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Debatte
Grüne wollen Verkehr aus Coburger Innenstadt verbannen
Wenn es nach den Vorstellungen der Grünen geht, sollen durch die Rückertstraße in Coburg künftig nur noch Busse fahren dürfen.
Wenn es nach den Vorstellungen der Grünen geht, sollen durch die Rückertstraße in Coburg künftig nur noch Busse fahren dürfen. // Oliver Schmidt
Coburg – Mit Hilfe mehrerer Maßnahmen soll in der Innenstadt eine „schönere Atmosphäre“ geschaffen werden. Davon würden auch die Händler profitieren, sind die Grünen in Coburg überzeugt.

Pontevedra dient den Coburger Grünen durchaus als Vorbild: In der spanischen Stadt sei der Verkehr weitestgehend aus dem City-Bereich verbannt worden – und obwohl speziell viele Händler anfangs sehr skeptisch gewesen seien, erlebe Pontevedra inzwischen einen großen Aufschwung. Deshalb haben die Grünen jetzt bei ihrer Hauptversammlung einen Leitantrag beschlossen (und auch schon eine aufwendige Broschüre erstellen lassen). Titel: „Sofortprogramm für eine verkehrsberuhigte Innenstadt“.

In der Begründung des Leitantrags heißt es, dass diese Maßnahmen für eine „schönere Atmosphäre“ in der Innenstadt sorgen würden, wodurch wiederum eine Belebung des Einzelhandels erreicht werden könne. Wörtlich heißt es: „Eine gewerbefreundlichere, für Fußgängerinnen und Fußgänger sicherere und fahrradfreundlichere Stadt mit mehr Grün und frischerer Luft ist das Ziel.“

Unter anderem werden folgende sechs Maßnahmen vorgeschlagen:

1. Rückertstraße für den Durchgangsverkehr sperren

Die enge Straße, die rund um die Ehrenburg führt, soll nur noch von Bussen befahren werden dürfen. Dafür reiche aber eine Spur. Der übrige Platz könnte dafür genutzt werden, um die „Aufenthaltsqualität“ im Bereich Rückertstraße sowie Stein-, Herrn- und Grafengasse zu erhöhen, allen voran mit „neuen Optionen für die Außengastronomie“, wie es im Leitantrag der Grünen heißt.

2. Steingasse beruhigen

In der Steingasse, die vom Marktplatz in Richtung Ehrenburg verläuft, soll nur noch Anwohner- und Lieferverkehr erlaubt sein; außerdem sind die dortigen Kurzzeitparkplätze zu entfernen. Denn die Grünen haben beobachtet: „Ein hoher Anteil der einfahrenden Fahrzeuge ist reiner, erfolgloser Parksuchverkehr, der eine völlig überflüssige Belästigung und Gefährdung aller darstellt.“ Wichtig: Die Anwohnerparkplätze im Bereich Kirchhof und Pfarrgasse sollen bleiben. Und: Der Bring- und Holverkehr zum Gymnasium Casimirianum sollte über die Steingasse unterbunden werden. Alternativen wäre ein Anfahrt über die Ketschengasse oder die Obere Anlage.

3. Mohrenstraße beruhigen

In der oberen Mohrenstraße (Mohrenkreuzung bis Ilse-Kohn-Platz) und in der Webergasse soll nur noch Anwohner- und Lieferverkehr erlaubt sein. Die Kurzzeitparkplätze sind zu entfernen. Argument der Grünen: „Der ,Kreisverkehr‘ Löwenstraße, Mohrenstraße, Webergasse, Judengasse ist das absolut klassische Beispiel für Parksuchverkehr.“ Täglich würden sehr viele Autos diese Runde fahren, in der Hoffnung auf einen der etwa 20 Kurzzeitparkplätze – während sich gleich nebenan das Parkhaus Mauer mit gut 400 Stellplätzen befindet.

4. Ketschengasse beruhigen

In der Ketschengasse soll nur noch Anwohner- und Lieferverkehr erlaubt sein; die Kurzzeitparkplätze sind zu entfernen. Das Argument ist ähnlich wie in der Mohrenstraße (Punkt 3). Wer einen Parkplatz sucht, könne lieber gleich in die Tiefgarage Albertsplatz fahren.

5. Generell kein Autoverkehr auf dem Marktplatz

Derzeit ist während der Wochenmärkte die Zufahrt zum Marktplatz (zeitlich begrenzt) erlaubt. Die Grünen wollen das abschaffen. In der Begründung heißt es: „Es ist völlig unnötig, dass Marktbesucher mit dem Auto anfahren. Zwei Parkhäuser sind weniger als 200 Meter Fußweg entfernt! Das ist nicht weiter als ein üblicher Weg auf einem Supermarktparkplatz zu Stoßzeiten.“ Um Kosten zu vermeiden, könnte während der Marktzeit die Parkhausnutzung zum Beispiel für eine Stunde kostenlos sein.

6. Ketschendorfer Straße als Einbahnstraße

Die beengte Situation vor dem Klinikum wollen die Grünen wie folgt lösen: Die Ketschendorfer Straße wird stadtauswärts zur Einbahnstraße. Dadurch wird Platz gewonnen, der unter anderem für einen separaten Radweg genutzt werden kann. Aber, wichtig: Für Krankenwagen sollte die Einbahnstraßenregelung nicht gelten.

Wechsel im Vorstand der Coburger Grünen

Im Vorstand der Coburger Grünen gab es einige personelle Änderungen: Helena Lakemann bleibt Sprecherin, Petra Wöhner wurde zur zweiten Sprecherin gewählt. Sie löst damit Rolf Hollering ab, der die Funktion planmäßig abgab. Neu in den Vorstand gewählt wurden Stefanie Rohdenburg und Stefan Schwuchow. Stephy Beck und Karl-Heinz Lipp schieden nach langjährigem Engagement aus dem Vorstand aus.

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