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Gestohlenes Auto
Brasilianerin erlebt ihr „blaues Wunder“ in Coburg
Während des Coburger Samba-Festivals war in diesem Jahr nicht nur der Himmel oft blau.
Während des Coburger Samba-Festivals war in diesem Jahr nicht nur der Himmel oft blau. // Daniel Vogl/dpa
Coburg – Beim Samba-Festival gab es Aufregung um einen gestohlenen Mercedes. Jetzt konnte dieser „Diebstahl“ auf kuriose Weise gelöst werden.

Das diesjährige Coburger Samba-Festival ist friedlich verlaufen. Unschöne Zwischenfälle gab es nur wenige. Eine ganz bestimmte Polizeimeldung schlug allerdings vor allem in den sozialen Medien hohe Wellen: Der Mercedes einer Brasilianerin wurde gestohlen! Die Frau, die in Süddeutschland wohnt und erstmals in Coburg zu Besuch war, hatte ihr Auto am Freitagabend auf dem Tegut-Parkplatz in der Bamberger Straße abgestellt. Als sie kurz nach Mitternacht dorthin zurückkam, war ihr Auto aber verschwunden. So war das zumindest alles nachzulesen im Polizeibericht vom 16. Juli.

Szenenwechsel: Firma Knoll, Rodacher Straße, 4. August. Inhaber Dieter Patzer berichtet dem Coburger Tageblatt von einer seltsamen Beobachtung: „Da stand plötzlich ein Mercedes auf unserem Firmengelände!“ Weil sich die Firma Knoll um Autos kümmert, sei das zunächst nichts Außergewöhnliches gewesen. „Ich dachte, der Mercedes gehört vielleicht einem Kunden.“ Doch als das Fahrzeug nach zweieinhalb Wochen noch immer unverändert auf dem Firmengelände stand, kam Dieter Patzer die Sache langsam spanisch vor. Wobei es „brasilianisch“ wohl besser beschreiben würde…

Faustdicke Überraschung

Eine Nachfrage bei der Coburger Polizei sorgte zumindest für eine faustdicke Überraschung: Der Mercedes war Mitte Juli als gestohlen gemeldet worden! Natürlich stellte sich jetzt aber heraus, dass es gar keinen Diebstahl gab. Stattdessen hatte sich die Brasilianerin nachts nicht mehr erinnern können, wo genau sie ihr Auto fünf Stunden zuvor geparkt hat.

Okay, die Dame war ortsunkundig. Aber wie kann man sich denn derart irren? Der Tegut-Parkplatz in der Bamberger Straße ist Luftlinie fast drei Kilometer vom Gelände der Firma Knoll in der Rodacher Straße entfernt! Wie von der Polizei zu erfahren war, hat die Dame aber tatsächlich eine zumindest im Ansatz nachvollziehbare Erklärung geliefert: Sie hätte sich nämlich gemerkt, dass sie „in der Nähe einer blau leuchtenden Tankstelle“ geparkt habe. Tja: „Aral“ – mit blauem Logo – gibt’s in Coburg sowohl in der Bamberger Straße als auch in der Rodacher Straße, gleich neben Knoll.

Alles gut – alles super?

Allen voran Rolf Beyersdorf vom Festivalveranstalter Sambaco freut sich über dieses Happy End. Denn der Spott in den sozialen Medien, wonach das Festival wohl doch nicht mehr so friedlich sei, hat ihn schon ein bisschen geärgert. Jetzt aber gilt: Alles gut. Oder um es in der „Aral“-Sprache zu sagen: Alles super!

Naja, nicht ganz. Dieter Patzer würde sich wünschen, dass sich die Frau bei allen entschuldigt, die sie mit ihrer fälschlichen Diebstahlsmeldung unnötig auf Trab gehalten hat. Außerdem fragt er mit einem Augenzwinkern: „Bekomme ich jetzt eigentlich einen Finderlohn?!“ Und was das nächste Samba-Festival betrifft, hat er für die Brasilianerin auch schon einen Tipp: „Vielleicht sollte sie mit dem Zug nach Coburg fahren.“

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