Neuer Wirbel um den Chef der Kaufhaus-Kette „Aachener“: Friedrich-Wilhelm Göbel (60) wird seit vergangenen Donnerstag per Haftbefehl gesucht. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt, der Haftbefehl ist offen, sagt der Sprecher des Hagener Amtsgerichtes, Christian Dembowski, am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. Haftgrund sei Fluchtgefahr.
Am Donnerstag hätte Göbel in Hagen vor Gericht erscheinen müssen, in der Verhandlung geht es um eine falsche eidesstattliche Versicherung von 2020. Göbel soll am 14. Juli 2020 gegenüber einem Gerichtsvollzieher, dem er seine Vermögensverhältnisse offen legen musste, falsche Angaben gemacht haben, teilt das Amtsgericht auf Tageblatt-Anfrage mit. Damals habe er als sein Netto-Einkommen einen Betrag von 7300 Euro monatlich angegeben, tatsächlich seien es aber 8300 Euro gewesen. Zudem habe er nicht angegeben, dass er seiner damaligen Ehefrau am 28. August 2018 eine Immobilie im Wert von 4,7 Millionen Euro überschrieben hatte. Das Ganze resultierte aus der Insolvenz und somit der Vermögensoffenlegung eines Unternehmens, an dem Göbel beteiligt war.
Prozess auch in Dortmund
Auch in Dortmund ist ein Verfahren gegen Göbel anhängig (AZ: 738 DS 641/22), bestätigte die dortige Staatsanwaltschaft auf Tageblatt-Anfrage. Er muss dort am 14. Dezember vor Gericht erscheinen. In dem Verfahren geht es den Angaben zufolge um einen Verstoß gegen das GmbH-Gesetz. Am 20. Oktober 2021 soll Göbel falsche Angaben gemacht haben, als er als Geschäftsführer einer Gesellschaft eingetragen werden sollte. Er habe damals laut Staatsanwaltschaft verneint, dass er in den fünf Jahren zuvor einmal wegen Insolvenzverschleppung verurteilt worden sei. Das aber sei am 12. Juli 2017 geschehen. Das Amtsgericht München habe ihn zu 250 Tagessätzen a 100 Euro verurteilt.
Friedrich-Wilhelm Göbel war für unsere Redaktion telefonisch nicht zu erreichen. Seine Firma „Aachener“ mit Sitz in Dortmund machte auf Anfrage keine Angaben zum Thema.
Lesen Sie auch












