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Umsatzstarke Tage in Coburg
Der Samba-Wumms
Samba-Festival Coburg
Die auf Mallorca beheimatete Gruppe Calle Manigua war 2023 zum ersten Mal beim Samba-Festival in Coburg dabei. // Christoph Winter
Coburg – Das Samba-Festival ist ein Konjunkturprogramm für die heimische Wirtschaft – das machen Vertreter von IHK und Dehoga deutlich. Der Veranstalter können diese Rückendeckung gerade gut gebrauchen.

Nicht jeder muss das Samba-Festival lieben. Aber jeder sollte sich bewusst sein, welchen auch wirtschaftlichen Stellenwert diese Großveranstaltung für Coburg inzwischen hat. - Auf diesen kurzen Nenner könnte man die Aussagen bringen, die es am Montag bei einer Pressekonferenz gab, zu der die Festival-Veranstalter von Sambaco eingeladen hatten.

„Samba heizt der Wirtschaft ein!“

Björn Cukrowski, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Coburg (IHK), brachte es wie folgt auf den Punkt: „Das Samba-Festival ist nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch ein ökonomischer Faktor.“ Oder, mit noch deutlicheren Worten: sagte: „Samba heizt auch der Wirtschaft ein!“

Samba-Festival CoburgSamba-City Coburg: Aufbau beginnt
Amanda Siqueira kommt 2024 zum Coburger Samba-Festival. // Sambaco

Mit Blick auf die Hotellerie und Gastronomie sowie auch viele Dienstleister sprach Björn Cukrowski von den „drei umsatzstärksten Tagen“ in der Region. Hinzu komme ein Imagegewinn. „Langfristig profitiert Coburg von einem durchs Samba-Festival gesteigerten Bekanntheitsgrad“, betonte der IHK-Vertreter.

Wirtschaftsfaktor Samba-Festival
Björn Cukrowski, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Coburg, im Gespräch mit Kim Schmidt von Radio Eins. // Foto: Oliver Schmidt

Sambaco-Geschäftsführer Rolf Beyersdorf dürfte sich sehr über diese Einschätzung gefreut haben. Schließlich muss er sich immer mal wieder rechtfertigen, warum man etwa auf einen Zuschuss der Stadt Coburg angewiesen ist. Außerdem hatte die Stadt Coburg im vergangenen Jahr eine zusätzliche, einmalige Finanzspritze gewährt und auf diese Weise Sambaco vor der Insolvenz bewahrt.

Coburgs „Mister Samba“: Rolf Beyersdorf ist Geschäftsführer vom Festival-Veranstalter Sambaco.
Coburgs „Mister Samba“: Rolf Beyersdorf ist Geschäftsführer vom Festival-Veranstalter Sambaco. // Foto: Oliver Schmidt

Der jährliche Zuschuss, den die Stadt Coburg bezahlt, wird jedoch ab 2025 gekürzt. Denn die Stadt musste sich aufgrund einer angespannten Haushaltslage grundsätzlich zu etlichen Sparmaßnahmen durchringen. In der Konsequenz bedeutet das, dass auch Sambaco nach (weiteren) Einsparmöglichkeiten schauen muss.

Keine Bühne mehr im Hofgarten

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht in Sachen Sparen“, sagte am Montag Sambaco-Pressesprecher Thomas Apfel.  Unter anderem werde in diesem Jahr auf die Bühne im Hofgarten verzichtet. Diese war logistisch mit einem enormen Aufwand (und damit auch mit immensen Kosten) verbunden, weil zum Beispiel viele Leitungen extra bis dorthin verlegt werden mussten.

Im Vergleich dazu sei es relativ einfach, auf dem Albertsplatz wieder eine Bühne aufzubauen.  2022 und 2023 - also bei den „Nach-Corona-Festivals“ – hatte es dort lediglich Spielflächen gegeben.

