Seit Jahrzehnten gilt Michael Stoschek, Verwaltungsratsvorsitzender von Brose, als Kämpfer für eine attraktivere Innenstadt. Zuletzt hatte er sich auch um die Rettung der Kaufhof-Filiale bemüht – einmal in der gemeinsamen Aktion mit Stadt und IHK, zum anderen, indem er die Brose-Mitarbeiter aufforderte, vermehrt in der Innenstadt einzukaufen. Brose gibt deshalb sogar Einkaufsgutscheine („Coburger Job-Karten“) als Prämien für Verbesserungsvorschläge aus.
Verweis auf Kastner
Doch der Niedergang des Innenstadthandels begann schon früher, und das liege auch an der Stadt, meint Stoschek. Genauer gesagt, am früheren Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD). „Seit Herr Oberbürgermeister Kastner gegen den Bürgerwillen die ungebremste Bebauung der Lauterer Höhe durchgesetzt hat, ging das Sterben des Innenstadthandels in Coburg los“, schrieb Stoschek gestern ans Tageblatt. Im Jahr 2000 hatte ein Bürgerentscheid ein großes Einkaufs- und Freizeitzentrum auf der Lauterer Höhe verhindert.
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Aber es kamen Bau- und Supermärkte sowie die Ballsporthalle (HUK-Coburg-Arena). „Dabei hat Coburg ein massiv höheres Pro-Kopf-Einkommen als Bamberg und da gibt es in der Innenstadt keine Leerstände. Darüber sollte die Coburger Politik einmal nachdenken mit ihren 120 Millionen Euro in der prall gefüllten Stadtkasse.“ Was Stoschek nicht sagt: Bamberg als Welterbe-Stadt hat ein Mehrfaches an Touristen als Coburg.
Pro Coburg hat eine Idee
Zur Schließung des Kaufhofs hat die Wählergemeinschaft Pro Coburg am Dienstag nicht nur eine Stellungnahme abgegeben, sondern auch gleich noch einen Vorschlag unterbreitet. Denn: „So bitter diese Entscheidung auch ist, so frühzeitig hat man sich mit diesem Szenario befassen müssen.“ Die Stadtratsfraktion von Pro Coburg vertrete hierbei den Standpunkt, dass die Stadt Coburg die Immobilie nun erwerben muss.
Heeb und Apfel äußern sich
Fraktionsvorsitzender Jürgen Heeb erklärt: „Wir können es uns nicht leisten, solch eine Immobilie jahrelang leer stehen zu lassen. Das Konzept Warenhaus wird langfristig nicht mehr erfolgreich sein.“ Sein Stellvertreter Thomas Apfel ergänzt: „Dieses Gebäude müssen wir nun mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in die eigene, städtische Hand bekommen – und es dann auch in die vorhandenen Pläne zur Umgestaltung der Steinwegvorstadt integrieren.“
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