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Professor sagt
Coburg soll eine Stadt für die Jugend werden
Visionär und Kämpfer: Designprofessor Auwi Stübbe.
Visionär und Kämpfer: Designprofessor Auwi Stübbe. // Simone Bastian
Entwürfe zur Jugendherberge der Zukunft liegen in der Schublade des Coburger Designforums Oberfranken.
Entwürfe zur Jugendherberge der Zukunft liegen in der Schublade des Coburger Designforums Oberfranken. // Designforum
Coburg – Professor Auwi Stübbe kämpft für günstige Übernachtungsmöglichkeiten in Coburg. Die Stadt müsse weg vom Image einer Seniorenresidenz.

Der grauhaarige Designprofessor wirkt ruhig und sanftmütig. Doch seine Augen sprühen vor Leidenschaft, wenn es um innovative Projekte in und für Coburg geht. Wenn er etwas sagt, dann mit klaren Worten und Vorstellungen. Auwi Stübbe nimmt kein Blatt vor den Mund – und damit andere in die Pflicht. Zu seinen Herzensangelegenheiten gehören ein Hostel und eine Jugendherberge für Coburg. Seit Jahren setzt er sich dafür ein, lässt Pläne machen, führt Gespräche und knüpft Kontakte.

Die Pläne für ein Jugendhostel in der Judengasse wurden bei den Designtagen präsentiert. Seine Motivation erläutert Stübbe im Interview.

Herr Professor Stübbe, das Hostel in Coburg könnte noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden – sofern sich die Stadt für die Investition von drei bis vier Millionen Euro leisten möchte. Parallel zu den Plänen für ein Jugend- und Familienhostel, hatten Sie ja auch Pläne für eine Jugendherberge im Zollamt am Güterbahnhof gemacht. Warum sind diese Projekte so wichtig für Sie?

Auwi Stübbe: Da möchte ich zunächst etwas ausholen. Coburg ist nach einer Internetrecherche an der zweiten Stelle der reichsten Städte und Regionen. Coburg lebt neben der starken Wirtschaft wesentlich von der Hochschule und deren Entwicklung. Das kann man auch in der Studie ISEK „Werte und Wandel“ nachlesen. Die Studie hat trotz einstimmigem Beschluss des Stadtrates von 2008 keinerlei Spuren in der Stadt hinterlassen. 2016 wurde die Studie fortgeschrieben – und wieder wurde die Hochschule als wesentliches Element der Entwicklung von Stadt und Region unterstrichen.

Man muss sich das vor Augen führen: Eine Hochschule hat ständig Gäste aus aller Welt zu Gast. Günstig übernachten können diese Gäste mangels Möglichkeit aber nicht. Hier einen Beitrag zu leisten war die Idee von Bernd Alexander Kraeusslein, der mit seinem Testament ein Stiftung zur Förderung der Jugend- und Studentenhilfe möglich machte.

Die Stadt, wer immer das auch ist, – Stadtrat, Verwaltung, OB, Bürger – sieht hier offensichtlich kein Problem. Ist ja klar, von denen übernachtet keiner in einem Hotel oder einer Herberge.

Also haben wir als Coburger Designforum Oberfranken von außen den Impuls gesetzt. Wir haben die Idee eines Jugendgästehauses in der Innenstadt entwickelt. Dabei sind wir auf das Haus in der Judengasse gestoßen, haben Frau Zeitner und die Stiftung kennengelernt.

Außerdem haben wir uns bei der Beschäftigung mit dem Schlachthof-Güterbahnhof-Areal (SGA) auch mit einer Möglichkeit einer Jugendherberge dort (im derzeitigen Zollamt) beschäftigt.

Sie bekräftigen jetzt auch noch mal, dass es für die Stadt ein Skandal ist, dass Coburg keine Jugendherberge hat. Warum sehen Sie die Notwendigkeit dafür?

Eine Stadt wie Coburg, ich meine hier auch den einmaligen geschichtlichen Hintergrund, sollte für Jugendliche die sich für Geschichte und Historie interessieren eine Wallfahrtstätte sein. Geschichtslehrer suchen doch solche Orte um anschaulich Geschichte zu vermitteln. Außerdem kommt der ständige Bedarf der Hochschule hinzu.

Gibt es denn noch Kontakt zum Jugendherbergswerk?

Derzeit habe ich den keinen Kontakt zur Zentrale des Jugendherbergswerks in München. Das liegt einmal an Corona, dass hat unsere Planungen total torpediert. Wir hatten ja den nächsten Workshop mit dem DJH München in der Jugendherberge in Nürnberg geplant, das dann nicht mehr stattfand. Die engagierten Studenten sind inzwischen alle weg. Dazu kam noch meine persönliche Situation – ich hatte einen Schlaganfall – dann die Umorientierung des CDO in Richtung Cortendorf.

Vom Gefühl her sollte der nächste Schritt das Jugendgästehaus in der Judengasse sein. Da kann Coburg zeigen, was es für die Jugend übrig hat: Weg vom Image einer Seniorenresidenz hin zu einer Stadt mit Zukunft.

Das Gespräch führte Christiane Lehmann.

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