Samba 2024: Guter Ticket-Vorverkauf

Apropos Corona: Vor der Pandemie war die Besucherzahl bei den Festivals fast immer mit „insgesamt 200.000 an allen drei Tagen“ angegeben worden.  Davon abgesehen, dass sich diese Zahl ohnehin nur schwer hat schätzen lassen: Künftig will man auf solche Berechnungen komplett verzichten. Stattdessen freut man sich zum Beispiel einfach nur, dass der Ticket-Vorverkauf in diesem Jahr besser läuft als im Vorjahr. Außerdem ist Rolf Beyersdorf aufgefallen, dass viele Gruppen länger bleiben. „Die ersten kommen bereits am Dienstag oder Mittwoch – und etliche bleiben bis zum Montag, weil sie auch am Sonntagabend noch mitfeiern wollen.“

Florian Rose, der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes für Oberfranken, hat noch eine weitere Beobachtung gemacht: „Viele, die beim Samba-Festival waren, kommen später nochmal, um die schöne Stadt Coburg auch in Ruhe erleben zu können.“

Was die Bedeutung des Samba-Festivals für die heimische Hotellerie und Gastronomie hat, sieht das der aus Grub am Forst stammende Florian Rose genauso wie Björn Cukrowski.

Nachdem „seine“ Branche seit geraumer Zeit gleich mit mehreren schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen habe (Preissteigerungen, Rückkehr zur höheren Mehrwertsteuer), sei das Samba-Festival in Coburg wichtiger denn je. „Ja, es sind die umsatzstärksten Tage des Jahres“, sagte Florian Rose. Nur deshalb sei es einigen Betriebe möglich, wieder Rücklagen bilden, um später Investitionen tätigen zu können. „Somit profitiert am Ende auch das Handwerk vom Samba-Festival“, betonte der Dehoga-Geschäftsführer.

„Samba-Festival vermittelt Lebensfreude“

Die reinen Zahlen sind das eine – Björn Cukrowski sprach aber noch einen weiteren Aspekt an: Das Samba-Festival vermittle auch „Lebensfreude“ – und das sei gerade in den aktuellen, etwas angespannten Zeiten „ein starkes Zeichen“.

Da nickte Florian Rose am Montag mit dem Kopf: „Wir sollten froh sein, so etwas wie das Samba-Festival zu haben!“

EM-Finale beim Samba-Festival

Das Coburger Samba-Festival gibt es seit 1992. Was ganz klein anfing, hat sich zum größten Samba-Festival außerhalb Brasiliens gemausert. Inzwischen kommen – jeweils am zweiten Juli-Wochenende – Samba-Fans aus aller Welt nach Coburg. In diesem Jahr zum Beispiel – unter anderem – aus Spanien, Frankreich, England und den Niederlanden. „Ja“, sagt Rolf Beyersdorf, „aus allen vier Nationen, die bei der Fußball-EM im Halbfinale stehen, werden auch beim Samba-Festival Gruppen dabei sein.“

Samba Festival CoburgSamba-City Coburg: Aufbau beginnt
Ein lokaler Internetanbieter wirbt zurzeit mit Samba-Chef Rolf Beyersdorf. Motto: „Unser Samba ist Highspeed!“ // Foto: Oliver Schmidt

Deshalb werde es – wie geplant – am Sonntagabend ein Public Viewing auf der Bühne auf dem Schlossplatz geben.  Sehr gerne denkt Rolf Beyersdorf an die Fußball-WM 2010 zurück: „Da standen Spanien und die Niederlande im Finale.  Wir haben das Spiel zum Abschluss des Festivals auf der Bühne gezeigt – und in der Pause sind spontan eine spanische und eine niederländische Samba-Gruppe auf die Bühne und haben gemeinsam Stimmung gemacht.“ Denn neben allen Faktoren für die Wirtschaft bleibt zusätzlich festzustellen: Samba verbindet die Menschen – und das in Coburg.

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