Vier Mitglieder der Führungsriege der Gastro-Kette „Chilli’s“ müssen sich vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth wegen Steuerhinterziehung verantworten. Es geht um knapp fünf Millionen Euro. Das Coburger „Chilli’s“ hat damit jedoch nichts zu tun.
„Wir sind eine ganz andere GmbH“, sagt Jens Erbacher, Restaurantleiter des Coburger „Chilli’s“ und Geschäftsführer der „Chilli’s Amberg GmbH“ auf Tageblatt Anfrage. Er habe selbst erst am Prozesstag von der Anklage erfahren. Sein Restaurant operiere komplett losgelöst von der „Chilli’s Group GmbH“, man bekomme lediglich die Speisekarten. Aber Lieferungen und dergleichen mache man selbstständig. Der Prozess habe keinen Einfluss auf sein Restaurant: „Bei uns bleibt alles beim Alten.“ Dies bestätigt auch die Pressestelle des Oberlandesgerichts Nürnberg. Die „Chilli’s Amberg GmbH“ sei von der Anklage und dem Prozess in keiner Weise betroffen.
Das Coburger „Chilli’s“-Restaurant hat im Dezember 2018 im ehemaligen Coburger Ratskeller im Rathaus eröffnet. Die Stadt Coburg ist Eigentümerin der Räumlichkeiten, die zuvor längere Zeit leer standen.
Das ist der Hintergrund
Absprachen mit der Buchhaltung Zum Hintergrund: Lebensmitteleinkäufe ohne Buchhaltung, das soll ein wichtiger Ankerpunkt in der Strategie der vier Angeklagten gewesen sein, die sich vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten müssen, wie die Nürnberger Nachrichten berichten. Ein Großhändler soll nicht nur die Lebensmittel geliefert haben, sondern auch teils in bar bezahlt worden sein.
Zudem habe er auch gleich mit der Buchhaltung besprochen, welche Rechnungen offiziell in den Büchern auftauchen und welche vernichtet werden sollen. Steuerfahnder seien dem Großhändler auf die Schlicht gekommen und so sei die ganze Sache aufgeflogen. Der Prozess soll noch bis Januar 2024 andauern.
Die Unternehmensstruktur der Gastronomiekette scheint bei der Betrugsmasche eine zentrale Rolle zu spielen. Da Einnahmen und Kosten der Restaurants zentral verwaltet würden, so die Nürnberger Nachrichten weiter. Die „Chilli’s“-Filialen sollten „keine Preise sehen“, teilte der Zeuge der Wirtschaftskammer mit. Weder die Chefs vor Ort noch die Mitarbeiter sollen von dem Betrug gewusst haben.
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