Der Zettel, der im März ins Schaufenster in der Spitalgasse 15 gehängt wurde, machte noch Hoffnung: Die Hussel-Filiale sei lediglich „vorerst“ geschlossen. Das Süßwarengeschäft befinde sich in einem „kurzfristigen Frühlingsschlaf“.
Ladenlokal steht leer
Davon abgesehen, dass ein „Frühlingsschlaf“ Mitte Juni langsam mal vorbei sein müsste: Ein Plakat, das seit ein paar Tagen ebenfalls im verwaisten Ladenlokal in der Spitalgasse 15 hängt, macht die Hoffnung zunichte, dass es zu einer Wiedereröffnung kommt. „Zu vermieten“ steht auf dem Plakat. Als Ansprechpartner wird auf den Coburger Immobilienmakler Hösch verwiesen.
Christoph Hösch bestätigt auf Anfrage des Coburger Tageblatts, dass er – im Auftrag des Eigentümers – mit der Suche nach einem Nachmieter begonnen hat. Es gebe auch bereits „mehrere Interessenten“. Wann ein neuer Mieter einziehen kann, ist derzeit aber noch völlig offen. Denn: Die Lage ist kompliziert.
Mehrere Anträge auf Insolvenz
Rückblick: Die Deutsche Confiserie Holding hatte Anfang Februar 2024 für ihre Tochterfirmen Hussel, Arko und Eilles jeweils Anträge auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Die Hussel GmbH als Confiserie- und Süßwarenspezialist, die norddeutsche Arko GmbH als Kaffeehändler und die Eilles GmbH & CO. KG als Teeverkäufer unterhielten bis zu diesem Zeitpunkt deutschlandweit rund 300 Filialen.
Erst nach und nach wurden die Auswirkungen dieser Insolvenzanträge in den Innenstädten sichtbar. Die Coburger Hussel-Filiale in der Spitalgasse blieb zum Beispiel zunächst noch geöffnet. Erst Anfang März wurden die Türen geschlossen – und ins Schaufenster kam der Zettel mit dem Verweis auf einen „Frühlingsschlaf“.
Investor machte Hoffnung
Im April keimte plötzlich Hoffnung auf: Der Süßwarenhersteller Viba stieg als Investor ein und wurde neuer Eigentümer der Marken Arko, Hussel und Eilles. Das in Thüringen angesiedelte Unternehmen teilte mit, bereits zum 1. Mai 2024 „einen Großteil der Filialen“ übernehmen zu wollen. Zur konkreten Zukunft der Hussel-Filale in Coburg konnten damals aber noch keine Angaben gemacht werden.
„Neue Struktur aufbauen“
In einer sehr allgemein gehaltenen Pressemitteilung von Viba hieß es im April lediglich: „Gemeinsam mit dem Managementteam von Arko, Hussel und Eilles wird Viba eine neue Zentralstruktur aufbauen.“ Geplant sei, etwa 160 Standorte zu übernehmen.
In dieser Woche nun hat Viba auf eine Anfrage des Coburger Tageblatts mitgeteilt, dass man sich weiterhin in Vertragsverhandlungen mit den jeweiligen Vermietern befinde. Und: „Alle aktuell geöffneten Filialen sollen auch weiterhin bestehen bleiben.“ Was zunächst beruhigend klingt, bedeutet aber freilich im Umkehrschluss: Alle Filialen, die bereits geschlossen wurden, werden nicht mehr geöffnet. Zum Beispiel auch jene in der Spitalgasse 15 in Coburg.
Online-Bewerbung beginnt bald
Immobilienmakler Christian Hösch hat, wie er sagt, schon seit geraumer Zeit weder vom Hussel-Insolvenzverwalter noch vom neuen Eigentümer Viba etwas gehört. Weil er aber wisse, dass Geschäfte bei Neuansiedlungen etwa ein halbes Jahr Vorlaufzeit benötigen, habe er – in Absprache mit dem Eigentümer – schon einmal das „Zu vermieten“-Schild aufgehängt. Auch die Online-Bewerbung des Ladenlokals werde bald beginnen.
Eine Hürde bleibt noch
Sollte man sich mit einem der Interessenten einig werden, bleibt aber noch eine kleine Hürde: Als die Coburger „Hussel“-Filiale ihren „Frühlingsschlaf“ angetreten hat, wurde zwar die komplette Ware ausgeräumt. Alle Regale sind aber noch da. Wer sie wann eventuell ausräumt, ist unklar.
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