Die Vorfreude aufs diesjährige Samba-Festival in Coburg ist groß. Doch als die am Dienstag erste Details zum Programm bekanntgegeben wurden, war Sambaco-Chef Rolf Beyersdorf auch noch ein Blick zurück sehr wichtig. Er dankte ausdrücklich der Stadt Coburg sowie noch weiteren Partnern des Festivals. Wenn diese im August 2023 nicht eingesprungen wären und Sambaco nicht tatkräftig geholfen hätten, „dann würden wir heute nicht hier sitzen.“ Rolf Beyersdorf, der sonst ja nur so sprüht vor Lebenslust und Begeisterung, wurde kurz nachdenklich und sagte: „Dann wäre das das Ende gewesen.“
Es drohte die Insolvenz
Sambaco als Veranstalter des Coburger Samba-Festivals war im Sommer vergangenen Jahres in finanzielle Schieflage geraten. Aufgrund stagnierender Einnahmen bei „explodierenden Kosten“, wie es damals hieß, drohte sogar die Insolvenz. Allen voran die Stadt Coburg wurde dann aber zum Retter des Samba-Festivals und gewährte eine kräftige Finanzspritze.
Wohl auch deshalb, weil diese Finanzspritze nicht ganz unumstritten war, war den Veranstaltern am Dienstag noch ein ganz bestimmter Hinweis wichtig. Das Festival sei längst auch ein „wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt Coburg und die Region“, sagte Pressesprecher Thomas Apfel. Die Hotels im Umkreis von 30 Kilometern seien bereits jetzt nahezu ausgebucht.
Ein Leuchtturm in Coburg
Auch Zweiter Bürgermeister Hans-Herbert Hartan (CSU) betonte den Stellenwert: „Unter touristischen Aspekten ist das Samba-Festival unser größtes Aushängeschild.“ Es sei „der Leuchtturm in jedem Veranstaltungsjahr“.
Trotzdem habe sich die Stadt Coburg aufgrund der allgemeinen Sparmaßnahmen dazu entschieden, auch beim Zuschuss für Samba-Festival zu kürzen, allerdings erst ab 2025. Hartan stellte aber klar, dass die Stadt auch mit dem gekürzten Zuschuss „weiterhin der größte Sponsor des Samba-Festivals“ sei.
Bei Sambaco bereitet man sich schon auf diese künftige Situation mit weniger Finanzmitteln vor. So wird die Zahl der teilnehmenden Gruppen in diesem Jahr bei etwas über 70 liegen – vor Jahren waren es noch bis zu 100. Weil jede teilnehmende Gruppe auch irgendwo untergebracht und zudem verpflegt werden muss, bedeutet hier eine Verringerung auch eine Kostensenkung.
Irene Pais Brückl, die in diesem Jahr wieder die künstlerische Leiterin des Samba-Festivals ist, sieht in der kleineren Teilnehmerzahl aber auch einen Vorteil, der überhaupt nichts mit Geld zu tun hat. So sollten vor allem diejenigen Gruppen, die von sehr weither anreisen, die Chance auf möglichst viele Auftritte haben. Doch je mehr Gruppen beim Festival sind, desto enger getaktet müsse der Zeitplan sein. Bei einer Anzahl von etwas mehr als 70 Gruppen werde es in diesem Jahr aber möglich sein, dass jede Gruppe mindestens einen Auftritt auf einer der Hauptbühnen hat.
Was die bereits jetzt nahezu erschöpfte Kapazität an Hotelzimmern betrifft, hatte Thomas Apfel noch einen Tipp: Ab Juni wird auf der ICE-Strecke zwischen Coburg und Erfurt auch ein Regionalexpress verkehren. Dadurch rückt die thüringische Landeshauptstadt noch näher an „Samba-City“.
Wer sich hingegen eher im Raum Nordbayern nach einer Unterkunft umschauen möchte, kann wiederum davon profitieren, dass Coburg seit dem 1. Januar 2024 zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) gehört. Tipp von Apfel: bis in die Nacht Samba feiern und um kurz nach 4 Uhr mit dem ersten Morgenzug in Richtung Bamberg oder Nürnberg fahren.
Übrigens: Zwischen Sambaco und der Deutschen Bahn gibt es eine Kooperation. Gäste, die ihre Bahn-Fahrkarte an der Tageskasse beim Samba-Festival vorzeigen, bekommen das Tagesticket einen Euro günstiger und zudem ein Samba-Programmheft geschenkt.
Hintergrund: Samba-Festival 2024 in Coburg
Termin Das Internationale Samba-Festival in Coburg findet in diesem Jahr von Freitag, 12. Juli, bis Sonntag, 14. Juli, statt.
Was kostet der Eintritt zum Samba-Festival?
Tickets, die zum Einlass an allen drei Festival-Tagen berechtigen, sind noch bis zum 31. Mai im Vorverkauf für 29 Euro zu haben. Bis zum 7. Juli kosten sie dann 33 Euro, anschließend 37 Euro.
Wer nur an einzelnen Tagen das Festival besuchen möchte, zahlt für den Freitag 26 Euro, für den Samstag 33 Euro und für den Sonntag 18 Uhr.
Kinder bis einschließlich 12 Jahre haben freien Eintritt (Kopie des Kinderausweises mitbringen!).
Menschen mit Behinderung erwerben reguläre Tickets, die Begleitperson ist frei, wenn ein „B“ im Ausweis steht
Hunde sind auf dem gesamten Festivalgelände und auf dem Zeltplatz aus Tierschutzgründen nicht erlaubt. Auf dem Wohnmobilstellplatz sind Hunde erlaubt.
Wo gibt es Karten fürs Samba-Festival im Vorverkauf?
Vorverkaufsstellen sind die Coburger Tourist-Info in der Herrngasse, die Aral-Tankstelle in der Bamberger Straße sowie die kleine Post-Filiale in der Casimirstraße (täglich ab 12 Uhr).
Viele weitere Infos zum Samba-Festival gibt es hier
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