Der Umbau des Freiherr-von-Stockmar-Platzes in der Webergasse beim Parkhaus Mauer verzögert sich um etwa ein Jahr. Gründe sind eine mangelnde Resonanz auf die Ausschreibung der Landschaftsbauarbeiten, das nicht ganz einfache Vergaberecht und auch die aktuellen Baupreise. Am Donnerstag erläuterten Bernhard Lederman, Leiter des Coburger Grünflächenamtes und Stadtplaner Karl Baier sowie Christopher Löffler von der städtischen Vergabestelle die Hintergründe.
Bis zum Donnerstag lagerten oberhalb des Freiherr-von-Stockmar-Platzes auf der Mauer noch einige Baustellen-Utensilien: Absperrgitter, Leiter, Balken und anderes mehr. Kurz vor der Information durch die Stadt sammelte ein Arbeiter der Tiefbaufirma die Sachen ein und transportierte das Material weg. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten im Herbst dieses Jahres starten, im Mai nächsten Jahres wären Stauden und Pflanzen in dem „grünen Wohnzimmer“ angewachsen. So der Plan.
Probleme bei der Ausschreibung
„Aber wir haben Probleme bei der Ausschreibung“, sagte Bernhard Ledermann. Da die Stadt 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gefördert bekommt, muss sie sich streng an die Richtlinien halten. „So dürfen wir die geforderten Leistungen nur technisch beschreiben.“ Konkrete Marken oder Produkte zu benennen, ist der Stadt dabei verwehrt. So kam es, dass die beiden Angebote des Landschaftsbaus nicht den Planungen entsprochen haben. „Deshalb waren sie abzulehnen.“ Bei diesem Vorgehen weiß die Stadtverwaltung auch die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde hinter sich. Mit den Beamten in Bayreuth ist die Sache abgesprochen.
Für die Arbeiten des Landschaftsbaus werden die Aufträge nun erneut ausgeschrieben. Bettina Quasdorf vom Stadtplanungsamt hofft, dass die Arbeiten Mitte Dezember 2024 vergeben werden können. Im Februar nächsten Jahres dann, so die Hoffnung, sollten die Bauarbeiten beginnen, um im Oktober 2025 fertig zu sein.
1,8 Millionen gegen den Klimawandel
Die Umgestaltung des Platzes ist eine Reaktion auf den Klimawandel. Entsiegelte und begrünte Flächen in der Innenstadt erzeugen Kühlung an sommerlichen Hitzetagen. Dafür gibt die Stadt knapp 1,8 Millionen Euro aus, 640.000 Euro gibt es aus dem Sonderfonds „lebendige Innenstadt“ dazu. Abgebrochen ist schon die Treppe herunter vom Parkhaus Mauer sowie Teile des Balkons. Ein Baum in der Mitte des Platzes und eine umfangreiche Staudenbegrünung mit automatischer Bewässerung sind vorgesehen, ein Drittel der Fläche werden von Asphalt und Beton befreit. Erhalten bleibt der Brunnen, der mit neuer Technik versehen wird. Der massive Brunnenstein braucht ein neues Fundament sowie neue Zu- und Ableitungen. Sitzpodeste sollen zum Verweilen einladen. Eventuell werden auch die beiden Linden oberhalb des Platzes auf der Mauer mit in die Neugestaltung integriert. Auch dort würden dann der Belag angepasst und Sitzpodeste installiert werden.
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