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Landestheater Coburg
Sanierung lässt auf sich warten
Das Landestheater wird so schnell nicht Baustelle. Das Archivfoto zeigt eine Baustelle davor.
Das Landestheater wird so schnell nicht Baustelle. Das Archivfoto zeigt eine Baustelle davor. // Jochen Berger
Coburg – Die Coburger Kämmerei hat nur eine eher symbolisch gemeinte Zahl beim Punkt „Sanierung Landestheater“ im Plan. Laut Kunstministerium sind noch einige Fragen offen.

Wann wird das Coburger Landestheater saniert? Eine Antwort gibt der Mittelfristige Investitionsplan (MIP) der Stadt Coburg zwar auch nicht, aber zumindest eine Ahnung: nicht vor 2026. Da stehen dann mal sieben Millionen Euro in dem Zahlenwerk. Eine Zahl ohne Grundlage, wie Stadt-Pressesprecher Louay Yassin bestätigt. Denn noch gebe es ja nicht einmal Planungen, auf deren Basis eine solide Kostenschätzung möglich wäre.

Finanzierung vereinbaren, Antrag stellen ….

Es fehlt sogar noch mehr, wie das zuständige Ministerium für Wissenschaft und Kunst mitteilt: „Die Generalsanierung eines historischen Gebäudes dieser Bedeutung und Größenordnung erfordert einen längeren Vorbereitungs- und Planungsprozess. In den vergangen drei Jahren konnten dazu in Abstimmung zwischen der Stadt Coburg und dem Freistaat Bayern ganz wesentliche Fortschritte erzielt werden“, heißt es zunächst in der Antwort des Ministeriums.

„Nächste Schritte sind die finale Anpassung der Finanzierungsvereinbarung zwischen Stadt und Freistaat, die Vorlage des Projektantrags durch die Stadt Coburg und die Erteilung des sogenannten Planungsauftrags durch das Ministerium. Wir bitten um Verständnis, dass erst auf dieser Grundlage konkrete Aussagen zum weiteren Zeitplan getroffen werden können.“

Neuer Anschluss für die IHK

Eine reine Luftbuchung also, die sieben Millionen Euro fürs Theater? Nicht ganz: Im laufenden Jahr will die Stadt schon mal 143.000 Euro unter dieser Kostenstelle ausgeben, weil die dem Theater benachbarte IHK einen neuen Fernwärmeanschluss braucht. Denn wenn das Theater saniert wird, im Palais Kyrill direkt neben der IHK zusätzliche Verwaltungs- und Probenräume entstehen, dann wird auch im Untergrund zwischen IHK, Palais Kyrill und Landestheater einiges anders.

Gesamtkosten Globe knapp unter 40 Millionen

Im Zusammenhang mit der Theatersanierung steht natürlich auch der Bau des Globe am Güterbahnhof, das heuer bezugsfertig werden soll. Zur Winterspielzeit will das Theater dort eröffnen. Auf 39,35 Millionen Euro sind die Gesamtkosten des Globe beziffert, und da sind die Kosten für einen Parkplatz (1,76 Millionen Euro) und die Erschließung des Güterbahnhofgeländes (9,2 Millionen Euro über die Jahre verteilt) noch nicht einmal inbegriffen.

Die Technik kommt voran, aber wird das Globe auch nachhaltig?
Die Technik kommt voran, aber wird das Globe auch nachhaltig? // Simone Bastian

Heuer sollen für die Erschließung 2,65 Millionen Euro verbaut werden, weil neben dem Globe ja auch die „Alte Pakethalle“ des früheren Güterbahnhofs wieder als Veranstaltungsstätte an den Start geht. Erst 2026/27 rechnet die Stadt mit dem zugesagten Zuschuss vom Freistaat fürs Globe: zehn Millionen Euro. Der wird wahrscheinlich nicht ausgezahlt, sondern mit den städtischen Kostenanteilen beim Landestheater verrechnet.

 

Griff in die Rücklage

In den Jahren nach 2026 wird sich die Stadt nicht nur an der Sanierung des Landestheaters, sondern auch am Neubau eines Klinikums beteiligen müssen. Noch hätte sie das Geld dafür: Auf rund 140 Millionen Euro beliefen sich zuletzt die „liquiden Mittel“, die die Stadt dank hoher Steuereinnahmen aufbauen konnte. Dank dieser Rücklage kann die Stadt nicht nur rund 57,8 Millionen Euro an Investitionsausgaben für dieses Jahr einplanen. Auch die nächsten Jahre bis Ende 2026 sind damit sicher, wenn gleichzeitig die laufenden Ausgaben für die Verwaltung durch entsprechende Einnahmen gedeckt sind.

 

Andere Städte befinden sich nicht in einer derart komfortablen Situation, wie Dominik Schramm aufzeigte, der neue Chef der Abteilung Finanzwirtschaft. Städte wie Schweinfurt oder Bayreuth kommen ebenfalls nur gerade so mit ihrem Geld aus und haben dazu, anders als Coburg, noch hohe Schulden. Coburg hat zwar auch einige Kredite laufen, aber der Schuldenstand soll bis Ende 2026 von derzeit 9,3 auf dann 4,6 Millionen Euro sinken.

Es warten große Brocken

2027 bis 2036 werde die Stadt weitere 156,8 Millionen Euro für Investitionsmaßnahmen aufbringen müssen, schätzt Schramm. Gleichzeitig geht er laut MIP davon aus, dass die finanzielle Reserve kontinuierlich geringer wird. Nächstes Jahr werde er neben der mittelfristigen auch eine Investitionsplanung über zehn Jahre vorlegen, kündigte er an.

Langgediente Stadtratsmitglieder wie Bettina Lesch-Lasaridis (SPD) sehen die Zahlen freilich gelassen: Schon jedes Jahr habe sich die Stadt Investitionen in Höhe von über 50 Millionen Euro vorgenommen, aber selten mehr als 30 Millionen geschafft, sagte Lesch-Lasaridis sinngemäß. Bei den Einnahmen wurde dagegen immer eher zu knapp kalkuliert. „Wir können uns den Klinikneubau leisten und werden auch das Landestheater schultern können.“

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