufzulösen und die einzelnen Kliniken und sonstigen Einrichtungen wieder in die Zuständigkeit der jeweiligen Gesellschafter zu geben. Bei drei Gesellschaftern - nämlich den Landkreisen Lichtenfels, Sonneberg und Hildburghausen - hatte ein solches Vorgehen auch Zustimmung gefunden. Nicht aber beim Krankenhausverband Coburg. Denn die Stadt und der Landkreis Coburg wären in diesem Fall, salopp gesagt, auf einem erheblichen Teil der Kosten sitzen geblieben. Das Klinikum Coburg als mit Abstand größte Einrichtung innerhalb des Verbunds fährt nun einmal auch seit Jahren auch das größte Defizit ein.

Regiomed: Reaktionen auf die Insolvenz

Entsprechend unterschiedlich fielen am Dienstag die Reaktionen auf den Gang zum Insolvenzgericht aus. „Heute ist ein schwieriger Tag", sagte der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner (CSU) sichtlich zerknirscht in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Meißner ist zurzeit auch Vorsitzender der Regiomed-Gesellschafterversammlung. Er erinnerte daran, dass seit September 2023 an einer Lösung gearbeitet worden sei und dass auch „eine Lösung" gefunden wurde. Doch diese habe in Coburg keine Mehrheit gefunden. „Das muss man akzeptieren", so Meißner.

Aus einer gemeinsamen Stellungnahme von Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) und Coburgs Landrat Sebastian Straubel (CSU) war hingegen sehr viel mehr Zuversicht herauszuhören.  So sprach Sauerteig davon, dass man die nun eingetretene Situation vor allem auch als Chance sehe, „um uns vom Ballast der Vergangenheit zu lösen".

Sebastian Straubel räumte zwar ein, dass man sich „eine andere Lösung gewünscht" hätte. Aber der Blick sei jetzt „klar und entschlossen" sowie „nach vorne gerichtet".

Erfahrener Sanierer aus Hannover soll helfen

Die Zuversicht, dass nun im Zuge eines Insolvenzverfahrens ein Neustart gelingen kann, ist allen voran bei Michael Musick groß. Der Geschäftsführer der Regiomed-Kliniken GmbH sagte am Dienstag: „Der Schritt in das Eigenverwaltungsverfahren bietet uns nun die beste Chance, die weiteren nötigen Schritte zur Transformation selbst zu ergreifen, um den aktuellen Herausforderungen und regulatorischen Unsicherheiten zu begegnen und so unseren Gesellschaften eine nachhaltige Zukunft zu sichern."

Große Hoffnungen setzt Michael Musick auch auf Rainer Eckert. Dessen Kanzlei  mit Hauptsitz in Hannover gehört - nach Einschätzung von Regiomed - zu den „führenden deutschen Restrukturierungs- und Insolvenzkanzleien". Sehr viel Erfahrung habe Eckert speziell auch bei der Sanierung von Krankenhausträgern.

„Ein vernünftiger Schritt"

Bei der Pressekonferenz am Dienstag lobte es Rainer Eckert ausdrücklich, dass sich die Regiomed-Gesellschafter für den Weg eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung entschieden haben. „Das ist ein vernünftiger Schritt", sagte er. Denn auf diese Weise könne es nun ein „selbstkontrolliertes Verfahren" geben. Andernfalls hätte irgendwann eine Zahlungsunfähigkeit gedroht, durch die dann auch die Gesundheitsversorgung in der Region gefährdet worden wäre.

Rainer Eckert verschwieg aber nicht, dass es sich beim Regiomed-Konzern um ein reichlich kompliziertes Konstrukt handelt. Wörtlich sagte er: „Die Struktur von Regiomed ist ja nicht ganz trivial...."

Regiomed: Wie teuer wird die Sanierung?

Welche finanziellen Herausforderungen demnächst auf die vier Gesellschafter von Regiomed zukommen, dazu sagte Rainer Eckert am Dienstag noch nichts. Michael Musick deutete aber an, dass für diejenigen Regiomed-Gesellschaften, die nicht von der Insolvenz betroffen sind, demnächst „kleinere Zwischenfinanzierungen" notwendig werden könnten. Grundsätzlich verschaffe das Insolvenzverfahren und speziell das damit verbundene Insolvenzgeld dem Gesamtkonzern etwas „Luft", was die angespannte Finanzlage betrifft. Allen voran die Löhne und Gehälter aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien für die Monate Januar, Februar und März gesichert.

 

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