Die Klinik für Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie am Klinikum Kulmbach hat einen neuen Leitenden Arzt. Dr. Amer Haj ist seit dem 1. April der Nachfolger von Dr. Arek Kosmala, der jetzt im Ruhestand ist. Das teilt das Klinikum mit.
Der 44-jährige Facharzt für Neurochirurgie habe in Regensburg Medizin studiert, am Universitätsklinikum dort seine Facharztausbildung gemacht und sei in Regensburg insgesamt 17 Jahre tätig gewesen, zuletzt als Leitender Oberarzt. In Kulmbach habe er Großes vor: Er will die 2004 als Wirbelsäulenchirurgie gegründete Abteilung, die 2009 zur Neurochirurgie geworden ist, weiter ausbauen.
Ziel: Ob komplexe Tumorerkrankungen im Gehirn oder Aneurysmen im Kopf – Verlegungen von Patienten sollen künftig nur noch in Ausnahmefällen nötig sein. Haj bringe einen großen Erfahrungsschatz mit. Als Leitender Oberarzt in der Regensburger Uniklinik habe er komplexe Bereiche abgedeckt und verantwortet: Schädelbasischirurgie, die operative Entfernung von Tumoren der Hirnanhangdrüse (Hypophysenchirurgie) oder auch die neurovaskuläre Chirurgie. Bei diesem Teilgebiet geht es um Gefäßerkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks, zu denen auch Gefäßaussackungen, sogenannte Aneurysmen gehören. Nicht zuletzt habe Haj auch eine große Erfahrung im Bereich von komplexen minimalinvasiven Eingriffen an der Wirbelsäule.
Klinikum Kulmbach hilft nach schweren Unglücken
Die Behandlung neuroonkologischer Erkrankungen sei ein weiteres Spezialgebiet von Haj. Dazu zählen Hirntumore oder auch Hirnmetastasen. Ein weiterer großer Komplex seien Traumabehandlungen. Nach schweren Unglücken werden auch, wenn gefordert, die Neurochirurgen des Kulmbacher Klinikums sich um Menschen mit Polytraumata kümmern. „Ich möchte in Kulmbach sowohl die kraniale als auch die spinale Neurochirurgie ausbauen und modernisieren und auch neue minimal invasive Techniken einführen“, kündigt Haj an.
Das umfasst die operative Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems, unterteilt in kraniale, das Gehirn und den Schädel betreffende, und spinale Chirurgie, bei der es um das Rückenmark und die Wirbelsäule geht. Vieles von dem, was an Ausrüstung für diese komplexen Behandlungen benötigt wird, sei in Kulmbach bereits vorhanden, zeigt sich Haj beeindruckt von der technischen Ausstattung am Klinikum Kulmbach.
Dr. Amer Haj: Sehr komplexe Erkrankungen auf höchstem Niveau behandeln
Wohnort- und heimatnah Menschen auch mit sehr komplexen Erkrankungen auf höchstem Niveau zu behandeln, das ist der Ansatz für Haj. „Patienten mit Hirntumoren oder auch Gefäßerkrankungen im Gehirn müssen nicht mehr in eine Universitätsklinik überwiesen werden. Sie können in Kulmbach bleiben und hier behandelt werden.
Die Fachspezialisten hier können viel. Das ist für die Patienten und die Versorgung sehr wichtig. Wir können in Kulmbach in sehr vielen Fällen das gesamte Krankheitsbild behandeln.“
Kulmbach hat ein etabliertes Tumorboard
Hilfreich sei dabei auch das in Kulmbach längst etablierte Tumorboard, in dem fachübergreifend und interdisziplinär alle Tumorfälle besprochen und im Team beschlossen werden. „Wir finden so für jeden Patienten individuell die bestmögliche Behandlung“, erläutert Haj. Er habe von Anfang an ein gutes Bauchgefühl gehabt, als er das Klinikum Kulmbach gesehen hat, sagt Haj, der bald mit seiner Frau, einer Apothekerin, und seinen zwei Kindern nach Kulmbach ziehen will.
Er habe nach 17, wie er sagt, „zufriedenen Jahren und einer guten Ausbildung“ an einem renommierten Universitätsklinikum den Plan gefasst, selbst Verantwortung als Chefarzt zu übernehmen. Jetzt will Haj in seiner neuen Position die Kulmbacher Neurochirurgie als regionale Anlaufstelle für komplexe Krankheitsbilder im Kopf und im Wirbelsäulenbereich ausbauen.
Dr. Amer Haj: Alle freundlich und motiviert
Dazu gehöre auch die Aus- und Weiterbildung guter Fachkräfte, für die er sich stark machen und sich persönlich einbringen möchte. Das betreffe nicht nur Ärzte, sondern alle Mitarbeiter. „Davon profitieren die Klinik und die Patienten gleichermaßen.“ Ein großes Lob spricht Haj auch dem Pflegepersonal aus: „Hier sind alle freundlich und motiviert. Das ist nicht selbstverständlich.“
Die Familie habe sich Kulmbach und die Umgebung bereits angeschaut, verrät Haj auch etwas aus dem privaten Bereich. Sowohl seine Tochter als auch der Sohn, beide noch im Grundschulalter, seien begeisterte Fußballspieler und musikalisch. Tochter Lara ist neun, Sohn Sari ist sieben Jahre alt. Fußballer sei er selbst auch, erzählt der 44-Jährige und sagt, dass er viel Freude an Gartenarbeit habe. Ein passendes Haus werde gerade gesucht, dann müsse man sehen, wo die Kinder weiter Fußball spielen können. Alle vier Mitglieder der Familie Haj seien überzeugt, dass sie sich in Kulmbach wohlfühlen werden. „Wir freuen uns auf Kulmbach. Die Region gefällt uns sehr.“
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