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Ex-Kaufhof in Coburg
Aachener räumt das Sortiment ein
Die ersten Jacken hängen auf den Bügeln.
Die ersten Jacken hängen auf den Bügeln. // Delky
Coburg – Das Erdgeschoss des ehemaligen Kaufhofs wird mit Waren bestückt. Klarheit über die Zukunft des Hauses von Aachener in Coburg wird es möglicherweise nach dem Wochenende geben.

Wochenlang war es stockfinster im Erdgeschoss des ehemaligen Kaufhofs. Und wochenlang schien sich nichts zu tun, besonders, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen Aachener Insolvenz angemeldet hat. Jetzt gibt es aber offenbar einen Hoffnungsschimmer – im wahrsten Sinne des Wortes.

Nicht nur, dass auf einmal wieder Licht im Erdgeschoss brennt – dort tut sich auf einmal auch sonst jede Menge. Menschen schieben Regale hin und her. Die ersten Waren werden, wie für den Verkauf, aufgehängt. Jacken und Mäntel hängen auf Bügeln, Taschen und Koffer werden in die Regale gestellt und präsentiert. Nimmt das Ganze für den Standort Coburg doch ein gutes Ende? „Auch angesichts der skizzierten aktuellen wirtschaftlichen Lage halte ich Aachener grundsätzlich für fortführungswürdig und fortführungsfähig“, hatte der neue Geschäftsführer Oliver Nobel nach der Schocknachricht mitgeteilt. Er hatte die Leitung bei Aachener übernommen, nachdem der bisherige Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel abgetaucht war. Er wird per Haftbefehl gesucht, nachdem er zu einem Verfahrenstermin am Amtsgericht Hagen nicht erschienen war (wir berichteten).

Interessenten für bestehende Häuser

Am vergangenen Mittwoch hieß es in Medienberichten, dass es zwar Interessenten für Standorte gebe – aber dass es für die noch nicht eröffneten Häuser nicht gut aussehe. „Es gibt bereits drei bis vier Interessenten, die Standorte erhalten und samt Beschäftigten übernehmen möchten. Mit einigen habe ich auch schon gesprochen.“, sagte Nobel dem Branchenmagazin „Textilwirtschaft“. Allerdings ging es da um die bereits eröffneten Häuser.

Bei den noch geschlossenen gäbe es nur für den Standort Cottbus gute Aussichten. Dort hatte die Stadt als Eigentümerin zuvor zwar den Mietvertrag mit dem früheren Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel fristlos gekündigt. Mit dem neuen Chef Nobel scheint es aber weiterzugehen. Auch der Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger hatte positive Töne angeschlagen: „Nach meinen ersten Gesprächen mit der Geschäftsleitung sind mein Team und ich überzeugt, Fortführungs- bzw. Sanierungsmöglichkeiten für das Unternehmen erarbeiten zu können“, hatte er vor rund einer Woche per Pressemitteilung bekannt gegeben.

Was passiert in Coburg?

Eines wird von Aachener auf Anfrage unserer Redaktion ganz klar gesagt: Es gibt noch keine Entscheidung, dass das Haus in Coburg aufmacht. „Aber wir haben die Hoffnung, dass sich am Wochenende etwas tut“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Freitag. Und dann könne man zumindest Anfang der kommenden Woche etwas über die Entscheidung sagen. Und natürlich hofft man auch in der Zentrale in Dortmund, dass es grünes Licht für das Haus an der Mohrenstraße gibt. Deshalb auch das emsige Treiben hintern den Schaufenstern. „Wenn es denn eine positive Entscheidung gibt, dann wollen wir natürlich so schnell wir möglich losgelegen können“, sagt die Aachener-Sprecherin. Sie stellt aber auch klar: „Wir haben es nur noch keine Sicherheit. Und wir möchten natürlich auch niemanden in Coburg enttäuschen!“

Kaufhof-Wegweiser weg

Ein Zeichen, dass man bei Aachener einer möglichen Eröffnung entgegenfiebert, steht unten an der Rolltreppe im Erdgeschoss. Noch bis vor wenigen Tagen stand dort das alte Wegweiser-Schild von Galeria-Kaufhof. Jetzt weist ein neues Schild auf die Verteilung des Sortimentes hin, noch ohne den Schriftzug „Aachener“, aber schon in neuen Farben. Wenn es tatsächlich zu einer Eröffnung kommen sollte, sagt der Geschäftsleiter des Coburger Hauses, wolle man versuchen, auf zwei Etagen zu eröffnen.

Auch der Kaufhof-Wegweiser ist weg.
Auch der Kaufhof-Wegweiser ist weg. // Deáky

Insgesamt scheinen die Bemühungen um die Standorte, nicht nur um den in Coburg, intensiv zu sein. Auch in Frankfurt hatte Aachener ein Haus übernommen, die Immobilieneigentümer hatten in der Folge von einem angespannten Mietverhältnis mit Göbel gesprochen und gezweifelt, dass es dort weitergehen könne. Jetzt scheint es sogar in Frankfurt eine Aussicht auf Eröffnung zu geben, wenn auch in abgespeckter Form.

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