Mit dem Catering fürs Globe-Theater Coburg stellt sich der junge Koch Julius Umbach einer völlig neuen Herausforderung. „Das muss hundertprozentig hinhauen“, sagt er und weiß, dass nicht nur die Ansprüche der Theaterbesucher, sondern auch seine eigenen hoch sind.
Ab Mitte nächster Woche gehen die Vorbereitungen für die Eröffnungsgala des Coburger Globe-Theaters in die heiße Phase. Zumindest für Julius Umbach. Zunächst für fünf Jahre hat er laut Vertrag das Catering übernommen.
Für die 400 geladenen Gäste setzt Julius Koch eine besondere Kulinarik auf die Speisekarte
Lange Tage werden es, meint er, aber Organisation ist alles, und es wird auch helfende Hände geben. Trotzdem steigt die Aufregung. Für die 400 geladenen Gäste setzt Julius Koch eine besondere Kulinarik auf die Speisekarte: Linsenkürbissalat mit rosa gebratenem Roastbeef, Fenchelapfelsalat mit mariniertem Feta – präsentiert in kleinen Weckgläsern – sowie verschiedene Kanapees, wie Ziegenkäsepralinen im Kürbiskernmantel mit mariniertem Kürbis auf Pumpernickel.
Klingt lecker, und das wird es auch, verspricht der Caterer, der noch jung an Jahren doch schon weitläufige Koch- und auch Unternehmererfahrungen gesammelt hat.
Der junge Thüringer hat einige Stationen als Koch hinter sich
In Sonneberg geboren und im kleinen Dorf Rottmar aufgewachsen, hatte Julius schon als Kind sein Interesse fürs Kochen und alles drum herum entdeckt. Praktika während der Schulzeit bestätigten ihn in seinem Berufswunsch. Im Landgasthof „Detsch“ in Haig hat er seine ersten Küchenerfahrungen gesammelt, weitere im Restaurant Reichert in Neuhaus-Schierschnitz. Und von der Mama, sagt er, habe er ohnehin schon kochtechnische Kniffe mit auf den Weg bekommen.
Im Westin-Grandhotel in Berlin begann er seine Ausbildung
Ja, er wollte Koch werden, bewarb sich mit gerade mal 16 Jahren in Berlin. Die Zusage kam vom Westin-Grandhotel, wo er die Ausbildung begann und alle Stationen vom Frühstück bis zum Bankett durchlief. In zweieinhalb Jahren Lehrzeit habe er viel in einer kreativen Atmosphäre gelernt, das wisse er heute noch zu schätzen. „Also, herumgeschrien und gehetzt, wie es manchmal im Fernsehen gezeigt wird, wurde da nicht“, sagt er und schüttelt den Kopf.
Klar, war es manchmal stressig. „Und wenn man 20 Kilogramm Zwiebeln schneidet, dann kann man das hinterher auch.“
Idee: ein eigenes Restaurant mit japanischer und koreanischer Küche
Dann kamen Corona, Kurzarbeit, Hotelschließung. Umbach wurde nach München in ein zur Hotelgruppe gehörendes Bed&Breakfast-Hotel „ausgeliehen“, wo er für 80 Bauarbeiter Mittag- und Abendessen mit gekocht hat. Als Das Westin im Sommer 2021 wieder langsam in Gang kommen konnte, hatte der junge Thüringer schon eine andere Idee im Kopf: Ein eigenes Restaurant mit Spezialisierung auf japanische und koreanische Küche, die er in der Vielfalt der Berliner Kulinarik für sich entdeckt hatte.
Er hat gelernt, gelesen und ausprobiert, gekocht, kreiert und an seinen Rezepten gearbeitet. Erlangen oder Nürnberg waren seine Wunschorte. „Das ist in der Nähe der Heimat, und es gibt mit den Studenten eine gute Klientel“, waren seine Intentionen. Am Ende wurde es Fürth, weil dort ein Restaurant in passender Größe frei geworden war. Das hat gepasst.
Koch Julius Umbach bekommt viel Unterstützung von der Familie
Mutter, Vater, Schwester und Schwager hätten ihm geholfen. Die Familie sei immer an seiner Seite gewesen – beim Konzept, bei der Vorbereitung, der Logistik, der Gestaltung der Speisekarte und bei der Namensfindung „Tokoluna“. Umbach managte die Küche für 40 Innen- und 30 Außenplätze allein. Eine Servicemannschaft aufzubauen, habe sich anfangs holprig gestaltet.
Nun geht es wieder ein Stück näher an die Heimat. Als Umbach von der Catering-Ausschreibung fürs Globe in Coburg erfuhr, stand für ihn fest: Ja, diese Herausforderung ist meine, eine Chance und vielleicht auch ein Sprungbrett. Wieder half die ganze Familie, ein Konzept aufzustellen, und Mitte 2023 erhielt Julius Umbach den Zuschlag.
Das Globe hat keine Zubereitungsküche
Aber das Globe hat keine Zubereitungsküche. Woher eine Küche nehmen? Wie diese Suche in die Kulturhalle nach Witzmannsberg führte, für die die Gemeinde seit längerem einen Gastronomiepächter sucht, weiß er gar nicht mehr so genau. Auf jeden Fall war man sich schnell einig. „Was hier steht, ist eine topp ausgestattete moderne Küche“, freut sich Umbach und auch darüber, dass er in der Gemeinde einen engagierten Partner gefunden hat.
Die Küche wird er wieder allein managen, sieben Servicekräfte hat er gefunden. Zwei bis drei Veranstaltungen pro Woche, sagt er, habe er kulinarisch zu bereichern, und darauf freue er sich. Wenn der Start gelungen ist und das Catering sich eingespielt hat, meint er, werde er schon sehen, wie viel Zeit für andere Aufgaben bleibt.
Zuerst will er den Fokus aufs Globe richten. Anfragen für die Versorgung bei Veranstaltungen in der Kulturhalle Witzmannsberg selbst hat er schon, zum Beispiel für das Konzert der „Bergesklänge“ Witzmannsberg oder ein Weinfest. Julius Umbach ist offen dafür.
In Witzmannsberg möchte man ein Konzept für Kulturhalle und Restaurant
Die Pacht für die Küche in Witzmannsberg läuft zunächst bis Juni, mit der Option, ein Konzept für Kulturhalle und Restaurant zu erarbeiten. „Kommt Zeit, kommt Rat“, meint Umbach. Er weiß, dass ein klassischer Restaurantbetrieb in Zeiten von Personalmangel schwierig ist. Man braucht schon eine gute, zuverlässige Truppe. Auch deshalb will er nicht oder zumindest noch nicht nach den Koch-Sternen greifen. Auf so einem harten und langen Weg kommt man als Alleinkämpfer nicht weit.
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