„Ich freue mich, dass dieser Leerstand in der Spit endlich der Geschichte angehört!“ Mit dieser Freude dürfte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) wohl nicht alleine sein. Denn am Montag wurde bekannt, dass Butlers nach Coburg kommt.
Die Handelskette, deren Sortiment Möbel, Wohnaccessoires, Dekorationsartikel und Geschenke umfasst, zieht in die Spitalgasse 12-14. Genauer gesagt: in die linke Hälfte dieses Gebäudekomplexes. Letzter Mieter war dort bis Ende 2020 die Modekette „s. Oliver“. Ältere Coburgerinnen und Coburger verbinden mit dem Gebäude noch das Kaufhaus Mohren (später Weka).
Nach Auskunft von Coburgs Citymanagerin Andrea Kerby, die auch der Projektgruppe „Die Stadtmacher“ angehört, soll die Eröffnung „in Kürze“ erfolgen. Nach Informationen des Coburger Tageblatts soll bereits Mitte August mit ersten Baumaßnahmen begonnen werden. Die Eröffnung könnte dann im Herbst sein.
„Das ist eine Bereicherung für Coburg“, sagte die Citymanagerin am Montag dem Coburger Tageblatt. Zugleich zeige es, wie attraktiv die Coburger Innenstadt ist. Denn eigentlich würde sich Butlers vornehmlich in größeren Städte ansiedeln.
Kriterien für eine Butlers-Filiale
Das bestätigt auch ein Blick auf die Homepage von Butlers. Dort sind unter dem Punkt „Expansion“ gleich mehrere Anforderungskriterien aufgelistet, die eine Stadt haben sollte, um für eine Butlers-Filiale infrage zu kommen. Dazu gehört allen voran eine Einwohnerzahl von 100.000.
Ebenfalls wichtig für Butlers ist ein „junges Klientel“, wie es etwa Universitätsstädte zu bieten haben. Coburg hat ja zumindest eine Hochschule.
Außerdem wünscht man sich bei Butlers eine Frequenz von mindestens 1.000 Passanten pro Stunde. Wenn sich irgendwo in Coburg dieses Kriterium erfüllen lässt, dann wohl in der Spitalgasse, die als „1a-Einkaufslage“ gilt.
Oberbürgermeister dankt den Stadtmachern
Dafür, dass die Ansiedlung einer so namhaften Kette geklappt hat, dankt OB Dominik Sauerteig auch explizit dem Stadtmacher-Team um Andrea Kerby: „Unsere Stadtmacher haben hier wieder mal gezeigt, wie wichtig ihre Arbeit ist!“ Denn obwohl es sich um die Immobilie einer Immobilienholding handele, konnten die Stadtmacher „vermittelnd“ tätig werden.
Der Oberbürgermeister sieht in der Butlers-Ansiedlung auch eine weitere Bestätigung, dass die Coburger Innenstadt attraktiv ist. Er verweist in diesem Zusammenhang auf „mehrere hochrangige Studien“, die Coburg eine „sehr lebenswerte Innenstadt mit vielen spannenden Geschäften“ attestiert hätten.
Zu dieser Attraktivität würden außer der Arbeit der Stadtmacher und der gesamten Stadtverwaltung auch die vielen engagierten Immobilieneigentümer sowie Ladeninhaber und Gastonomen beitragen, so Sauerteig.
Was passiert mit dem Kaufhof?
All das scheint den Oberbürgermeister positiv zu stimmen, damit vielleicht auch ein anderer markanter Leerstand bald verschwindet: der ehemalige Kaufhof in der Mohrenstraße.
Am Montag ließ Dominik Sauerteig dazu verlauten: „Ich hoffe auf eine baldige positive Lösung bei der ehemaligen Kaufhof-Immobilie.“ Die Stadt sei hier „weiterhin in intensivem Austausch mit der Eigentümer-Holding.“
Butlers sucht bereits Personal für neue Filiale in Coburg
Unterdessen hat Butlers bereits mit der Suche nach Personal für die neue Filiale in Coburg begonnen. So werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Verkauf und Vertrieb gesucht, und zwar sowohl in Teilzeit als auch in Vollzeit.
CDO will Gebäude ebenfalls nutzen
Außerdem ist jetzt bekannt geworden, dass fürs oberste Geschoss das Coburger Designforum Oberfranken als Partner gewonnen werden konnte. Das CDO will es wohl für Ausstellungen und Events nutzen.
Vom Kaufhaus Mohren bis zu TK Maxx
Der im Jahr 1900 errichtete Gebäudekomplex Spitalgasse 12-14, der sich bis zur Herrngasse erstreckt, hat bereits eine wechselhafte Geschichte hinter sich.
Viele Coburgerinnen und Coburger verbinden damit noch immer das einstige „Kaufhaus Mohren“, das später zum „Weka-Kaufhaus“ wurde. Ende 2009 schloss „die Weka“.
Aufteilung in drei Bereiche
Bei einer Sanierung wurde der Gebäudekomplex ab 2010 in drei separate Geschäftsflächen aufgeteilt. Im Frühjahr 2011 eröffneten die neuen Hauptmieter: die Bekleidungsgeschäfte C&A und s.Oliver, und zwar beide mit Eingängen in der Spitalgasse. Im Frühjahr 2012 zog das Modegeschäft Petra Reuther in das Ladenlokal, das seinen Eingang in der Herrngasse hat.
Kurz vor Beginn der Pandemie gaben C&A und s.Oliver bekannt, sich aus Coburg zurückzuziehen; geplant war die Schließung für Januar 2021. Doch Corona beschleunigte alles, und bereits im Dezember 2020 war Schluss. Ende 2022 gab auch Petra Reuther ihr Geschäft auf.
TK Maxx eröffnete im April 2023
Im Frühjahr 2023 kam endlich wieder Bewegung in die Immobilie: Im April 2023 eröffnete das Warenhaus TK Maxx in den ehemaligen Räumen von „C&A“.
Das ehemalige Ladenlokal von Petra Reuther wird inzwischen vom direkt angrenzenden Gasthaus „Goldenes Kreuz“ als weiterer Veranstaltungsraum genutzt.
Lediglich im ehemaligen „s. Oliver“ tat sich – vorerst – weiterhin nichts.





















