Gut sieben Millionen Euro hat die Generalsanierung des Verkehrslandeplatzes auf der Brandensteinsebene gekostet – das scheint gut angelegtes Geld zu sein, wenn man am Freitag den Rednern der offiziellen Wiedereröffnungsfeier lauschte. Immer wieder wurde betont, wie wichtig diese „Infrastrukturmaßnahme“ vor allem für die heimische Wirtschaft sei.
Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) räumte zwar ein, dass „die Fliegerei“ nicht zu den „Top-Ten-Maßnahmen“ im Klimaschutz gehöre. Doch ihm sei schon immer ein „Gleichklang auf Augenhöhe“ wichtig gewesen: „zwischen den Notwendigkeiten von mehr Klimaschutz, den Voraussetzungen für eine dynamische Entwicklung unseres Wirtschaftsstandortes und sozialer Gerechtigkeit.“
Also alles eitel Sonnenschein mit der Millionen-Investition auf der Brandensteinsebene? Nicht ganz. Zu den Gästen am Freitag gehörte auch der Unternehmer Michael Stoschek (Brose). Als nach den offiziellen Reden noch eine kleine Rundfahrt über den sanierten Platz unternommen wurde, machte Stoschek seinem grundsätzlichen Unmut Luft.
Denn bekanntlich hätte sich Michael Stoschek lieber den kompletten Neubau eines Flugplatzes im Coburger Land gewünscht. Ja, sagte Stoschek zum Coburger Tageblatt, die Sanierung der Brandensteinsebene sei gut und wichtig. Aber: „Der Flugplatz ist und bleibt leider eine Krücke!“ Bei der Sanierung wurde zwar viel in die Sicherheit investiert und zum Beispiel zusätzlich eine Befeuerung in der Mitte der Start- und Landebahn eingebaut. Doch diese Start- und Landebahn ist eben nach wie vor nur 632 Meter lang. „Und das ist immer noch das allergrößte Sicherheitsrisiko!“
Eine längere Bahn ist aber aufgrund der topographischen Lage der Brandensteinsebene nicht möglich – deshalb ja auch der (unerfüllte) Wunsch nach einem Neubau.
OB will übers Defizit sprechen
OB Sauerteig hatte in seiner Rede bewusst nicht mehr zurückblicken wollen auf die „Irrrungen und Wirrungen“ um einen Neubau. Er blickte stattdessen nach vorne und kündigte Verhandlungen mit dem Landkreis Coburg an. Dieser sollte sich am jährlichen Defizit von rund 200.000 Euro, das der Verkehrslandeplatz verursacht, „fair“ beteiligen. Schließlich profitiere ja auch die Wirtschaft im Landkreis vom Flugplatz.
HINTERGRUND: Die Sanierung
Der traditionsreiche Flugplatz auf der Coburger Brandensteinsebene ist nach einer Generalsanierung jetzt auf dem neusten Stand der Technik. An den Gesamtkosten von gut sieben Millionen Euro beteiligt sich der Freistaat Bayern mit bis zu 3,7 Millionen Euro. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) erlärt dazu in einer Pressemitteilung. „Ich freue mich, dass der Flugplatz in Coburg im Rahmen der Kombilösung für Oberfranken West so weitreichend modernisiert und ertüchtigt worden ist.“
Die Ertüchtigung des Flugplatzes Coburg ist Bestandteil der sogenannten Kombilösung für Oberfranken West. Diese sieht die dauerhafte Sicherung des Instrumentenflugbetriebes an den Flugplätzen Coburg-Brandensteinsebene und Bamberg-Breitenau vor. Mit Blick auf den ursprünglich geplanten Neubau eines Verkehrslandeplatzes in Coburg-Meeder war über einen längeren Zeitraum nur zurückhaltend in den Flugplatz investiert worden. „Mit den jetzt durchgeführten Modernisierungsmaßnahmen ist der Flugplatz in Coburg für die Anforderungen an den modernen Geschäftsreise- und Werkluftverkehr der Zukunft bestens gerüstet“, heißt es in der Pressemitteilung des Verkehrsministeriums.
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