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Konzert
Es geht um Emotionen, Eifersucht und die verletzte Ehre
In einer szenischen Aufführung mit Chor und Orchester auf der Bühne leitete Ljubka zu Guttenberg in der Dr.-Stammberger-Halle eine eindrucksvolle Aufführung von Pietro Mascagnis „Cavallaria Rusticana“.Stephan Herbert Fuchs
In einer szenischen Aufführung mit Chor und Orchester auf der Bühne leitete Ljubka zu Guttenberg in der Dr.-Stammberger-Halle eine eindrucksvolle Aufführung von Pietro Mascagnis „Cavallaria Rusticana“.Stephan Herbert Fuchs // Foto: Stephan Herbert Fuchs
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Kulmbach – Ljubka zu Guttenberg leitete Pietro Mascagnis „Cavalleria Rusticana“. Es war eine Große Oper in der Kulmbacher Stadthalle.
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„Ich möchte das Werk in seiner ursprünglichen Kraft erlebbar machen.“ Das sagt die Dirigentin Ljubka zu Guttenberg. Mit einer fulminanten Aufführung von Pietro Mascagnis Welterfolg „Cavalleria Rusticana“ am Samstagabend in der Dr.-Stammberger-Halle ist ihr das überaus gelungen.

Die sympathische Musikerin aus dem Kulmbacher Land hat dabei nicht nur die Sofia Symphonics geleitet, sondern zeigte sich auch für die Regie und das gesamte Drumherum verantwortlich. Am Ende gab es kräftigen Applaus und Standing Ovations für eine Aufführung, die großes Format hatte.

In dem Drama um Eifersucht und Verrat geht es um die Nöte und Freuden einfacher Menschen und um die Tragödien dieser Welt.
In dem Drama um Eifersucht und Verrat geht es um die Nöte und Freuden einfacher Menschen und um die Tragödien dieser Welt. // Foto: Stephan Herbert Fuchs

Was für manchen Opernbesucher vielleicht ungewöhnlich erscheinen mag, Ljubka zu Guttenberg hatte das Orchester auf der Bühne platziert. Davor agierten Solisten und Chor, aber nicht etwa konzertant, sondern im richtigem Spiel mit Kostüm und Maske. Sogar Requisiten gab es, und eine echte Kutsche stand auf der Bühne, wo es teilweise recht eng zuging.

Wahrhaftigkeit der Figuren

Im Mittelpunkt stehen bei Ljubka zu Guttenberg nicht vordergründige Effekte, wie sie in modernen Inszenierungen gang und gäbe sind, sondern die Musik, die menschliche Stimme und die Wahrhaftigkeit der Figuren. Mit ihrer Regie möchte sie die Handlung behutsam unterstützen, dabei aber auch immer Raum für das Wesentliche lassen. Nur so könne das Publikum die emotionale Tiefe von Mascagnis Meisterwerk unmittelbar erfahren.

Eine hervorragende Idee

Eine hervorragende Idee war es, auch den Raum vor und neben der Bühne immer wieder in das Geschehen einzubeziehen und die Protagonisten aus dem Zuschauerraum heraus auftreten zu lassen.

In dem Drama um Eifersucht und Verrat geht es um die Nöte und Freuden einfacher Menschen und um die Tragödien dieser Welt. Es geht um Liebe und verletzte Ehre in einem sizilianischen Dorf. Aus menschlichen Konflikten entsteht eine Tragödie, die unausweichlich in einem tödlichen Duell endet.

Auch wenn vieles in dieser Inszenierung nur angedeutet bleibt, so ließ sich das Geschehen trotzdem prima nachvollziehen. Nicht zuletzt hatte Ljubka zu Guttenberg vorher auch eine kleine Einführung gegeben, in der sie die Protagonisten vorstellte und die Handlung in groben Zügen erklärte.

Intensivste Emotionen

Ljubka zu Guttenberg sowie Chor und Orchester der Sofia Symphonics entführten die Zuhörer knapp 80 Minuten lang ohne Pause in eine Welt intensivste Emotionen. Ihr Dirigat fing dynamisch ausbalanciert die gewaltige Ausdruckskraft des Verismo ein und ließ die Leidenschaft, die dramatische Kraft und die inneren Konflikte der Figuren hörbar werden.

Ein packendes Intermezzo

Die Dirigentin legte großen Wert auf die lyrischen Schönheiten dieses Werkes. Dazu passen die meist breiten Tempi und die intensiven Ensembleszenen.

Höhepunkt ist zweifellos das meditative und packende Intermezzo. Die Musik ist dabei von einer frischen melodischen Schönheit und lebt von herausragenden Verismo-Stimmen.

Leidenschaft, Verzweiflung

Allen Sängern zu eigen ist die überwältigende Präsenz, mit der sie sich ihren Rollen widmen. Und so gestaltete Tanya Ivanova überaus packend die Partie der Santuzza, in der sich Leidenschaft und Verzweiflung vereinen. Ihr nimmt man die zerrissene Liebende ab, die aus verzweifelter Eifersucht ihren Geliebten ins Verderben stürzt.

Ihr gegenüber steht der kräftige Tenor Ivan Momirov. Eindrucksvoll virtuos und bewegend gesungen und gespielt gibt er die Partie des untreuen Turiddu.

In weiteren Rollen waren der Bariton Anton Keremidtchiev als finsterer Ehrenmann Alfio, Raliza Bogdanova als Lola und Elena Isa als Mamma Lucia zu erleben.

„Cavalleria Rusticana“ war nach Giuseppe Verdis „La Traviata“ im vergangenen Jahr schon die zweite große Oper, die Ljubka zu Guttenberg nach Kulmbach gebracht hat. Geprobt wurde auch diesmal wieder in Sofia. Bleibt zu hoffen, dass der Publikums Zuspruch weiter anhält und die Bemühungen der Dirigentin, in Kulmbach derartige Aufführungen auf höchstem Niveau anzubieten, honoriert werden.

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