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Neue Hoffnung
Rettung für traditionsreiches Hotel in Coburg?
Das Hotel „Goldener Anker“ in der Rosengasse in Coburg: Vor zwei Wochen wurde die dauerhafte Schließung verkündet – doch jetzt gibt’s plötzlich wieder Hoffnung.
Das Hotel „Goldener Anker“ in der Rosengasse in Coburg: Vor zwei Wochen wurde die dauerhafte Schließung verkündet – doch jetzt gibt’s plötzlich wieder Hoffnung. // Simone Bastian
Coburg – Vor zwei Wochen wurde die dauerhafte Schließung des „Goldenen Anker“ mitgeteilt. Doch jetzt gibt’s plötzlich Hoffnung: Mehrere Personen haben Hilfsangebote gemacht. Wer diese Personen sind, darüber kann nur spekuliert werden.

Für das, was Jörg Platsch seit ein paar Monaten mitmacht, ist der Begriff „Wechselbad der Gefühle“ noch maßlos untertrieben. Es gleicht eher einer wilden Karussellfahrt.

Zur Erinnerung: Im November 2022 hatte es im Hotel „Goldener Anker“ gebrannt. Noch im Dezember 2022 begann Inhaber Jörg Platsch mit dem Wiederaufbau. Im Januar 2023 zeichnete sich zwar bereits ab, dass die Sanierung ein riesiger Kraftakt werden wird. In einem Gespräch mit dem Coburger Tageblatt zeigte sich Jörg Platsch aber zuversichtlich: Er peile eine Wiedereröffnung zu Pfingsten an. Doch an Pfingsten glich das Hotel in der Rosengasse noch immer einer Großbaustelle. Mitte Juli 2023 dann der vorläufige Tiefpunkt: Jörg Platsch teilte mit, dass der Anker für immer schließen wird.

Schwierigkeiten mit der Versicherung

Als Hauptgrund für die Schließung nannte Platsch „Schwierigkeiten bei der Regulierung mit unserer Versicherung“. Trotz des Nachweises aller Brandschäden weigere sich die Versicherung, die von ihm geltend gemachten Ansprüche vollumfänglich zu erfüllen. Das mache einen Wiederaufbau „unmöglich“.

Doch jetzt gibt’s plötzlich doch wieder Hoffnung!

Am Freitag hat sich Jörg Platsch erneut mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit gewandt. Er spricht darin von einem „Lichtblick am Horizont“. Die Probleme mit der Versicherungen bestünden zwar nach wie vor. Doch in den vergangenen zwei Wochen hätten sich gleich mehrere Personen gemeldet und „Hilfsangebote“ unterbreitet.

Wer sind die potenziellen Investoren?

Wer diese Personen sind und wie diese „Hilfsangebote“ konkret aussehen, dazu wollte Jörg Platsch auf Tageblatt-Nachfrage vorerst keine weiteren Angaben machen. Seine offizielle Formulierung in der Mitteilung lautet: „Durch das außergewöhnliche Engagement und die Solidarität unserer geschätzten Gäste sowie der bedingungslosen Unterstützung seitens der Coburger Gemeinschaft sind wir nun wieder zuversichtlich, dass wir diese Herausforderungen gemeinsam meistern werden.“

Fatales Feuer: Seit einem Brand im November 2022 ist das Hotel „Goldener Anker“ in Coburg geschlossen.
Fatales Feuer: Seit einem Brand im November 2022 ist das Hotel „Goldener Anker“ in Coburg geschlossen. // Michael Stelzner

Und weiter heißt es in der Mitteilung von Jörg Platsch: „In den vergangenen Tagen haben wir mit großer Freude intensive Gespräche mit verschiedenen Partnern und Unterstützern geführt, die ein lebhaftes Interesse an der Erhaltung unseres geliebten Hotels bekundet haben. (…) Die Energie und Kreativität, die in unseren Diskussionen mit möglichen Investoren und Partnern spürbar waren, haben unser Vertrauen in eine positive Zukunft gestärkt. Wir sind zutiefst berührt von dem Enthusiasmus und dem Willen unserer potenziellen Unterstützer, die unsere Vision teilen und bereit sind, mit uns gemeinsam neue Wege zu beschreiten.“

Spekulationen um den Coburger Convent

Derweil machen Spekulationen in Coburg die Runde, dass zumindest einige der möglichen Investoren aus den Reihen des Coburger Convents (CC) kommen könnten. Nicht zuletzt aufgrund seiner zentralen Lage, nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt, zählte der Anker seit jeher zu den beliebtesten Adressen beim alljährlichen Pfingstkongress des CC. Deshalb war „Pfingsten 2023“ ja auch als ehrgeiziger Wunschtermin für eine mögliche Wiedereröffnung genannt worden. Aber, Jörg Platsch bleibt dabei: Nähere Angaben zu den potenziellen Investoren möchte er noch nicht machen.

In seiner am Freitag veröffentlichten Mitteilung zeigt sich Platsch sehr gerührt von der Anteilnahme, die er in den vergangenen zwei Wochen erfahren hat. Dass er die dauerhafte Schließung verkünden musste, sei ein „einschneidender und tiefbewegender Schritt“ gewesen. Doch jede Nachricht der Ermutigung und jedes Zeichen der Unterstützung hätten „neuen Mut geschenkt“ und „einen wahren Funken Hoffnung für die Zukunft unseres Hotels“ aufkeimen lassen. Platsch: „Die überwältigende Resonanz hat unsere Herzen berührt und uns gezeigt, dass das Hotel ,Goldener Anker‘ nicht nur ein Ort zum Übernachten, sondern auch ein Ort der Verbundenheit und des Erlebens von wunderbaren Momenten für unsere Gäste und die gesamte Gemeinschaft von Coburg ist.“

Erst Corona, dann das Feuer

Abschließend betont Platsch, dass der Vorstand und die Geschäftsleitung des Hotels „mit voller Leidenschaft“ hinter der „Mission“ stünden, gegebenenfalls auch „alternative Lösungen“ zu finden, um das Hotel doch fortführen zu können.

Jörg Platsch hatte das traditionsreiche Hotel – in dritter Generation – Anfang 2020 zusammen mit seiner Frau Kristin übernommen. Kurz danach brach die Corona-Pandemie aus. Als diese überstanden war, wütete im November 2022 das folgenschwere Feuer.

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